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(K)ein Traumberuf

Die Einzelkämpfer der Zoofachbranche haben es auch in Österreich nicht immer leicht. Arnulf Schmidsberger, Inhaber der Aquarium-Boutique in Wels, kämpft mit zurückgehenden Kundenzahlen und einem Einkaufszentrum ohne Geschäfte.
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Als Arnulf Schmidsberger 1991 seine Aquarium-Boutique im Einkaufszentrum Traunpark in Wels eröffnete, war er sich sicher, seinen Traumberuf zusammen mit dem optimalen Standort gefunden zu haben. Auf 200 m² präsentierte Schmidsberger damals die neuesten Innovationen rund um Aquarien, hatte einen eigenen Showroom, und die Kunden gaben sich die Klinke in die Hand. „Da kam es in den Hochzeiten sogar vor, dass sich kurz vor Ladenöffnung schon eine Schlange vor der Tür gebildet hat“, erinnert sich der Inhaber der Aquarium-Boutique. Es war eine gute Zeit. „Die Leute wollten viel mehr beraten werden, und wir haben damals große Anlagen zusammen geplant und auch verwirklicht.“ Doch mit den Jahren veränderte sich das Verhalten der Leute und das Geschäft von Arnulf Schmidsberger lief schlechter und schlechter. Dies ging soweit, bis der gestandene Österreicher keinen anderen Ausweg sah, als das Geschäft zu schließen und sich mit 53 Jahren noch einmal auf Jobsuche zu begeben. Doch 2005 packte es ihn wieder, und er eröffnete an gleicher Stelle seine Aquarium-Boutique erneut. Diesmal jedoch auf 65 statt auf  200 m². Doch nach einem anfänglichen Aufschwung ebbte auch diesmal der Kundenstrom kontinuierlich ab. Die Gründe für den Niedergang liegen laut Schmidsberger auf der Hand. Das Internet und Baumärkte als Schuldige Auf der einen Seite sei da das Internet. „Dort werden die Artikel zu Preisen verramscht, bei denen ich als Einzelhändler nicht mehr mithalten kann. Da kommt es dann oft vor, dass ich die Leute eine halbe Stunde lang auf ein Produkt berate, sie sich bedanken und es danach dann im Internet bestellen.“ Es müsse heutzutage eben alles immer billiger sein. Dass er von den Einnahmen aber auch Strom- und andere Nebenkosten sowie die Ladenmiete bezahlen müsse, darüber machten sich die wenigsten Kunden Gedanken. Als weiteren Schuldigen macht Schmidsberger die Baumärkte aus. Dort sei vieles zwar billiger und ziehe deshalb auch Kundschaft an, die Qualität und der Preis lassen laut Schmidsberger jedoch zu wünschen übrig. Und diese Qualität sei es, die den Fachhandel auch heute noch auszeichne. „Gute Fische sind deshalb bei mir das Wichtigste.“ Doch auch die hohe Qualität in Verbindung mit einer guten Beratung reiche heute einfach nicht mehr aus. „Das Problem ist, dass unsere Leistung von den meisten Leuten einfach nicht mehr geschätzt wird.“ Dazu kommt auch ein Sterben des Einzelhandels. So stehen im Einkaufszentrum in Wels viele Geschäfte leer. „Da ist es natürlich klar…
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