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"Daten sind das neue Gold"

Fressnapf

Auch in den stationären Märkten kann man erkennen, dass das digitale Zeitalter bei Fressnapf begonnen hat.

Die digitale Zukunft hat bei Fressnapf längst begonnen. Im Mittelpunkt steht eine Art Marktplatz, womit die Handelsgruppe ihre Kunden noch stärker an sich binden will.

Der Wettbewerb in der Heimtierbranche wird härter, das bekommt auch Fressnapf zu spüren. Fressnapf müsse deshalb im täglichen Geschäft digitaler, technologie- und vor allem datenbasierter agieren, betonte Gründer und Inhaber Torsten Toeller schon vor zwei Jahren auf der International Pet Conference in Budapest. Inzwischen treibt Fressnapf die Internationalisierung des Onlineshops mit verstärktem Tempo an. So gingen 2019 Onlineshops in Polen und Österreich an den Start. 2025 will dann die Handelsgruppe im Netz der Marktplatz rund ums Heimtier sein. Dafür sollen die stationären Geschäfte, das Shopsystem, innovative Produkte, analoge und digitale Serviceleistungen und viel Content rund ums Heimtier ein geschlossenes Ganzes ergeben. Sogar von einem Ökosystem ist die Rede, das für alle Probleme von Heimtierhaltern eine Antwort bietet. Die Vermittlung von Tierärzten oder von Dienstleistungen wie Hundefriseure und eines Gassi-Geh-Services soll ebenso möglich werden wie eine digitale Ernährungsberatung für Heimtiere. Auch dass Drittanbieter auf dem Marktplatz mit ihren eigenen Produkten das Sortiment von Fressnapf abrunden können, ist für Europas führende Zoofachhandelskette kein Tabu mehr.

Neue Dynamik fürs Business

Dazu ist allerdings eine Art IT-Gesamtarchitektur notwendig, an der Fressnapf fieberhaft arbeitet. Verkaufsfördernde Maßnahmen wie etwa Handzettel für die Märkte, Online-Kampagnen oder kundenspezifische Marketingaktionen sollen in Zukunft mit Hilfe von IT global vereinheitlicht bzw. beschleunigt werden. Das automatisierte Kampagnen-Management gilt als wichtiger Teil der so genannten Challenge. Doch allein bei Prozessoptimierungen soll es nicht bleiben.


Wichtigstes Ziel von Fressnapf ist es, künftig die Kunden bei allen Maßnahmen in den Mittelpunkt zu stellen. Auf der Basis von Daten, die Fressnapf etwa durch ein mit Sensoren ausgestattetes Sensorhalsband von den Heimtieren seiner Kunden sammelt, soll dem Business von Fressnapf in Zukunft eine ganz neue Dynamik verliehen werden. Man denke etwa an Futterempfehlungen auf Basis biometrischer Daten. Torsten Toeller verschweigt nicht, dass der Aufbau der Plattform teuer wird: Von 20 bis 30 Millionen pro Jahr ist die Rede. Andererseits bleibt Fressnapf auch gar nichts anderes übrig, als auf Offensive zu schalten, nachdem die Fachhandelskette bei den im Onlinehandel erwirtschafteten Umsätzen gegenüber Wettbewerber Zooplus bald schon hoffnungslos in Rückstand geraten ist. Mit einer App, die den Kunden voraussichtlich Anfang 2021 angeboten werden soll, will Fressnapf ein erstes Ausrufezeichen setzen."Daten sind das neue Gold", erklärte Torsten Toeller und sucht sich externe Partner, mit denen die Fressnapf-Challenge in trockene Tücher gebracht werden soll. Da ist zum Beispiel die Firma QSC in Köln, die im Frühjahr letzten Jahres mit der Migration der SAP-Systeme und weiterer IT-Lösungen von Fressnapf in die Cloud beauftragt wurde. Zum Aufbau einer digitalen Plattform arbeitet die Krefelder Handelskette mit IBM iX, der globalen Digitalagentur unter dem Dach von IBM, zusammen. Eine wichtige Aufgabe soll auch der Ausbau digitaler Tools für Mitarbeiter und Kunden sein. Ein Beispiel ist der digitale Mitarbeiterassistent MIA, der sowohl auf mobilen Endgeräten im Geschäft als auch im Backoffice genutzt werden kann.




Plattformökonomie im Aufwind

Handelsexperten sehen den Ansatz von Fressnapf grundsätzlich positiv. Der EHI-Online-Experte Lars Hofacker etwa sagte in einem Interview: "Es geht darum, möglichst maßgeschneiderte Lösungen für die Probleme der Kunden zu bieten. Da können die großen Generalisten wie Amazon bislang noch nicht mithalten." Und Fressnapf ist mit seinem Ansatz nicht alleine: Auch andere Unternehmen wie etwa Real oder die Parfümeriekette Douglas arbeiten ebenfalls an der Schaffung von Plattformen.

|26.02.2020 | 11:55

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