Vor gut einem Jahr im Februar 2025 brachte das inhabergeführte Familienunternehmen Marsapet mit 24 Mitarbeitern aus Swisstal mit seinem Marsavet MicroBell das nach eigenen Angaben weltweit erste Hundetrockenfutter auf Basis mikrobieller Proteine auf den Markt. Es folgten Snacks und im November dasselbe Konzept als Nassfutter.
Die besondere Machart beruht auf einer laut Unternehmen revolutionären Proteinquelle, die gemeinsam mit dem Biotech-Unternehmen Calysta entwickelt wurde. Das Protein soll bioidentisch zu tierischem Eiweiß sein, alle essenziellen Aminosäuren liefern und eine optimale Nährstoffversorgung gewährleisten. FeedKind Pet, so der Name des Proteins, wird mithilfe des natürlich vorkommenden Bakteriums Methylococcus capsulatus (Bath) durch Fermentation mit Methan gewonnen – ähnlich wie bei der Herstellung von Sauerkraut, Sojasauce, Joghurt oder Sauerteig.
Rückblick: Die Marsapet GmbH wurde 2015 gegründet, kann aber auf deutlich mehr Erfahrung verweisen. „Mit der Marke Bellfor verfügen wir über mehr als 25 Jahre Expertise in der Entwicklung hochwertiger Tiernahrung.“, berichtet Inhaber Marcel Hoffmann. Zum Sortiment gehören neben der Katzenfuttermarke I love my cat sowie den Aquaristik- und Teichmarken Ki-Ja-Ko und Aquaris vor allem Bellfor-Hundefutter als Hauptmarke, außerdem Pflegeprodukte und Nahrungsergänzungsmittel der Marken Bellfor, I love my cat und Marsavet – letztere entstehen alle am Standort Swisstal.
Bellfor bietet im Bereich Trockenfutter zwei zentrale Linien an: die getreidefreie Landschmaus-Serie als klassisch extrudiertes und kaltgepresstes Trockenfutter sowie die glutenfreie Pur-Serie. Innerhalb der Landschmaus-Reihe finden sich mehrere Produkte auf Insektenbasis, abgestimmt auf unterschiedliche Lebensphasen und Größen. Weitere Varianten wie Naturfarm-Schmaus und Naturgut-Schmaus richten sich an Hunde mit speziellen Fütterungsanforderungen.
Mit diesen Marken ist Marsapet besonders im Ausland erfolgreich. Auch in Deutschland und Europa arbeitet das Unternehmen mit zahlreichen Vertriebspartnern zusammen – darunter Großhändler, Einzelhändler, Tierärzte und Tiertherapeuten sowie Kompetenzzentren und spezialisierte Fachgeschäfte. Seit dem 1. Januar ist Marsapet zudem bei der Zooma gelistet, nachdem die MicroBell-Produkte das Interesse des Fachhandels geweckt hatten.
Bereits vor zehn Jahren begann Hoffmann, Insektenproteine des Partners Protix zu verwenden. „Wir waren auch die ersten, die Hundefutter auf Insektenbasis gemacht haben“, sagt er. Inzwischen zählt das Sortiment über 50 insektenbasierte Produkte – für Marsapet längst selbstverständlich.

Hochwertige Produkte
Im September 2022 zog das Unternehmen von Bornheim in das neue Gebäude in Swisstal, vor den Toren Bonns. Vor vier Jahren stieß Vertriebsleiter Bert Fuhrmann dazu. Gemeinsam mit ihm beschloss Hoffmann, sich wieder stärker auf den deutschen Markt zu konzentrieren – das Ergebnis: MicroBell. Nachdem das Trockenfutter im Handel gut anlief, folgte die Entwicklung eines fleischlosen Nassfutters. „Die größte Herausforderung lag in der Produktion – insbesondere darin, eine stabile Konsistenz zu erzielen“, erinnert sich Fuhrmann. Nach intensiver Entwicklung und zahlreichen Tests gelang der Durchbruch.
„Ein Nassfutter zu kreieren, bei dem Festigkeit, Textur, Optik und Akzeptanz stimmen, war nicht einfach – es wurde nächtelang daran getüftelt“, erinnert sich Furhmann. Dabei legt Marsapet großen Wert auf wissenschaftliches Arbeiten und Studien, um hochwertige Produkte zu entwickeln. „Wir sind einfach stolz auf das, was wir hier geschaffen haben.“
Da FeedKind aus ernährungsphysiologischen Gründen im Nassfutter nicht so hoch dosiert werden kann wie im Trockenfutter und Hoffmann und Fuhrmann Soja, Erbsen sowie chemische Stabilisatoren vermeiden wollten, setzten sie stattdessen auf eine Pilzmischung – eine ebenfalls hochwertige Proteinquelle mit natürlichem Umami-Geschmack. Für den Fachhandel soll es künftig ergänzende Beratungskonzepte geben, um das Thema am Point of Sale zu unterstützen.
„Alternative Proteine müssen genauso erschwinglich werden wie Fleisch“, betont Fuhrmann. „Damit sich das ändert, müssen auch andere Unternehmen mitziehen. Marsapet allein kann das nicht stemmen“, ergänzt Hoffmann. Das Ziel: Produkte, die preislich auf dem Niveau anderer Premiumsorten liegen, um die Akzeptanz bei Endkund:innen zu erhöhen.
Und wie geht es weiter? Neben dem extrudierten MicroBell soll bald auch eine kaltgepresste Variante folgen. „Ein schönes Projekt“, blickt Fuhrmann voraus. „Wir haben schon Interessenten – und viele weitere Ideen. Aber eins nach dem anderen!“
Oliver Mengedoht













