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Analyse

Quo vadis, Aquaristik?

Fast schien es so, dass die Aquaristik ihren Aufwärtstrend aus der Coronapandemie auch durch das laufende Jahr gerettet hat. Doch nun machen Energiekrise, Kostensteigerungen und Kaufzurückhaltung der Branche zu schaffen.
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Die Coronapandemie im Frühjahr 2020 hat nicht nur das Leben vieler Menschen angesichts von Homeoffice und kaum noch Freizeitaktivitäten völlig auf den Kopf gestellt. Auch in der Aquaristikbranche meldeten Fachhändler, Lieferanten und Markterhebungen bis dato völlig ungewohnte Umsatzanstiege. Große Aquarien­sets jenseits der 500-Liter-Klasse hatten plötzlich wieder Hochkonjunktur. Auch im Folgejahr setzte sich der Trend zunächst fort, bis sich das Wachstum der Aquaristik­branche angesichts neuer Urlaubsreisen und Restaurant­besuche langsam wieder normalisierte.

Die Aquaristik darf für die neuen Aquarianer keinen großen Aufwand mehr bedeuten. 
Heiko Blessin, JBL

Doch wer waren nun die zahlreichen, neuen Aquarianer? Auf jeden Fall waren es viele junge Leute und Familien, die wahrscheinlich vor allem im Internet auf die Zierfischhaltung gestoßen sind und es cool fanden, sich ein eigenes Aquarium zuzulegen. So berichtete Ramin Danaei, Geschäftsführer Kölle Zoo, in einem Interview über die Aquarienkunden in seinen Filialen: „Das Spektrum reicht von begeisterten Kindern, Teenagern und jungen Leuten, die gerade anfangen oder schon seit Jahren dabei sind, bis hin zu echten Aquarien-Veteranen im fortgeschrittenen Alter und Familien, die es sich zu Hause einfach nur schönmachen wollen.“ Und dieser Trend beschränkte sich bei weitem nicht alleine auf den deutschen Markt.

Mit großen Schauflächen zeigen Fachhändler, wie sich die Aquaristik im Wohnraum einfügt.
Mit großen Schauflächen zeigen Fachhändler, wie sich die Aquaristik im Wohnraum einfügt.

Ein Blick auf die Fediaf-Zahlen zeigt heute erhebliche Unterschiede in den einzelnen europäischen Ländern. Während in Deutschland ein konstanter Aufwärtstrend mit recht kleinen Schritten ab 2020 zu verzeichnen war, errechnete die Fediaf für Groß­britannien einen enormen Sprung von fast vier Millionen neuen Aquarien. Ebenso erstaunlich sind die Zahlen für die Schweiz, wo sich die Zahl der Aquarien von einem Jahr auf das andere fast vervierfachte.

Doch mit den neuen Aquarianern haben sich auch die Ansprüche und Zielgruppen ge­ändert: „Bei der Aquarienpflege und auch bei der Fütterung der Aquarien­fische ist eine Zweiteilung der Kundschaft immer deutlicher zu beobachten: Die einen sind reine Aquarienbesitzer, keine Aquarianer, für die das Aquarium eine Schmuckfunktion übernimmt“, berichtet JBL-Marketingleiter Heiko Blessin. Er weiß, dass die Aquaristik für die neuen Aquarianer keinen großen Aufwand mehr bedeuten darf. „Wasser­tests sind unangenehm und die dürfen, wenn es unbedingt sein muss, der Fachhändler für sie…

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