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Zoofachhandel versus Tierärzte

Ein gutes Verhältnis zwischen Zoofachhändlern und Tierärzten zu schaffen ist eines der Anliegen von Tierarzt Dr. Rolf Spangenberg. In seinem Beitrag erklärt er, wie eine gute Zusammenarbeit beiden Parteien helfen kann.
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Als ich mein Studium absolvierte, sah die Reihenfolge der Patienten für Tierärzte, nach Bedeutung geordnet, so aus: Kühe, Pferde und Schweine. Schafe waren etwas für Schäfer, Kaninchen spielten nur in Kleintierzüchtervereinen eine Rolle und Geflügel galt für einen richtigen Tierarzt als Scherz. Folgerichtig war meine erste eigene Operation ein Kaiserschnitt beim Rind, worauf ich heute noch stolz bin. Einige Jahrzehnte später hatte sich das Bild gewandelt: Ich amputierte einem Goldhamster das zerquetschte Bein, entfernte einer Ratte die Geschwulst am Kehlkopf und galt sogar als Kaninchenspezialist, weil ich deren Trommelsucht erfolgreich behandelte. Heutzutage sind die Kollegen hoch spezialisiert. Sie operieren alles, was sich so im Heimtierbereich tummelt und betrachten Hunde schon als Großtiere. Und der Zoofachhandel wurde ebenfalls für die Veterinärmedizin interessant. Vorteile einer Kooperation Es ist daher mein ständiges Bemühen, zwischen beiden Berufsgruppen eine fruchtbare Zusammenarbeit zu etablieren, denn beide haben davon große Vorteile. Die Kernkompetenz des Zoofachhandels besteht in dem Verkauf von Heimtieren. Dazu liefert er natürlich alles, was die kleinen Lieblinge so benötigen. Sicherlich ist der Zoofachhändler zudem ein kompetenter Ansprechpartner, wenn es den Tieren nicht gut geht. Viele, wenn nicht die meisten Gesundheitsprobleme, sind doch auf Haltungs- oder Fütterungsfehler zurückzuführen. Da können Sie mit Ihrem Wissen gut helfen. Das ist aber nicht unproblematisch, denn bei Erfolgen gibt es bestenfalls ein „Dankeschön“, bei Misserfolgen massiven Ärger. Gegen echte Leiden haben Sie zudem ein kleines Arzneisortiment parat, besonders für Fische. Da heißt es jedoch vorsichtig zu sein, denn damit gelangen Sie ins Gehege der Tierärzte, und gegen Antibiotika und andere hochwirksame Präparate kommen Ihre Produkte ohnehin nicht an. Deshalb wiederum mein Rat, ein gutes Verhältnis zu gegenseitigem Nutzen, mit den umliegenden Tierärzten zu pflegen. Sie sollten auch wissen, womit sich diese im Einzelnen besonders auskennen. Einen Kaninchenbock kann jeder kastrieren, doch schon bei Meerschweinchen wird es etwas heikel. Man denke nur an die Narkose. Auf einer Fortbildungsveranstaltung über Kleinsäugernarkosen wurde die Intubation bei den Kleinen propagiert. Ich fragte nach den Kosten für das Narkosegerät – es entsprach etwa dem Wert eines Kleinwagens. Gute Tierärzte können daher nicht billig sein. Hüten Sie sich aber davor, auf Klagen von Kunden zu…
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