Umweltschützer Robert Marc Lehmann, Geisternetze
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Zusammen mit einem Spezialistenteam machte sich der Meeresbiologe, Forschungstaucher und Umweltschützer Robert Marc Lehmann eine Woche lang in der Ostsee auf die Jagd nach Geisternetzen.
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Erfolgreiche Jagd nach Geisternetzen

Täglich bleiben Tiere in Geisternetzen hängen und verenden oft qualvoll. Einer von Megazoo Alpha initiierten Kooperation von Heimtierfirmen ist es zu verdanken, dass nun bei einer Aktion in der Ostsee über drei Tonnen an Netzen geborgen wurden.
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Unter Geisternetzen versteht man herrenlose Fischernetze, die beim Fischfang verlorengingen oder absichtlich im Meer entsorgt wurden und seitdem dort in den Weltmeeren umherschwimmen oder sich am Meeresgrund verfangen haben. Für die dortige Tierwelt stellen sie eine massive Bedrohung dar. Nicht nur für Fische, sondern auch für Robben, Wale, Meeresschildkröten und Tauchvögel, die auf Fischfang sind, werden sie oft zur tödlichen Falle. Die Tiere verheddern sich in den Netzen oder gelangen darunter und finden nicht mehr an die Oberfläche zum Atmen. Einer Zusammenfassung wissenschaftlicher Studien bis 2015 ist zu entnehmen, dass weltweit mindestens 344 Tierarten durch das Verheddern in Meeresplastik betroffen sind.
Da Geisternetze seit einigen Jahrzehnten nicht mehr aus leicht vergänglichen Naturstoffen wie Hanf, Sisal oder Leinen bestehen, sondern aus synthetischen Stoffen hergestellt werden, verrotten sie am Meeresgrund erst nach 400 bis 600 Jahren. Damit tragen sie erheblich zur Plastikverschmutzung unserer Meere bei. Mehr als zwei Drittel typischer Fischarten im Nordost-Atlantik, so haben Studien nachgewiesen, haben Mikroplastik in den Mägen. 98 Prozent der Partikel wurden als Fasern identifiziert - ein großer Teil davon dürfte von Geisternetzen stammen. Dieses Mikroplastik kann sich auch in der Nahrungskette anreichern.  

Spenden aus der Branche

Thomas Bangel will dieser tödlichen Gefahr nicht tatenlos zusehen. Der auch ehrenamtlich sehr engagierte Geschäftsführer der Fachhandelskette Megazoo Alpha ist ebenso wie sein Sohn Felix schon seit Jahren im Tier-, Umwelt- und Naturschutz  aktiv. Mit einigen spektakulären Aktionen haben die beiden die Heimtierbranche schon öfters zu mehr Umweltschutz angeregt, vor allem wenn es um die Reduzierung des Verpackungsmülls betrifft. Mit seiner bereits 2018 gegründeten Initiative Megazoo & Friends konnten Vater und Sohn Bangel einige namhafte Heimtierfirmen von der Notwendigkeit zum Handeln überzeugen. Hagen, Fressnapf, Trixie und JBL machten ebenso mit wie Tropic Marin, Arka und Dohse. Mit einer Spendensumme in Höhe von 54.000 Euro konnte die Kooperation den Meeresbiologen, Forschungstaucher und Umweltschützer Robert Marc Lehmann engagieren. Zusammen mit einem Spezialistenteam machte er sich eine Woche lang in der Ostsee auf die Jagd nach den Geisternetzen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Über drei Tonnen an Netzen wurden geborgen, die zusammen 3.000 Meter lang sind. Bei den Tauchgängen wurde auch einigen Tieren…
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