Antje Schreiber (M.) vom ZZF diskutierte mit (von links) Heike Mundt,  Dr. Holger Vogel, Julia von Gablenz und Prof. Kurt Kotrschal.
Antje Schreiber (M.) vom ZZF diskutierte mit (von links) Heike Mundt,  Dr. Holger Vogel, Julia von Gablenz und Prof. Kurt Kotrschal.
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Parlamentarischer Abend des ZZF I langfassung

Mehr Sachkunde

Verpflichtende Prüfung oder Beratung im Zoofachhandel? Beim Parlamentarischen Abend des ZZF in Berlin rangen Branche, Politik und Tierärzteschaft um den Weg zu mehr Wissen bei Tierhaltern.
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Dass Heimtiere sachkundig gehalten werden müssen, bestritt am 8. September im Haus der Bundespressekonferenz niemand. Umstritten war, wie das Wissen zu den Tierhalterinnen und Tierhaltern kommt. ZZF-Präsident Norbert Holthenrich lehnte einen verpflichtenden Sachkundenachweis klar ab: Er schaffe enorme Verwaltungsstrukturen, ohne automatisch mehr Tierschutz zu bringen, und stelle Millionen Tierhalter unter Generalverdacht. „Vertrauen schafft man nicht durch Misstrauen“, sagte er. Sachkundig würden Tierfreunde durch persönliche, wissenschaftsbasierte Beratung – etwa im Zoofachhandel, der täglich Wissen vermittle und Halter oft über Jahre begleite. Allein jährlich rund 1,5 Millionen neue Hunde- und zwei Millionen neue Katzenhalter zu schulen, sei keineswegs trivial, zumal Tiere über sehr unterschiedliche Kanäle angeschafft würden. Holthenrich verwies auf die Online-Akademie des ZZF zur Weiterbildung des Fachhandels und forderte mehr Tierwissen in Schulen und mehr Begegnungsorte mit Tieren. Kurse für bestimmte Tierarten könnten sinnvoll sein, er warne aber vor „Aktionismus, der keine Verhaltensänderung bewirkt“. Zugleich rief er dazu auf, den gesellschaftlichen Wert der Heimtierhaltung – Gesundheit, Teilhabe, Lebensqualität – stärker in politische Bewertungen einzubeziehen; die Branche stehe nach seinen Angaben für einen gesamtwirtschaftlichen Beitrag von 15,2 Milliarden Euro, davon rund sieben Milliarden im Heimtierbedarfsmarkt.

Silvia Breher, Parlamentarische Staatssekretärin im BMLEH und Tierschutzbeauftragte der Bundesregierung, widersprach in ihrem Grußwort freundlich, aber deutlich: Das Thema Sachkunde „so abzutun“, sehe sie anders. Den Hundeführerschein in Niedersachsen nannte sie „ein ganz gutes Modell“. Die EU-Vorgaben zur Registrierung von Hunden und Katzen würden nun in deutsches Recht übersetzt; die Evaluationsergebnisse zur GOT erwarte das Ministerium im Oktober. Ihr sei klar, dass ein Nachweis nicht für alle Tierarten und stets vor der Anschaffung machbar sei. Spontankäufe müssten unterbunden werden, so weit es gehe – der Online-Handel mit Tieren sei für sie „ein No-Go“. Eine Entscheidung für ein Tier sei keine Entscheidung für einen Lebensabschnitt des Halters, sondern für die Lebensdauer des Tieres. Auf dem Programm des Ministeriums stünden zudem ein Bundesregister für Tierhalter, wie es die Länder wünschten, sowie das Vorgehen gegen Qualzucht.

Auf dem Podium verteidigte Dr. Holger Vogel, Präsident der Bundestierärztekammer und Amtstierarzt in…

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