Bei der feierlichen Eröffnung von links: Daan Bernards (Werksleiter Bewital Weihai), Pico Petershagen (Geschäftsführung Bewital Unternehmensgruppe), Luis Duan (Geschäftsführer Mega petfood), Dr. Jürgen Wigger (Geschäftsführung Bewital Unternehmensgruppe und Bewital Petfood), Guang Defu (ehem. Botschafter China bei UN für Agri- und Lebensmittelsicherheit), Zhang Yunpeng (stellv. Verwaltungsleiter Weihai), Mr. Meng (Leiter Veterinäramt) und Qu Bo (Leiter Freihandelszone Weihai).
Bei der feierlichen Eröffnung von links: Daan Bernards (Werksleiter Bewital Weihai), Pico Petershagen (Geschäftsführung Bewital Unternehmensgruppe), Luis Duan (Geschäftsführer Mega petfood), Dr. Jürgen Wigger (Geschäftsführung Bewital Unternehmensgruppe und Bewital Petfood), Guang Defu (ehem. Botschafter China bei UN für Agri- und Lebensmittelsicherheit), Zhang Yunpeng (stellv. Verwaltungsleiter Weihai), Mr. Meng (Leiter Veterinäramt) und Qu Bo (Leiter Freihandelszone Weihai).

Bewital

Erster Meilenstein

Bewital eröffnet ein erstes Werk in China – als Beginn einer längeren Reise – und produziert dort Nassfutter. Eine Verlagerung aus Deutschland ist damit nicht verbunden.

In Weihai in der chinesischen Provinz Shandong hat Bewital ein Werk für Nassfutter eröffnet. Gefertigt wird ausschließlich für den chinesischen Markt – gemeinsam mit dem Distributor Megapet und nach acht Jahren Vorlauf.

Für die Bewital Unternehmensgruppe aus Südlohn-Oeding ist es eine Premiere: Mit dem Werk in Weihai produziert das Familienunternehmen erstmals außerhalb seines Stammsitzes im Münsterland. Eröffnet wurde der Standort in der ostchinesischen Provinz Shandong Mitte August in Anwesenheit von mehr als 200 Gästen aus ganz China, berichtete Bewital in einer Pressemitteilung. Dazu zählten Vertreter der Stadtverwaltung, des Veterinäramts und der örtlichen Freihandelszone; eine Rede hielt Guang Defu, ehemaliger Botschafter Chinas bei den UN-Organisationen für Landwirtschaft und Ernährung.

Gefertigt wird in Weihai ausschließlich Feuchtnahrung für Hunde und Katzen, und ausschließlich für den chinesischen Markt. Partner ist Megapet aus Shenzhen: Der Distributor hält seit 2019 die exklusiven Vertriebsrechte für die Bewital-Marken in China und ist nach Angaben der beteiligten Berater an der eigens gegründeten Betreibergesellschaft Bewital Pet Food Shandong Co. Ltd. beteiligt.

Den Ausschlag für die Investition gaben zwei gegenläufige Entwicklungen. „Die Nachfrage nach unseren Produkten in China entwickelt sich seit Jahren sehr positiv. Gleichzeitig wurden die Ausfuhr aus Deutschland und die Einfuhr nach China zunehmend schwieriger“, sagt Geschäftsführer Dr. Jürgen Wigger. Mit einem eigenen Werk wolle man vor Ort verlässlich expandieren können. Worin genau die Erschwernisse bestehen – Zulassungsverfahren, Zölle, Registrierungspflichten –, führt das Unternehmen nicht aus.

Belege für die Nachfrage liefert Bewital über Auszeichnungen des Handels: 2025 kürte der Onlinehändler JD.com Leonardo zur am schnellsten wachsenden importierten Katzenfuttermarke. Nach Angaben der Münchner FE Beteiligungsgesellschaft, die das Projekt über Jahre begleitet hat, wurden Leonardo und Belcando 2024 und 2025 zudem jeweils als beste Importmarke des Landes prämiert. Umsatzzahlen für das Chinageschäft nennt Bewital nicht.

