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Kompass für Tierfreunde

Viele Konsumenten kaufen Heimtiere, ohne deren Bedürfnisse zu kennen. Das rächt sich oft, und der Zoofachhändler muss dann als Sündenbock herhalten, ist dem Tierarzt Dr. Rolf Spangenberg aufgefallen.
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Download: Kompass für Tierfreunde (PDF-Datei)
Vor Jahren schrieb ich ein Buch „Welches Tier für wen?“, in dem 20 Heimtierarten, ihre spezifischen Bedürfnisse und Eigenheiten geschildert wurden. Es sollte eine Art Kompass für Tierfreunde sein, nach dem sie ihre Wahl treffen konnten. Das wurde aber ein grandioser Flop, denn die Käufer richteten sich vorwiegend nach dem Aussehen ihrer Lieblinge. Erst in zweiter Linie erkundigten sie sich nach deren Lebensansprüchen – womit ich Ihnen nichts Neues erzähle. Irrationale Kaufmotive Die Kaufmotive der Tierfreunde und Tierliebhaber sind unergründlich und oftmals leider irrational. Sie streifen durch Ihr Geschäft und wählen Tiere aus, die „süß“, „kuschelig“, „putzig“ oder wie auch immer aussehen. Dann nahen Sie als Spielverderber und weisen höflich darauf hin, dass ein Hamster kaum ein Kindertier ist, der einsame Graupapagei nicht von allein das Sprechen lernt und Meerschweinchen sich nur bedingt dressieren lassen. Daher ein unverbindlicher Vorschlag von mir: Bringen Sie an den Tierbehältnissen nicht nur Angaben über die Art, das Futter und die erforderliche Gehegegröße an, sondern skizzieren Sie, was man damit machen kann. Dazu einige Anregungen: Kaninchen: Die tägliche Versorgung ist eine wunderbare und zufrieden stellende Beschäftigung, gerade für ältere Menschen; für Kinder ist sie eine gute Gelegenheit, um Disziplin zu lernen. Dann kann man Kaninchen unter Aufsicht in der Wohnung laufen lassen und leichte Dressurübungen – Kommen auf Kommando – versuchen. Neuerdings hat sich sogar eine Art Agility für Kaninchen etabliert. Nach kurzer Eingewöhnung springen sie in einem passenden Geschirr plus Leine (beides bei Ihnen erhältlich) über kleine Hindernisse. Das Basteln von Gehegen, Häuschen und Einrichtungsgegenständen (Schlupfwinkel) macht viel Spaß. Die Zucht sollte nicht propagiert werden, das ist ein Fall für sich! Meerschweinchen: Ähnlich wie Kaninchen. Allerdings kommt bei ihnen noch die sehr ausdrucksvolle Sprache dazu. Mit einiger Übung kann man sich mit Meerschweinchen ja regelrecht unterhalten. Zum Kuscheln eignen sie sich erst dann, wenn sie wirklich völlig zahm geworden sind, also ihre angeborene Scheu verloren haben. Achtung – davor würde ich warnen – Meerschweinchen können bei empfindlichen Personen recht häufig Allergien auslösen. Ein entsprechender Kurztest (Käufer mit dem Tier kurz hantieren lassen) ist zu empfehlen, um tränenreiche Reklamationen zu vermeiden. Gerbils, Rennmäuse: Wenn sie im gut…
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