Die Agravis Raiffeisen AG hat auf ihrer digitalen Bilanz-Pressekonferenz am 18. März die endgültigen Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentiert. Das Fazit: erneut solide. Der Konzernumsatz lag bei 8,4 Mrd. Euro – trotz eines niedrigeren Preisniveaus auf stabilem Level gegenüber dem Vorjahr (8,5 Mrd. Euro). Das Ergebnis vor Steuern stieg auf 70,1 Mio. Euro, nach 65 Mio. Euro im Jahr zuvor.
„Wir sind erneut zukunftssicher, stabil und verlässlich unterwegs”, betonte der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler. Finanzvorstand Hermann Hesseler ergänzte: Mit diesen Kennzahlen bekenne sich die Agravis klar zu ihrer genossenschaftlichen Verantwortung. Die Eigenkapitalbasis wurde um 36 Mio. Euro auf 728 Mio. Euro ausgebaut; die Eigenkapitalquote stieg auf 32,3 Prozent und liegt damit weiterhin über der intern wichtigen 30-Prozent-Marke. Gleichzeitig wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten weiter reduziert.
Mit 81,4 Mio. Euro investierte der Konzern erneut oberhalb der Abschreibung – vor allem in moderne Infrastruktur und digitale Systeme. Für 2026 plant die Agravis einen Umsatz von über 8 Mrd. Euro und ein Ergebnis vor Steuern von wiederum 70 Mio. Euro.
Rund ein Viertel des Rausverkaufs im Tierbereich
Für die Heimtierbranche ist vor allem der Blick in die Sparte Märkte aufschlussreich, denn über die Raiffeisen-Märkte läuft auch das Endkundengeschäft mit Heimtier- und Wildvogelfutter. Hier musste der Konzern einen leichten Umsatzrückgang auf 313 Mio. Euro hinnehmen (minus 2,6 Prozent gegenüber 321 Mio. Euro im Vorjahr). Als Hauptursachen nennt das Unternehmen anhaltende Konsumzurückhaltung, Witterungseinflüsse auf das Gartensegment sowie die schwache Baukonjunktur.
Im Rausverkauf – also dem Endkundengeschäft in den Raiffeisen-Märkten – entfällt auf den Tierbereich inklusive Heimtier und Wildvogelfutter ein Umsatzanteil von rund 24 Prozent, ähnlich wie im Vorjahr. Die Umsätze lagen dabei knapp unter dem Vorjahresniveau. Positiv hervorzuheben ist dagegen die Entwicklung im Onlinehandel: Der Umsatz auf raiffeisenmarkt.de legte um 45 Prozent zu. Die Omnichannel-Strategie wurde konsequent fortgeführt, und zwei Genossenschaften mit insgesamt 15 Raiffeisen-Märkten traten der Terres-Kooperation bei – die nun mehr als 500 teilnehmende Märkte zählt.
Wachstumsambitionen im Süden
Ein strategischer Schwerpunkt der Agravis ist der Ausbau des genossenschaftlichen Verbundes in Süddeutschland. Bayern und Baden-Württemberg stehen dabei im Fokus. „Der Süden ist wirtschaftlich stark, landwirtschaftlich vielfältig und traditionell genossenschaftlich geprägt", erklärte Dr. Köckler. Viele Genossenschaften dort suchten leistungsfähige Großhandelspartner, die mehr bieten als Tagespreise. Die Agravis versteht sich dabei ausdrücklich als Ermöglicher, nicht als Verdränger: Die Genossenschaft vor Ort bleibe das Gesicht zum Kunden. Im Bereich Märkte beliefert der Konzern nach eigenen Angaben bereits heute über 100 Raiffeisen-Märkte im Süden der Republik.












