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Eine Branche im Umbruch

Das Geschäft mit Heimtierprodukten ist im zurückliegenden Vierteljahrhundert ständig gewachsen. Gleichzeitig haben immer mehr branchenfremde Handelsgruppen den Heimtierbereich entdeckt – nicht immer zum Nutzen der Branche 

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1979 ist der Pet-Zoo-Report, der Vorläufer des pet-Fachmagazins, erstmals erschienen. Es war damals noch eine vergleichsweise ruhige Zeit in unserer Branche. Baumärkte hatten damals noch kein Interesse an Heimtierprodukten. Franchiseketten wie Fressnapf und Futterhaus kannte man noch nicht. Lebensmittel-Discounter wie Aldi konzentrierten sich damals noch auf ihr Kerngeschäft. Begriffe wie Premium-Futter und Life-Cycle-Komponenten waren auf dem deutschen Markt ebenso unbekannt wie Single-Serve-Produkte oder Multi-Pack-Aktionen.
Der Zoofachhandel erwirtschaftete Ende der 70-er Jahre noch jährliche Umsatzzuwächse von 5 Prozent und mehr. Horst Brustmann wurde 1979 gerade zum Vorsitzenden des Messeausschusses der Wirtschaftsgemeinschaft Zoologischer Fachbetriebe gewählt. Und die Expozoo in Paris, heute eine anerkannte internationale Fachmesse, öffnete im gleichen Jahr erstmals die Pforten.
Neue Zeiten – alte Themen
In unserer Branche herrschte schon damals Bewegung. Viele Zoofachhändler zeigten sich in den 70-er und 80-er Jahren besorgt über die anhaltende Expansion des Warenhauskonzerns Karstadt im Zoobereich. Die Interzoo, die damals noch in Wiesbaden stattfand, meldete bereits Aufsehen erregende Rekordzahlen und verbuchte eine zunehmende Beteiligung internationaler Unternehmen. Kleintiere starteten in den 80-er Jahren ihre Karriere als eine der beliebtesten Heimtierarten überhaupt.
Vieles, was die Branche heute bewegt, beherrschte schon die Diskussionen vor 20 Jahren. So beklagte sich etwa Joachim Braun, damaliger Vorsitzender des Landesverbandes Hessen im ZZF, 1985 über „Lager-Preise“ eines Abholmarktes, die „mit dem Wort Dumping schon gar nicht mehr zu beschreiben sind“. Auch über Preisverhau bei Lebendtieren wurde Anfang der 80-er Jahre lamentiert. Doch an Brisanz gewannen die Diskussionen über Dumping und Niedrigpreise erst in den 90-er Jahren, als in der deutschen Heimtierbranche ein tiefgreifender Strukturwandel einsetzte, der heute noch im Gange ist und vielen, auch etablierten Zoofachhändlern die Existenz kostete.
Tiefgreifender Strukturwandel
Ein schicksalhaftes Datum in diesem Prozess war der 18. Januar 1990. An diesem Tag eröffnete ein junger Mann namens Torsten Toeller in Erkelenz bei Düsseldorf den ersten Fressnapf-Markt. Keiner in der Branche, er sicherlich inbegriffen, dürfte damals geahnt haben, dass dies der Startschuss für die Entstehung von Europas heute größter Fachhandelskette mit inzwischen ca. 600 Märkten gewesen ist. Lange Zeit wurde das…
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