Etwa 2.400 Aussteller aus etwa 70 Ländern präsentierten vom 12. bis 15. Mai in Nürnberg ihre neuesten Artikel und Dienstleistungen – verteilt auf 15 Hallen mit rund 150.000 m2, das entspricht etwa 21 Fußballfeldern oder 21 Supermärkten samt Parkplatz. 39.000 Fachbesucher aus über 130 Ländern zählte die Veranstalterin Wirtschaftsgemeinschaft Zoologischer Fachbetriebe GmbH (WZF). Über 87 Prozent der Aussteller und mehr als 70 Prozent der Fachbesucher reisten aus dem Ausland an.
Zur Eröffnung am 11. Mai vergab die WZF die Interzoo Awards. Den Personality Award erhielt Norbert Holthenrich, Präsident des ZZF (Zentralverband der Heimtierbranche). ZZF- und WZF-Geschäftsführer Gordon Bonnet erinnerte daran, wie konsequent Holthenrich die Internationalisierung vorangetrieben habe: „Als Norbert Holthenrich 2012 seine erste Interzoo begleitete, zählte die Messe 1.539 Aussteller aus 53 Ländern.“
Den Long Distance Award sicherte sich die neuseeländische Zealandia Ltd. aus Auckland – 18.300 Kilometer entfernt. Der Sustainability Award ging an Dsm-Firmenich für ein algenbasiertes Omega-3-Öl als Alternative zu marinen Rohstoffen.
Abgerundet wurde das Programm durch die erstmalige Interzoo Sustainability Conference (siehe S. 30), 16 Länder-Pavillons, das Petfood Forum Europe, den erstmaligen Groomers’ Day für die Pflegebranche, Sourcing und Fresh Ideas Stage sowie Academy Sessions – darunter erstmals eine eigene zum Thema Healthcare.
2.400
Aussteller aus 70 Ländern waren auf der Interzoo vertreten
Gesundheit und neue Proteine
Inhaltlich dominierte das Thema Prävention. Vitamine, Pro- und Postbiotika sowie Superfoods wandern als Toppings, Tropfen oder Pulver ins Futter; funktionale Snacks sollen Immunabwehr, Gelenke und Darmflora unterstützen. Interquell etwa stellte die Happy Dog Dental Snacks vor und öffnete seine bislang über Veterinäre vertriebenen Vet-Linien für den Handel. „Angesichts gestiegener Tierarztkosten investieren Halter zunehmend bewusster in Prävention“, bestätigte Thorsten Stoyke, Head of Marketing & E-Commerce bei IQ petfood.
Parallel rückten alternative Proteinquellen in den Fokus – von Fisch in Sashimi-Qualität über Insekten bis zu Monoprotein-Rezepturen gegen Allergien. Auch Nachhaltigkeit war kein Nischenthema: Katzenstreu aus Holz, Kokosfaser oder Cassava, Upcycling-Spielzeug prägten das Bild.
„Die Begeisterung ist berechtigt“, konstatierte Bert Fuhrmann, Vertriebsleiter bei Marsapet: „Es war wirklich eine mega Messe.“ Allerdings: Die ganz großen Innovationen habe er nicht an jeder Ecke gesehen – wichtiger seien aber die guten Gespräche gewesen. „Vielleicht ist das am Ende sogar die wichtigste Innovation, die eine Messe bieten kann: wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.“
Dirk Leesmann von Finnern betonte den Effizienzgewinn der Messe als Kontaktplattform: Statt einer dreiwöchigen Asienreise treffe man alle Lieferanten an vier Tagen an einem Ort.




















Produkte und Begebenheiten, die beeindruckten
Catural aus Mannheim denkt Katzenstreu vom notwendigen Übel zum Wohnaccessoire um: David Strittmatter setzt auf eine eigene Lifestyle-Marke samt nachfüllbarer „Signature Box“ im Karton-Format 40 x 24 cm – das Produkt soll sichtbar im Raum stehen, nicht zerknittert versteckt werden. The Nutriment Company eröffnete sich mit seiner „Fresh Wall“ eine neue Kategorie: schonend gedämpfte, minimal verarbeitete Nahrung als Brücke zwischen Rohfütterung und Fertiggericht.
Eheim setzte auf den Nachwuchs – das Einsteiger-Set AquaFamily mit digitalem Ratgeber macht den Einstieg ins Aquarium mit einer App „kinderleicht“. Bei Mera kündigte sich ein kompletter Markenrelaunch an: Der neue Marketing Director Timo Brautlacht richtet das Traditionsunternehmen als Lifestyle-Brand auf junge, urbane Zielgruppen aus.
Durchdacht bis ins Detail präsentierte sich Tavo Pets mit crashgetesteten, Isofix-fähigen Transportlösungen und neuen Rucksäcken. Clevere Details wie pannensichere Reifen, magnetische Schnallen, Einknopf-Verriegelung und farbige Arretierungsanzeigen unterstreichen den Premium-Anspruch.
Geschäftsführer Jürgen Wigger präsentierte bei Bewital Belcando-Trockenfutter, dessen Beschichtung sich durch ein paar Tropfen warmes Wasser in eine aromatische Sauce verwandelt. Thule brachte Hunde-Transportboxen für Fahrrad und Auto sowie crashgetestetes Hundegeschirr. Animonda machte klar, wie sich die Marke als Partner und als Zuhause für moderne Pet-Familien weiterentwickelt „mit Herz, Emotion und Verstand“, hob Marketingleiter Simon Hoecker hervor. Bei Hunter stellte Tierärztin Julia Vietmeier das mittels Laufbandanalyse entwickelte Hundegeschirr ErgoMove Pro vor.
Catwalk Integral führte modulare Katzentreppen mit einfacher Steck-/Klickmontage und späterer Erweiterbarkeit vor, die Wohnungskatzen auch aus höheren Etagen einen sicheren Zugang ins Freie ermöglichen und sich zugleich als Kletter- und Spielparcours in Innenräume integrieren lassen sollen.
Sera zeigte mit der Marke Blagdon freistehende Hochteiche von 190 bis 800 Litern – als Impulsartikel im Karton. Sprecher Oliver Helker hob zudem das Interpet Edge Glow hervor: ein 15-Liter-Nanoaquarium, dessen Kanten in allen Regenbogenfarben leuchten.
Auch der Handel war vor Ort. Das ganze Kölle-Zoo-Management sah man ebenso vor Ort wie Matt Simister, den neuen CEO von Fressnapf | Maxi Zoo. Der lobte die „breite Palette an neuen Produktideen und Innovationen, die verdeutlichen, wie dynamisch und schnelllebig unsere Branche nach wie vor ist“.
Aidin Mulaimovic von Zooma/Zookauf war mit acht Leuten drei Tage vor Ort und lobte konkrete Neuheiten – etwa das Redesign bei Bosch und die sich öffnende Vet-Schiene bei Happy Dog.
Betty´s Landhausküche verkündete schon direkt nach der Messe: „Interzoo 2028 – wir sind dabei.“ Der Termin steht bereits: 23. bis 26. Mai 2028.
Das ist die Langfassung des Beitrags aus der Printausgabe pet 6-7/2026.











