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Bedrohung für den Heimtiermarkt

Zoofachhändler sind Kummer gewöhnt: Tierrechtler fordern das Verbot der Heimtierhaltung, es gibt die Gefahr einer Zoonose, und die Anforderungen an die Haltung der Tiere steigen ständig. Tierarzt Dr. Rolf Spangenberg sieht aber noch eine andere Bedrohung auf den Handel zukommen.
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Dass sich ein Zoofachhändler im Alltag mit allerlei Problemen zu Themen wie artgerechter Haltung und Diskussionen über die Preise für Käfige, Gehege und Aquarien herumzuschlagen hat, das wird Ihnen als Händler nicht neu sein. Doch der Heimtiermarkt sieht sich einer Bedrohung gegenüber, gegen die alle bisherigen Probleme zu vernachlässigen sind. Es ist der vielfach beklagte Hang der vorwiegend jugendlichen Kunden zu elektronischen Kommunikationsspielereien. Wo sind die seligen Zeiten geblieben, in denen Kinder nur ein Handy besaßen? Heute hat man doch mindestens deren drei, mit unterschiedlichen Nummern. Nicht zu reden von den vielen verschiedenen Tablets. Daraus entsteht dann ein nur allzu gewohnt gewordener Anblick: Jugendliche sitzen beieinander und plaudern per Kurznachrichten mit anderen, die weit entfernt sind. Doch wie passt das zur fürsorglichen Heimtierhaltung? Wer sollte sich noch Tiere anschaffen und pflegen? Ist die Zielgruppe auf ältere Personen geschrumpft, denen die Elektronik zu kompliziert erscheint? Ganz gewiss nicht, denn diese Herausforderung ist auch ein Chance. Jugendliche haben Geld Zunächst eine nüchterne Analyse: Am Anfang steht das Geld. Denn die Jugendlichen haben heutzutage sehr viel Geld zur Verfügung. Nur die Minimal-Ausstattung an Elektronik kostet mehr als ein vernünftiges Kleinsäuger-Gehege oder ein reich ausgestattetes Aquarium mit entsprechenden Tieren. Dennoch verträgt sich die Beschäftigung mit der Elektronik eigentlich wunderbar mit der Tierhaltung. Anstatt Alltagsszenen ins Internet zu stellen, macht es sich doch viel besser, die eigenen Tiere einem großen Freundeskreis zugänglich zu machen, wie ihn nur das Internet bietet. Damit kann man auch nicht unabsichtlich in peinliche Situationen geraten. Doch der Haupttrumpf: Was ist schon ein seelenloses Elektronik-Spielzeug gegen ein gut gehaltenes und gepflegtes Heimtier? Sicherlich zeigen Sie in Ihrem Geschäft viele Beispiele für geeignete Tiere in einer ansprechenden Umgebung. Die Interaktionen mit Artgenossen, die ständig wechselnden Situationen, die Freundschaften, vielleicht sogar das Abenteuer der Zucht. Das kann die Elektronik nicht bieten. Bestenfalls lässt sich beides miteinander verbinden. Engagierte Heimtierhaltung, die mit den modernen Medien verbreitet wird. Doch trotz der positiven Aspekte: Auf den Heimtiermarkt rollt eine gewaltige Herausforderung zu. Der Elektronikladen an der nächsten Ecke kann für Sie zur ernsten Konkurrenz werden. Download: Bedrohung für…
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