Der Agravis-Konzern plant eine strategische Neuaufstellung seiner Raiffeisen-Märkte, gab er am gestrigen 6. Mai in der Hauptversammlung des Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehme in der Oldenburger EWE-Arena bekannt. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler sagte dort, er gehe nach den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres davon aus, dass er bei Umsatz und Ergebnis die selbst gesteckten Ziele für 2026 erreichen kann.
Geplant wird mit einem Jahresumsatz von 8,1 Mrd. Euro und einer Bestätigung des Ergebnisses vor Steuern von 70,2 Mio. Euro. „Aktuell liegen wir mit einem Umsatz von 2,7 Mrd. Euro und einem Ergebnis vor Steuern von 13,4 Mio. Euro im Korridor unserer Erwartungen“, berichtete Köckler den Aktionär:innen über den Status mit Stand Ende April. Er bewertete den Jahresabschluss 2025 insgesamt als solide und zukunftssichernd.
„Wir bleiben im Chancenmodus“, so die klare Aussage des Konzernchefs. Gleichwohl stelle sich die Agravis in den kommenden Monaten weiter auf ein forderndes Tagesgeschäft ein. Im Bereich der Raiffeisen-Märkte setzt Agravis auf das starke analoge Geschäft in Verknüpfung mit dem E-Commerce. „Online wie stationär wird es unsere Aufgabe sein, durch angepasste Sortimente Kaufkraftverluste zu kompensieren.“
Mehr Klarheit, Tempo und Qualität

Vor dem Hintergrund von steigenden Kosten, einer schwachen Konjunktur und einer spürbaren Kaufzurückhaltung der Verbraucher:innen will die Agravis ihr Einzelhandelsgeschäft konsequent weiterentwickeln und den Bereich Märkte strategisch neu aufstellen. In dieser Sparte ist die Agravis Großhandelspartner für rund 1.000 Raiffeisen-Märkte bundesweit. Mehr als 500 Märkte sind Teil einer Kooperation mit der Agravis-Konzerngesellschaft Terres Marketing und Consulting GmbH. Auch ein Teil der Raiffeisen-Märkte, die die Agravis selbst betreibt, sowie der Onlineshop raiffeisenmarkt.de gehören zum Bereich Märkte.
Der Spartenumsatz lag 2025 bei 313 Mio. Euro, 2,5 % weniger als im Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2024 hatte das Unternehmen den Umsatz der Märkte um 2,3 % gegenüber dem Vorjahr auf 321 Mio. Euro gesteigert. Der Tierbereich inklusive Heimtier und Wildvogelfutter kommt auf einen Umsatzanteil von rund 24 Prozent in der Sparte.
„Im Kern geht es bei der Neuausrichtung darum, mehr Klarheit, Tempo und Qualität in die Organisation zu bringen“, verkündete Ressortvorstand Jörg Sudhoff die Marschroute. Ziel sei es, Doppelstrukturen abzubauen, Abläufe zu vereinfachen und Zuständigkeiten eindeutig zu regeln. Gleichzeitig reagiere Agravis damit auf veränderte Erwartungen ihrer genossenschaftlichen Partner: Sie wünschten sich klare Sortimente, verlässliche Beratung, schnelle Entscheidungen und zentrale Ansprechpartner.
Künftig werden demnach Waren- und Konzeptkompetenz in einer integrierten Systemzentrale zusammengeführt. Außendienststrukturen werden gebündelt, Aufgaben im Innendienst zentralisiert. Zudem baue die Agravis eine schlagkräftige Einheit für den Drittkundenvertrieb auf, um zusätzliche Marktpotenziale im Großhandel zu erschließen.













