30 Jahre Fressnapf |

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"Wir erfinden Fressnapf komplett neu"

Fressnapf, Torsten Toeller

Dynamisch und temperamentvoll, wie man ihn kennt: Torsten Toeller auf der International Pet Conference 2018 in Budapest.

Er ist Gründer, Inhaber und Vorsitzender des Verwaltungsrates der Fressnapf-Gruppe: pet sprach mit Torsten Toeller.

30 Jahre Fressnapf. Herzlichen Glückwunsch zu diesem runden Jubiläum!

Vielen Dank! Ich bin unglaublich stolz auf die vielen tollen Menschen, die mit mir gemeinsam diesen Erfolg ermöglicht haben. Heute mehr als 12.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, viele Franchisepartner, Lieferanten und weitere externe Partner. Zusammen haben wir das Unternehmen zu dem gemacht, was es heute ist, zum europäischen Marktführer in der Heimtierbranche und zu einem Great Place to Work. Unser Unternehmen hat einen wirklich besonderen und partnerschaftlichen Spirit.


Und ich bin auch persönlich dankbar dafür, dass ich Fressnapf und Maxizoo 30 Jahre weiterentwickeln durfte und auch weiter entwickeln werde: Zu der kundenzentrierten, datengetriebenen und technologischen Plattform für unsere Kunden: Wir sind und bleiben der Ansprechpartner rund um das Tier. Vielen Dank auch an euch! Die pet begleitet uns ja seit 30 Jahren, und wir freuen uns, dass wir euch 2019 zum 40-jährigen Jubiläum beglückwünschen durften.

Welche Umsatzziele hat sich Ihr Unternehmen für das Jubiläumsjahr im In- und Ausland gesetzt?

Wir haben uns wie in jedem Jahr herausfordernde, aber erreichbare Wachstumszahlen vorgenommen. Stationär, wie online! Mit unserer Fressnapf-Challenge nehmen wir Markt- und Kundenwachstum klar in den Blick. Bessere Prozesse, eine sich ständig verändernde Organisation und motivierende Führungskräfte begleiten unsere MitarbeiterInnen bei der Umsetzung unserer Strategie. Diese hat mit "Happier Pets. Happier People." eine klare Vision. Wenn wir also täglich "alles dafür geben, das Zusammenleben von Mensch und Tier einfacher, besser und glücklicher zu machen", ist Umsatzwachstum die konsequente Wirkung unseres Handelns.


Im Jubiläumsjahr möchten wir unseren Kunden insbesondere mit vielen tollen Kampagnen für und mit Fressnapf begeistern. In der Konsequenz werden wir so wieder nachhaltig flächenbereinigt wachsen.


Ebenso wichtig wie unsere Umsatz- und Ertragsziele sind unsere messbaren Transformationsziele, damit wir unserem strategischen Zielbild einer kundenzentrierten, datengetriebenen und technologischen Plattform für unsere Kunden Schritt für Schritt und konsequent näher kommen.

Wo wollen Sie 2020 national und international Ihren Fokus legen?

In Deutschland haben wir unsere DNA entwickelt. Wir sind partnerschaftlich mit Franchising gewachsen und gewinnen weiterhin neue Partner aus anderen Systemen hinzu, weil wir ihnen ein leistungsstärkeres System bieten können.


Unser Franchisepartner spielen eine ganz zentrale Rolle. Sie sind unsere Unternehmer vor Ort mit dem direkten Kundenkontakt, sie sind Markenbotschafter für unsere Kunden und MitarbeiterInnen gleichermaßen. Unsere digitale Transformation verbindet unser stationäres Leistungsversprechen sukzessive mit digitalen Angeboten. Gerade hier werden wir uns vom Wettbewerb abheben können und gemeinsam mit unseren Partnern besondere Angebote schaffen. So stellen wir sicher, dass wir gemeinsam mit unseren Franchisepartnern aktiv die Zukunft gestalten.


Auch international werden wir weiter in das stationäre und digitale Geschäft investieren. Schneller und effizienter als in den meisten anderen Unternehmen der Heimtierbranche wird bei Fressnapf Digitalisierung vorangetrieben.

Was sind die wichtigsten Maßnahmen in den zurückliegenden und den bevorstehenden Jahren?

Wir investieren seit Jahren viel Geld in die Digitalisierung bei Fressnapf. Wir befähigen unsere MitarbeiterInnen und gehen die Veränderung mutig an. 2018 haben wir unserer Strategie, die Fressnapf-Challenge an die neuen, teilweise enormen Anforderungen des Marktes angepasst. Fressnapf entwickelt sich von einem klassischen Handelsunternehmen zu einer Plattform, auf der unsere Kunden alle relevanten Themen rund um ihr Tier finden werden. Damit erarbeiten wir ein Ökosystem, in dem eben nicht nur Produkte, sondern auch Dienstleistungen, Beratung und relevanter Inhalt rund um die Uhr verfügbar gemacht wird.


Für die technische Erstellung einer digitalen Plattform war und ist es zunächst notwendig, unsere Systeme in verschiedene Cloud-Umgebungen zu migrieren, unsere MitarbeiterInnen zu befähigen und Prozesse effektiver und effizienter zu betreiben. Wir schaffen damit die Voraussetzungen für eine schnellere Skalierung national und international.

