Hinter The Goodstuff steht die Wiener MaMaChris Petfood GmbH, gegründet 2016 von Christian Knauss und Thomas Schmidbauer. Die Super-Premium-Marke für Hunde und Katzen lässt nach Unternehmensangaben in Deutschland und Österreich produzieren und ist neben dem Fachhandel auch mit eigenem Onlineshop präsent. Kunden gibt es in zwölf Märkten, der Umsatz liegt nach eigenen Angaben im zweistelligen Millionenbereich. Zum Jubiläum haben wir mit Mitgründer Thomas Schmidbauer gesprochen.
Wie kommt es zum Firmennamen MaMaChris Petfood GmbH?
Das hat mit der ursprünglichen Gründung zu tun und beinhaltet Namensbestandteile der damaligen Hauptanteilseigner. „Tho“ hat da irgendwie nicht reingepasst. Wir sehen das aber nur als Firmenbezeichnung, deshalb haben wir es auch bis heute nicht verändert, obwohl die Firma aus heutiger Sicht „ChrisTho“ heißen sollte.
Wie kam es zu The Goodstuff – und dem Namen der Marke?
Unser Ansatz ist, dass wir mit dem Namen alles zum Ausdruck bringen wollen, wofür wir stehen: Top-Rohstoffe, Top-Produktionsmethoden, Top-Packaging, Top-Service und vieles mehr. Name gleich Brand gleich Positionierung.
Was war der Moment, in dem klar war, dass die Marke funktioniert?Da gab es mehrere und sie dauern bis heute an. Der erste war wahrscheinlich, als wir wenige Tage nach Erstanlieferung bereits die Nachbestellung in Auftrag geben durften. Da wussten wir: Jetzt wird’s was – The Goodstuff wirkt!
In pet 6-7/2020 sagten Sie, der Nährstoffgehalt der Zutaten bleibe durch geringe Temperaturen, wenig Druck und geringe Reibung auch im Trockenfutter erhalten. Ist das heute noch aktuell?
Ja, klar ist das aktuell! Das ist eines unserer Haupt-Assets! Wir nennen das die Fresh-Mix-Methode. Hochwertige, frische Rohstoffe kommen zum Einsatz – dank der schonenden Methode kommen Nährstoffe möglichst gut erhalten bei den Hunden an.
Wie kam es zum Übergang zur vollständigen Eigentümerführung?
Eigentümergeführt waren wir schon immer – daran hat sich seit der Gründung nichts verändert. Die Gesellschafterstruktur hat sich jedoch mit Ende vergangenen Jahres geklärt. Die beiden, die erfunden, gegründet und operativ aufgebaut haben, sind jetzt Allein-Eigentümer der Firma.

In einer Branche, in der Kapital derzeit gezielt in Premium- und Direktvertriebsmarken einsteigt, jüngst bei der Übernahme von Pets Deli durch die Vafo-Gruppe, ist die Rückkehr zur reinen Eigentümerführung eine bewusste Gegenbewegung?
Nein, das Ausscheiden eines Gesellschafters schließt ja den Zugang für Kapital nicht aus. Für uns war es zum jetzigen Zeitpunkt einfach die richtige Maßnahme, um uns strategisch so aufzustellen, dass wir frei agieren können. In allem. Wir wollen weiter gesund wachsen und treffen Entscheidungen, wie sie für unsere Marke, unser Team und uns am besten sind. Wenn das an der richtigen Stelle ein richtiger Kapitalgeber ist, dann werden wir das prüfen und zu zweit entscheiden.
Wie viele Mitarbeiter hat The Goodstuff heute und wo wird produziert?
Wir halten die Kernstruktur schlank. Da wir stetig wachsen, wäre die Personenzahl morgen möglicherweise schon nicht mehr korrekt. Deshalb sage ich einmal niedrig zweistellig. Es sind schon einige Zugänge in naher Zukunft in Planung. Wir haben eine mindestens genauso große Anzahl an externen Partnern, mit denen wir alle notwendigen Bereiche gut abdecken. Wir produzieren derzeit in Deutschland und Österreich.
Eine Marke, die sich als Super-Premium für den beratenden Fachhandel positioniert, ist heute bei Fressnapf, Das Futterhaus, einer Gartencenter-Kette und im eigenen Onlineshop präsent. Was hat der unabhängige Fachhandel davon, und was schützt ihn preislich vor dem eigenen Direktvertrieb mit Treuepunkten und Abo-Rabatt?
