Unter dem Motto „Pets, people, progress – Developing the pet industry together“ fand vom 13. bis 14. Oktober die International Pet Conference in Kopenhagen statt. Die Wahl des Veranstaltungsortes in der dänischen Hauptstadt mit ihren bunten Giebelhäusern, der „Kleinen Meerjungfrau“ und jeder Menge Wasser, kam bei den Teilnehmern aus 20 verschiedenen Ländern gut an. Mehr als zwei Drittel von ihnen nahm bereits am Vorabend des Kongresses am Get-together teil. Nach einer geführten Bootstour durch die Gewässer der dänischen Hauptstadt bot das anschließende Dinner im Restaurant The View des Radisson Blu Scandinavia Hotel neben einem beeindruckenden Ausblick auch Gelegenheit zum persönlichen Austausch.
Die beiden folgenden Kongress-Tage waren geprägt von aufmerksamen Teilnehmern, die sich begeistert mitreißen ließen, verschiedenen Networking-Möglichkeiten sowie einem vielfältigen Informationsangebot. Renommierte Branchenexperten als Referenten, zahlreiche Aussteller und Sponsoren sowie Start-ups prägten das internationale Flair des Events.














Europa und die nordischen Heimtiermärkte
Von internationalen Marktentwicklungen und neuen Geschäftsmodellen über Tierwohl und Verantwortung bis hin zu Innovationen und KI – das Programm aus 19 Vorträgen, Gesprächen und Podiumsdiskussionen bot eine große Vielfalt an Impulsen.
Zu Beginn stand zunächst der Handel, die Premiumisierung und die Entwicklungen auf dem europäischen Heimtiermarkt im Mittelpunkt. Marco Hierling, CEO von Alpha Pet, machte den Auftakt. Er beschäftigte sich mit der Frage, wie sich gesundes Premium-Heimtierfutter zunehmend vom Nischenprodukt zum Marktstandart entwickelt. Anschließend beleuchtete Pavel Bouška, Chairman of the Board der Vafo Group, die Zukunft des Wohlbefindens von Heimtieren und die Chancen, die über die klassische Tierernährung hinausgehen. Dabei hielt er fest: „Aktuell leben wir in der ‚Functional-Area‘, die bestimmt ist durch Themen wie Ernährung, Funktionalität, wissenschaftliche Erkenntnisse“.
Ein besonderer Schwerpunkt der diesjährigen Konferenz lagauf den nordischen Heimtiermärkten. In seiner Keynote ging Per Lausen, CEO des dänischen Unternehmens Eldorado A/S, auf das Verbraucherverhalten, aktuelle Markttrends und die Wachstumsperspektiven in Skandinavien ein. Dabei standen auch die Unterschiede zwischen den einzelnen nordischen Märkten im Fokus. Allen gemeinsam ist jedoch die Maxime „Qualität kommt vor Preis“, die in einem zunehmend wettbewerbsintensiven und sich schnell verändernden Marktumfeld von besonderer Bedeutung ist. Er appellierte an die Unternehmen, in die Logistik zu investieren, denn Beziehungen stünden heute über allem. Einheimische tauschen sich mit Einheimischen aus. Nur so ließen sich regionale Entwicklungen wirklich verstehen und Wachstumsmärkte gezielt erschließen.
Anschließend stellte Ellinor Persdotter Nilsson von der Musti Group die Wachstumsgeschichte des Unternehmens vor, das sich von einem führenden nordischen Zoofachhändler zu einem zunehmend europaweit tätigen Handelsunternehmen entwickelt hat. Ein weiterer Höhepunkt des ersten Konferenztages war das Gespräch mit Anthony Gallagher, Managing Director der irischen Zoofachhandelskette Petstop. Im Gespräch mit pet-Chefredakteur Oliver Mengedoht berichtete er über seinen unternehmerischen Werdegang, die Herausforderungen, die er bewältigen musste, und die Entwicklung seines Handelsunternehmens. Als sein wichtiges Learning hob er hervor: „Achte immer auf Deine Mitarbeitenden. Wenn Du Dich um sie kümmerst, kümmern sie sich auch um Dich – und sind bereit, die Extrameile zu gehen.“















Branchentrends und internationale Perspektiven
Die Rolle von KI sowie Herausforderungen und Zukunftsthemen der Heimtierbranche standen ebenfalls im Fokus. Dazu gehörten unter anderem die psychische Gesundheit in der Tiermedizin und praktische Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz. Mit der verantwortungsvollen Beschaffung von Tieren beschäftigte sich Kurzvortrag mit anschließender Diskussion, an dem Vertreter der European Pet Organization teilnahmen.
Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion über die Zukunft der internationalen Heimtierfachmessen. Dr. Rowena Arzt, Bereichsleiterin Messen beim WZF/Interzoo, Pascale Sonvico, Exhibition Manager der Zoomark, und Chris Li, Global Marketing Director der China International Pet Show (CIPS), diskutierten als Vertreter dreier bedeutender internationaler Branchenmessen über deren künftige Ausrichtung.






























Von Südafrika bis Südostasien
Am zweiten Konferenztag erweiterte sich der internationale Blickwinkel. Es ging unter anderem um Wachstumsstrategien in Südosteuropa, Entwicklungen in Südafrika und Geschäftsmöglichkeiten in Südostasien. Alle Vorträge zeigten, wie wichtig der länderübergreifende Austausch ist. Weitere Schwerpunkte bildeten der Einsatz künstlicher Intelligenz, alternative Proteinquellen und kultiviertes Fleisch für die Heimtierernährung.
Neben den Fachvorträgen und Podiumsdiskussionen stand bei der International Pet Conference insbesondere der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Raum für Gespräche und Networking-Pausen bot die Gelegenheit, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue internationale Geschäftsbeziehungen zu knüpfen.
Nach der erfolgreichen International Pet Conference in Kopenhagen freut sich das pet- und PET worldwide-Team auf ein Wiedersehen in Bonn. Dort findet am 5. und 6. Oktober 2027 der Heimtier-Kongress statt.
Das ist die Langfassung des Beitrags aus der Printausgabe pet 111/2026.












