Kai Schäfer weiß unter anderem durch seine Workshops im Zoofachhandel, wovon er spricht.
Kai Schäfer weiß unter anderem durch seine Workshops im Zoofachhandel, wovon er spricht.
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Hundeernährung

Wochenmarkt statt Tiefkühlpizza

Barfen, TK und Frischfutter muss sich von der Präsentation im LEH und Onlinehandel abheben, damit der Kunde ein sinnliches Erlebnis beim Einkauf hat, rät Hundeernährungsberater Kai Schäfer.
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Verschiedene Faktoren beeinflussen, welche Trends im Bereich Barfen, Frost- und Frischfutter gerade laufen, wie beispielsweise die eigene finanzielle Situation oder ob ich mehrere Hunde habe, welche über eine Rohfütterung ernährt werden. Tendenziell erlebe ich aber, dass zunehmend TK-Fleisch, Innereien etc. gekauft werden, weil diese in der Regel günstiger sind. Einen Trend sehe ich, wenn man es denn so nennen möchte, im Bereich der hyperallergenen Fleischsorten, welche aber zugleich eine hohe und sehr wichtige biologische Wertigkeit bezüglich Proteine beinhalten.

In meinen individuellen Ernährungsberatungen erlebe ich eine fast gleichmäßige Verteilung beziehungsweise Anfragen dieser Futterarten über den mir erstellten Anamnesebogen. Allerdings ändert sich dies meist bei der Erstellung des jeweils Ernährungsplanes, denn nicht alle Hunde vertragen ein Menü mit rohem Fleisch oder Innereien. Auch ist manches Nass- oder Trockenfutter völlig ungeeignet, sei es durch die übermäßige Verarbeitung oder deren „günstige“ Inhaltsstoffe.

Manchmal muss ich meinen Kunden auch Illusionen nehmen, weil keines der in der Frage gestellten Fütterungskonzepte passt, gerade im Bereich einer diätetischen Ernährung. Dann kommt meist ein individueller Kochplan zum Tragen. Aber: natürlich können Kunden durchaus dafür auch tierische TK-Produkte erwerben, welche eigentlich als Barf-Mahlzeit gedacht sind, diese auftauen und dann eben dünsten, kochen oder dämpfen. Allerdings gibt es auch hier noch Kriterien, welche zu beachten sind.  

Generell sehe ich aber schon den Anteil an Trockenfutter weiterhin an der Marktspitze, gefolgt von Nassfutter, Barf, selber gekochter Mahlzeit und schlussendlich der gekochten Alternative seitens der Industrie. Gerade hier entsteht aus meiner Sicht das immer größer werdende Potenzial.

Der Kunde soll mehr die Assoziation zu einem Wochenmarkt bekommen als zur gewöhnlichen Tiefkühlpizza.
Der Kunde soll mehr die Assoziation zu einem Wochenmarkt bekommen als zur gewöhnlichen Tiefkühlpizza.

Inszenierung als Erlebnis

Um sich vom LEH und Onlinehandel abzuheben, muss der stationäre Handel Barf- und Frischekonzepte als Erlebnis mit Beratung, Sinnlichkeit und Vertrauen inszenieren, anstatt sie wie Ware zu behandeln. Entscheidend ist, dass etwas geboten wird, was weder Tiefkühltruhen im Supermarkt noch Warenkörbe im Onlineshop leisten können. Leider scheitern viele Konzepte, weil Barf wie anonyme Tiefkühlware präsentiert wird, obwohl es sich in der Regel um hochwertige Waren in Lebensmittelqualität handelt.

Ziel muss sein, eine Assoziation zu Metzgereien oder Wochenmärkten…

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