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Vor allem den Handel mit Terrarientieren würde eine Einschränkung des Wildtierhandels treffen. Foto: Pixabay, Prexels
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Zankapfel Wildtier­handel

Um den Handel mit Wildtieren ist ein Streit zwischen Heimtier­verbänden und Tierschutzorganisationen entbrannt.
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Seit einigen Monaten erhöhen führende deutsche Tierschutzorganisationen den Druck auf den Wildtierhandel. Bestätigt fühlen sie sich nun durch das Ergebnis einer im Februar durchgeführten Umfrage in sechs europäischen Ländern. Auftraggeber waren die beiden Tierschutzorganisationen Eurogroup for Animals und AAP Animal Advocacy and Protection. Danach unterstützen 94 Prozent der Deutschen eine strengere Regulierung des Handels mit exotischen Haustieren. 86 Prozent seien der Meinung, dass exotische Tiere überhaupt nicht als Haustiere gehalten werden sollten. Der Deutsche Tierschutzbund und Pro Wildlife kritisieren vor allem, dass die EU-Kommission keinerlei Vorkehrungen treffe, den Handel mit Wildtieren strenger zu regulieren.
Die Heimtierbranche hält dagegen und will die Argumente der Tierschutzgruppen so nicht unwidersprochen stehen lassen. Gleich mehrere internationale Heimtierverbände wehren sich in einem offenen Brief gegen Aufrufe von Nichtregierungsorganisationen zur Beendigung des Handels mit Wildtieren. "Seit Jahrzehnten werden lebende Tiere erfolgreich zwischen Ländern gehandelt. Hierfür gelten strenge Regeln, die regelmäßig überprüft und ggf. angepasst werden, um die Gesundheit von Mensch und Tier zu schützen", betonen die Verbände, zu denen auch der ZZF, die EPO und die amerikanischen Organisationen Pijac USA und Pijac Kanada gehören.
Die Unterzeichner des offenen Briefes betonen, dass der legale Handel mit lebenden Tieren für viele Millionen Menschen eine wichtige Voraussetzung darstelle, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Vor allem in armen Ländern, in denen die sozialen Sicherungssysteme nur schwach entwickelt sind, sei dies der Fall.
Nach Ansicht dieser Verbände nutzen Nichtregierungsorganisationen die in Zeiten der Corona-Krise entstandene Beunruhigung, um "langjährige politische Kampagnen für ein Verbot des Wildtierhandels voranzutreiben". Die Autoren des offenen Briefes betonen allerdings, dass auch sie die nicht nachhaltige Nutzung von und den illegalen Handel mit Wildtieren beenden möchten: "Wir sind bereit, mit Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und anderen Interessengruppen zusammenzuarbeiten, um realistische, wissenschaftlich untermauerte und evidenzbasierte Lösungen zu finden."
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