Während Fressnapf stationär einen großen Vorsprung vor dem Wettbewerb hat, hinkt das Unternehmen online beim Umsatz dem Marktführer Zooplus weiterhin deutlich hinterher. Wie wollen Sie es schaffen, auch hier besser und erfolgreicher zu werden?

Natürlich ist Zooplus heute online stärker, wenn man die absoluten Umsätze vergleicht. Damit könnte man auch sagen, dass sie besser als wir sind.


Aber was heißt eigentlich besser ganz konkret? Aus Eigentümersicht - und hier spreche ich auch für meine Franchisepartner - führen zufriedene Kunden zu Umsatzwachstum und damit auch zu einem nachhaltigen Gewinn. Diesen Gewinn kann ich seit Jahren bei Zooplus nicht sehen. Vielmehr haben viele reine Onlineplayer ausschließlich über den Preis das eigene Wachstum forciert. Das macht sie angreifbarer.


In den Märkten, in denen wir stationär und online präsent sind und uns neben einem wettbewerbsfähigen Preisgefüge eben auch auf unsere weiteren Kompetenzen konzentriert haben, sehen wir, dass wir online gut und nachhaltig aufholen. Und dabei haben wir außerdem strukturelle Vorteile, die uns betriebswirtschaftlich in eine deutlich stärkere Lage versetzen als den Onlinewettbewerb. Bei diesem Weg habe ich die notwendige Geduld und werde eben nicht durch Quartalszahlen und Launen des Kapitalmarktes getrieben.

Wird Fressnapf 2020 weitere Onlineshops im Ausland eröffnen?

Seien Sie sicher, dass wir weitere Länder stationär wie online erschließen und uns vor allem auf die großen Länder konzentrieren wollen.

 

Bis 2025 soll Fressnapf zu einer Plattform ausgebaut werden. Wie soll sie aussehen und welche Inhalte wollen Sie dort anbieten?

Auf unserer Plattform verbinden wir Produkte von Fressnapf, aber auch von dritten Anbietern, Services und Dienstleistungen sowie Beratung, Informationen und Inhalte, um Heimtierhaltung einfacher, besser und glücklicher zu machen.


Wie das genau aussieht, entscheidet unser Kunde. Denn wir fokussieren uns auf die Themen, die aus Sicht unserer Kunden besonders relevant sind. Der weitere Vorteil ist, dass wir in unserem Ökosystem ja nicht alles selbst entwickeln müssen. Es gibt viele tolle junge Unternehmen aus der Heimtierbranche, die schon heute Bedürfnisse der Tierliebhaber erkannt haben und entsprechende Lösungen anbieten. Denen fehlt es jedoch vor allem an Kundenreichweite und, genau die können wir als Marktführer bieten.

Was erwarten Sie sich von einer Plattform, etwa im Hinblick auf den Wettbewerb mit dem Onlinegiganten Amazon?

Bei unserer Strategie geht es nicht darum, Amazon Wettbewerb zu machen, das wäre vermessen. Ich bin trotzdem überzeugt, dass wir relevante Themen der Tierhaltung besser lösen werden und damit den Bedürfnissen unserer Kunden auch gerechter werden. So bieten wir als relevante Experten den großen Generalisten wie Amazon  auch künftig die Stirn.

Stellt die für 2021 geplante App eine erste Etappe zu einer Plattform dar?

Sie wird mit Sicherheit eine weitere Visitenkarte für unsere künftigen digitalen Themen sein.

Ist auch vorgesehen, dass auf Ihrer Plattform Drittanbieter ihre Waren und Dienstleistungen anbieten?

Natürlich wollen wir auf unserer Plattform mit Kooperationspartnern und Drittanbietern arbeiten. Es bietet sich doch geradezu an, sämtliche für unsere Kunden relevanten Produkt- oder Dienstleistungsangebote nicht zwingend selbst zu entwickeln. Von daher freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit vielen tollen, innovativen Unternehmen in der Heimtierbranche.

Fressnapf ist unumstrittener Marktführer im europäischen Zoofachhandel. Was motiviert Sie persönlich, sich immer noch so stark für den Erfolg Ihres Unternehmens einzusetzen?

Ich weiß, dass die laufende Transformation meine größte, bedeutendste und vermutlich auch teuerste Aufgabe in der Unternehmensgeschichte ist. Mir kann heute keiner sagen, was es am Ende genau gekostet hat und auch nicht, was es genau bringen wird. Allerdings glaube ich so sehr an unsere Unternehmensstrategie, an unsere Fressnapf-Challenge, dass wir gemeinsam mutig und eben auch anders dieses Risiko eingehen werden. Damit lasse ich mich auf ein weiteres großes Abenteuer ein, Fressnapf nach 30 Jahren noch einmal komplett neu zu erfinden.


Das mache ich, weil ich vielen tollen Menschen und Talenten vertraue, die tagtäglich leidenschaftlich arbeiten und viele Dinge besser können als ich. Diese Menschen bei Fressnapf zu entwickeln und ihren Wandel eng zu begleiten, macht einen riesigen Spaß und so freue ich mich auf das neue Fressnapf. Genau deshalb bin ich vor 30 Jahren Unternehmer geworden, ich will schließlich etwas unternehmen.

|26.02.2020 | 13:26

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