Einkommenssteuer senken, Mehrwertsteuer erhöhen: Nach Informationen des Handelsblatts prüft die Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD entsprechende Optionen. Demnach analysiert das SPD-geführte Finanzministerium derzeit die fiskalischen Aspekte einer Anhebung des Mehrwertsteuer von 19 auf 21 Prozent. Eine solche Maßnahme könnte erhebliche Mehreinnahmen für Bund und Länder generieren.
In der Heimtierbranche stößt dieses Szenario jedoch auf deutliche Ablehnung. Der ZZF – Zentralverband der Heimtierbranche warnt vor spürbaren Folgen. „Eine solche Entscheidung würde die Heimtierbranche ins Mark treffen“, erklärte ZZF-Geschäftsführer Gordon Bonnet am 25. März gegenüber pet. Entsprechend klar fällt die Position des Verbands aus: „Von derartigen Plänen halten wir nichts – wir hoffen, dass es nicht dazu kommt.“
Zwar sollen laut Bericht beide Koalitionsparteien die Überlegungen grundsätzlich mittragen, gleichzeitig gibt es parteiintern auch Widerstand. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte später in einer Regierungsbefragung laut Deutschlandfunk angedeutet, dass eine Senkung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für Lebensmittel denkbar sei. Zugleich schloss er eine Anhebung des regulären Satzes nicht aus, etwa zur Finanzierung von Entlastungen bei den Sozialabgaben.
Aus Sicht des ZZF setzt eine Mehrwertsteuererhöhung jedoch ein falsches Signal. „Tierhaltung ist kein Luxus, sondern Teil unserer Gesellschaft“, betonte Bonnet. Eine höhere steuerliche Belastung treffe insbesondere verantwortungsbewusste Tierhalter in einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage. Gleichzeitig stünden Fachhändler bereits unter Margendruck und wären gezwungen, steigende Kosten an die Endkunden weiterzugeben.
Mit einem Branchenumsatz von zuletzt rund 7 Milliarden Euro leiste der Heimtiersektor einen stabilisierenden Beitrag zum Binnenmarkt. Eine Mehrwertsteuererhöhung würde hingegen den Konsum im Alltagssegment zusätzlich belasten. Vor diesem Hintergrund äußert Bonnet auch Zweifel an der politischen Signalwirkung: Angesichts hoher staatlicher Neuverschuldung sei es schwer vermittelbar, die Bevölkerung ausgerechnet bei Gütern des täglichen Bedarfs stärker zu belasten. Eine solche Maßnahme sei „wirtschaftspolitisch fragwürdig und politisch heikel“.














