Ralf Majer-Abele
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Editorial

Online-Markt fordert ­erstes Opfer

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Die Zahl der Online-Shops ist in der Heimtierbranche lange Zeit ständig gewachsen. So kommt es, dass derzeit mindestens 50 Anbieter mit Shops, die sich nur in Details voneinander unterscheiden, um die Gunst der Kunden streiten. Zu viele auf Dauer!
Das Beispiel Petobel zeigt jetzt, dass auch im E-Commerce die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Es muss nur der Investor abspringen, und schon platzen die schönsten Zukunftspläne eines Unternehmens wie eine Seifenblase.
Viele in der Branche bedauern das vorläufige Ende von Petobel und hoffen, dass ein Neustart mit einem neuen Investor bald kommen wird. Am mangelnden Erfolg des Online-Zoofachhändlers hat es sicherlich nicht gelegen, dass die ProSiebenSat.1-Gruppe ihren Inkubator Epic Companies abgewickelt hat. Die meisten Lieferanten lobten die Zusammenarbeit mit Petobel und sahen in dem Unternehmen eine echte Bereicherung des Marktes. Auch die Umsatzzahlen sollen vielversprechend gewesen sein, wie man hört. Die europäische Expansion war bereits in vollem Gange.
Petobel dürfte sicherlich nicht die letzte Schließung eines Online-Shops in der Heimtierbranche gewesen sein. Am Markt tummeln sich einfach zu viele Anbieter, die dauerhaft dem härter werdenden Wettbewerb nicht gewachsen sein dürften. Das Grundproblem der Online-Branche besteht nach wie vor, dass Kunden sich fast nur über den Preis locken lassen. Der ständige Preiskampf geht aber auf die Rendite und belastet das Marktgefüge. 
Auf absehbare Zeit müssen wir uns an die Preisschlachten im Internet aber gewöhnen. Erst wenn sich der derzeit hitzige Markt in einigen Jahren mal bereinigt haben wird, dürften sich die Preise zwischen dem stationären und dem Online-Handel wieder anpassen. Dann dürfte auch die betriebswirtschaftliche Erkenntnis wieder Oberhand gewinnen, dass hohe Umsätze noch längst keine Garantie für den Erfolg eines Unternehmens darstellen. 
Vielleicht werden wir es in Kürze wirklich nur noch mit Multichannel-Unternehmen zu tun haben, wie einige Experten vorhersagen. Es ist nichts Neues, dass mehr und mehr stationäre Händler Online-Shops eröffnen, in den vergangenen Wochen auch die Agravis Raiffeisen AG (vgl. Bericht auf Seite 20). Interessant ist aber, dass in der Heimtierbranche auch Online-Shops damit anfangen, stationäre Geschäfte zu eröffnen. Stationär oder online? Beides!
Ralf Majer-Abele
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