Beide Welten haben ihre Vor- und ihre Nachteile. Unser eigener Shop ermöglicht es uns vor allem, viel Geld in Marketing zu stecken, das wir messen können und das jedenfalls jedem Händler im Sinne von Markenbildung zugutekommt. Das ist unser Hauptanliegen – die Marke aufbauen. Wir unterstützen unsere Händler parallel dazu mit gezielten, gemeinsamen Aktionen und wo es Möglichkeiten gibt, auch mit gezielten Marketingmaßnahmen.
Kunden haben bei Händlern den riesigen Vorteil, mehr als nur eine Marke kaufen zu können – deshalb sehe ich einen Markenshop in keiner Weise als Konkurrenz zum Handel. Er ist für uns notwendiges Mittel zum Zweck für unseren Markenaufbau. In Deutschland haben wir noch sehr viel Potential, was Handelspartnerschaften angeht. Nach vielen Gehversuchen mit externen Partnern nehmen wir das nun selbst mit dem Aufbau eines eigenen Teams in Angriff.

In welche Länder wird exportiert, und wie verteilt sich der Absatz auf Österreich, Deutschland und den Rest Europas? Welche Umsatzgröße steht hinter zehn Jahren Markenaufbau?
Wir haben derzeit Kunden in zwölf Märkten, wobei der Hauptabsatz definitiv in Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt. Rund 10 Prozent gehen derzeit in andere Märkte, Tendenz steigend. Da haben wir auch einiges vor. Die Umsatzgröße liegt im zweistelligen Millionenbereich.
Welche Entscheidung der zehn Jahre würde man heute anders treffen?
In der Nachbetrachtung ist so etwas immer relativ leicht, aber das ist ja ein „Mogelbild“. Deshalb ist meine Antwort: keine. Heute ist heute und damals war damals. Mit allen richtigen und vielleicht auch falschen Entscheidungen. Wir haben viel gelernt und lernen weiterhin. Das Wichtigste: Wir sind unserer Idee immer treu geblieben und werden das auch weiterhin tun.
Warum wurden Ergänzungsfuttermittel der Tierarztmarke Dr. Knoop ins eigene Angebot aufgenommen?
Nahrungsergänzung ist ein Megatrend. Da muss man als Futtermarke, die per se schon einen funktionalen Nutzen mit Langzeitwirkung bietet, eine Entscheidung treffen: Bringe ich eine eigene Linie oder arbeite ich mit jemandem, der seine Produkte nicht vom Marketing hat entwickeln lassen, sondern diese selbst – lange vor dem Megatrend – vor 15 Jahren entwickelt hat und seither in seiner Tierarztpraxis mit diesen Produkten arbeitet? Dieser zweite Weg ist für uns authentischer, deshalb gehen wir ihn.
Wie hat sich die Preisbereitschaft im Superpremium-Segment verändert?
Das ist natürlich ein Thema, aber Top-Qualität wird heute immer noch bezahlt. Wir sind preislich sehr fair positioniert, das ist wahrscheinlich auch ein wichtiger Grund, warum wir positive Entwicklungen sehen.
Mit Blick nach vorn auf die EU-Verpackungsverordnung PPWR: Dosen, Pouches und Papieroptik-Säcke geraten unter Recyclingfähigkeitsdruck. Wie bereitet sich ein Unternehmen dieser Größe darauf vor, und hat das Pouch-Format Zukunft?
Unsere Verpackungen sind alle recyclingfähig. Die Säcke mögen Papieroptik haben, sind aber kein Verbundstoff – somit optimal recyclingfähig. Ich denke ja, Pouch hat Zukunft, wenn man sich die Absatzzahlen so ansieht.
Zehn Jahre The Goodstuff – wie geht es weiter?
Positiv! Wir haben gerade den mit Abstand besten Monat seit Gründung hinter uns gebracht, wir haben ein super motiviertes, wachsendes Team und wir haben Lust und Ideen.
Die Fragen stellte Oliver Mengedoht
Das ist die Langfassung des Beitrags aus der Printausgabe pet 10/2026.












