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Handel: Zierfischhandel - Der Preis bestim den Fisch

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 Handel
Ziefischhandel Der Preis bestimmt den Fisch Darf man eigentlich mit lebenden Tieren handeln und Gewinne machen? Im Zoofachhandel ist das legitim, aber auch eine Reihe von Personen und Unternehmen, die den Zoofachhandel nicht repräsentieren, tummeln sich auf dem Markt
Steffen Rothe
Seit Jahrzehnten schon beobachten wir Zoofachhändler, wie gerade bei lebenden Tieren die Preise verfallen, wie die Qualität der Tiere diesen kaum noch Überlebenschancen im Aquarium ermöglicht, wie Fische aus Teichaufzuchten in Übersee in Glasbecken verfrachtet werden und wie es bei dem Handling immer unabkömmlicher wird, die Dienste hochspezialisierter Tierärzte in Anspruch zu nehmen. Und das alles nur, weil wir es augenscheinlich verlernt haben, dass lebende Tiere Lebewesen sind, die im weiteren und im engeren Sinne uns anvertraut sind und dass wir für ihre artgerechte Haltung eintreten müssen. Aber für viele scheint es heute einzig relevant zu sein, den Handel mit lebenden Tieren ausschließlich über Niedrig-preise abzuwickeln. Mancher Tiergroßhändler spricht davon, dass er sich täglich prostituieren muss, nur um am Markt bestehen zu können. Dass Einkaufsgemeinschaften Vorab-Rabatte beim Einkauf von lebenden Tieren regelrecht einfordern, noch ehe das Geschäft überhaupt zustande kommt. Was das nach sich zieht, erleben wir Zoofachhändler täglich: Transshipper kommen in den Markt und wickeln Geschäftsvolumina ab, von denen mancher Großhändler nur noch träumt. Und die Fische brauchen Medikamente, damit sie nicht gleich sterben und das Elend hat System und Struktur. Börsen sind zusätzlich ein Markt am Zoofachhändler vorbei, von diversen "Gewerbeschein-Inhabern" mal ganz zu schweigen. Aber mal ganz ehrlich: Brauchen wir solche Strukturen, die sich damit arrangieren und ihren Gewinn auf diese Weise abschöpfen?
Unser Markt braucht zu aller erst wieder eine saubere Moral. Das ist es, was wir tun müssen, noch ehe wir voller Elan loslegen. Wenn ein Züchter Tiere züchtet, in die er vier bis fünf Monate investiert, ehe er sie verkaufen kann, die dann aber Spitzenqualität aufweisen, dann bietet er uns eine Chance, uns selbst und unser Geschäft zu profilieren. Viele aber sind nicht bereit, genau das zu honorieren: "Ein Fisch und stets der gleiche Endpreis" ­ so die entsprechende Devise. Ein Transshipper bietet Ihnen zum Beispiel Platy zum Preis von 50 Cent an. Er bezahlt selbstverständlich nicht soviel und profitiert aus der Differenz zu ihrem Preis. Sein Handling ist dann dergestalt…
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