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PETonline I ZZF  
ZZF-Symposium: Die meisten Zoonosen sind harmlos

83 Teilnehmer kamen zum ZZF-Fachsymposium „Zoonosen beim Heimtier – Erkennen und Vorbeugen“. Tierärzte empfehlen hygienische Heimtierhaltung.

 

Ein Heimtier zu halten, ist ein schönes und gesundes Hobby. Denn wer mit Hund, Katze oder Vogel unter einem Dach wohnt, geht seltener zum Arzt. Zahlreiche Studien haben bestätigt, dass der Umgang mit tierischen Freunden Schlafstörungen, Depressionen, Kopfschmerzen sowie Herz- und Kreislauferkrankungen lindert. Doch ebenso wie Menschen sich untereinander mit Krankheiten anstecken, können auch Heimtiere bestimmte Krankheiten auf ihre Halter übertragen. Diese so genannten Zoonosen waren Thema auf dem
14. Symposium des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF), das vom 7. bis zum 8. November in Kassel stattfand. Die 83 teilnehmenden Tierärzte und Zoofachhändler gaben Entwarnung: Die meisten Zoonosen sind harmlos. Eine sorgfältige Hygiene könne eine Ansteckung verhindern. Das Risiko, an so genannten Zoonosen zu erkranken, die von Fischen, Amphibien, Reptilien, Kleinsäugern und Vögeln übertragen werden können, sei kein Grund, auf die Nähe zu einem Heimtier zu verzichten. „Man kann seine Bartagame ruhig streicheln, wenn man sich anschließend die Hände wäscht“, sagte Dr. Silvia Blahak, Vorsitzende des Arbeitskreises Zoofachhandel und Heimtierhaltung bei der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT).
Die tierärztlichen Referenten des Symposiums waren sich darin einig, dass eine sorgfältige Hygiene das A und O bei der Heimtierhaltung ist. Dazu gehören eine regelmäßige Reinigung der Tierbehausungen sowie Hände waschen vor und nach dem Tierkontakt. „Um Kunden und Mitarbeiter zu schützen, ist in einem gut geführten Zoofachgeschäft die Einhaltung entsprechender Hygienevorschriften selbstverständlich. Hygiene trägt auch zur Gesunderhaltung der Tiere bei“, sagte ZZF-Präsident Klaus Oechsner.
Zoofachhändler sollten ihre Mitarbeiter aufklären, worauf sie bei der Hygiene achten müssen. „Es ist wichtig, das Personal schon bei der Einstellung untersuchen zu lassen, damit mögliche spätere Krankheiten bei der Berufsgenossenschaft auch als Berufskrankheit geltend gemacht werden können“, sagte die Amts-Veterinärin Dr. Ines Bolle. Um den Verursacher von Viren und Bakterien ausfindig zu machen, sollte man immer auch über die hygienischen Zustände bei Züchtern und Zulieferern Bescheid wissen. Tierärztin Anke Beuch-Ahrend riet Zoofachhändlern, einen Reinigungsplan aufzustellen und den Bestand der Tiere zu dokumentieren. Bei Arbeiten im Aquarium sollten Handschuhe getragen werden, um sich nicht mit möglichen Erregern im Wasser zu infizieren.

TVT fordert verstärkte interdisziplinäre Zusammenarbeit der Mediziner

Übereinstimmend forderten die Symposiums-Referenten eine verstärkte interdisziplinäre Zusammenarbeit der Mediziner. Heimtierhalter sollten bei einer humanärztlichen Untersuchung darauf hinweisen, dass sie ein Tier besitzen. Richard Wildeus, ZZF-Geschäftsführer, ging in seinem Vortrag auf haftungs- und gewährleistungsrechtliche Aspekte beim Tierverkauf ein. „Ebenso wie Hygienemaßnahmen der Prävention von Zoonosen dienen, sollte beim Tierverkauf Sorgfalt auf die Vermeidung von Mängeln verwendet werden, die später zu teuren Reklamationen führen können.“ Das Symposium wird mit sieben Stunden als Fortbildung bei der Akademie für tierärztliche Fortbildung (ATF) anerkannt.



12. November 2009
     
   
 
 
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