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Das Werk wurde nach nur einem Jahr Bauzeit eröffnet. (Quelle: BEWITAL petfood)

Acht Jahre Vorbereitung

Der Weg nach Weihai begann 2018. Damals beauftragte Bewital die FE Beteiligungsgesellschaft, die von München und Shanghai aus deutsche Mittelständler in China begleitet, mit der Suche nach Vertriebspartnern. Nach Testaufträgen fiel die Wahl 2019 auf Megapet; im selben Jahr wurde eine FE-Mitarbeiterin in Südlohn geschult, die seither Vertrieb und Marketing für Bewital in China koordiniert.

2023 entschieden Bewital, FE und Megapet, eine eigene Feuchtnahrungsfertigung aufzubauen. FE bewertete mögliche Standorte, Bewital übernahm den technischen Aufbau, FE die Gründung der chinesischen Gesellschaft. 2025 folgten Geschäftslizenz, Einzahlung des Stammkapitals durch die drei Gesellschafter sowie Kauf und Installation der Anlagen. Als 20-Prozent-Gesellschafterin trug FE die Aufbauphase mit und verkaufte ihre Anteile mit dem Produktionsstart 2026 an Bewital. Das Exportgeschäft und das Marketing für Belcando und Leonardo betreut FE nach eigenen Angaben weiter.

Der Bau selbst ging erstaunlich schnell: „Die Realisierung des Werkes inklusive der Genehmigung, Bestellung der Maschinen und Inbetriebnahme hat weniger als ein Jahr gedauert“, hebt Jan Philip „Pico“ Petershagen aus der Geschäftsleitung hervor. Ein Jahr zuvor hatte Projektleiter Daan Bernards, der das Werk heute leitet, mit einem deutsch-chinesischen Team Planung und Genehmigungen durchgeführt.

Das Werk verfügt laut Bewital über moderne Anlagen und einen hohen Automatisierungsgrad. Bis zum Jahresende sollen dort rund 50 Mitarbeitende arbeiten. Angaben zu Investitionssumme, Kapazität und Sortimentsbreite macht das Unternehmen nicht.

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Die Produktion verfügt laut Bewital über moderne Anlagen und einen hohen Automatisierungsgrad. (Quelle: BEWITAL petfood)

„Made in Germany” bleibt

Eine Verlagerung ist mit dem Schritt ausdrücklich nicht verbunden. „In China werden wir ausschließlich für den chinesischen Markt produzieren. In allen anderen Märkten sollen unsere Marken Belcando und Leonardo auch weiterhin für ‚Made in Germany’ stehen“, betont Bernd van der Linde, Geschäftsführer der Bewital Petfood. Auch in China will das Unternehmen weiterhin Ware aus deutscher Produktion anbieten, soweit die regulatorischen Rahmenbedingungen es zulassen; deutsches und chinesisches Sortiment sollen sich ergänzen.

Parallel investiert die Gruppe am Stammsitz. „2026 ist für uns ein bedeutendes Wachstumsjahr, nicht nur in China“, so Wigger. Als Beispiel nennt er den laufenden Ausbau von Werk 6 in Südlohn-Oeding. Für Petershagen ist Weihai denn auch kein Abschluss: Er bezeichnet die Eröffnung als „ersten Meilenstein einer deutlich längeren Reise“. Wohin diese führt, lässt die Geschäftsleitung offen.

Die Bewital-Gruppe

Die Bewital-Unternehmensgruppe vereint mit Bewital Agri, Bewital Petfood und dem Logistikdienstleister Westrans drei Gesellschaften. Nach FE-Angaben erzielte sie 2025 einen Umsatz von 280 Mio. Euro; das Unternehmen  gibt über 620 Mitarbeitende und Kunden in mehr als 60 Ländern an. Größter Geschäftsbereich ist die Heimtiernahrung.

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