MicroHarvest, das deutsche Biotechnologieunternehmen, das Proteinzutaten durch Biomassefermentation unter Verwendung regionaler Nebenprodukte aus der Agrar- und Lebensmittelindustrie herstellt, gab heute bekannt, dass es den Industriepark Leuna (Sachsen-Anhalt) als Standort für seine zukünftige Produktionsanlage ausgewählt hat. Die geplante Anlage ist für eine Jahreskapazität von 15.000 Tonnen ausgelegt, mit einer geplanten Investition im mittleren zweistelligen Millionenbereich in der Region und der Schaffung von rund 25 Arbeitsplätzen.
MicroHarvest hat sich eine EEW-Förderung in Höhe von bis zu 5,46 Millionen Euro aus dem Bundesförderprogramm für Energie- und Ressourceneffizienz in der Industrie gesichert. Die Förderung soll dazu beitragen, den Ausbau der energie- und ressourceneffizienten industriellen Bio-Produktion zu beschleunigen, so das Unternehmen.
Die Bekanntgabe erfolgte heute, am 12. Februar, vor Ort zusammen mit lokalen Standortpartnern und politischen Vertretern, darunter Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (Mitglied des Deutschen Bundestages), und Sven Schulze, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt.
Stabilere Proteinversorgung
Die Entscheidung für Leuna ist ein wichtiger Meilenstein für MicroHarvest auf dem Weg zur industriellen Fertigung, die Deutschland und Europa in Zeiten des Klimawandels und geopolitischer Unsicherheit Innovation, Arbeitsplätze und eine stabile Proteinversorgung bringt. Der vorläufige Zeitplan des Unternehmens sieht den Produktionsstart in etwa zwei Jahren vor. Vor dem Hintergrund einer weltweit steigenden Protein-Nachfrage und fragiler Lieferketten baut MicroHarvest die fermentationsbasierte Produktion aus, um eine stabilere europäische Proteinversorgung zu gewährleisten.
„Die Wahl von Leuna ist ein entscheidender Schritt auf unserem Weg vom Aufbau der Technologie zum Aufbau industrieller Kapazitäten“, sagte Katelijne Bekers, Mitbegründerin und CEO von MicroHarvest. „Bei diesem Projekt geht es darum, die Versorgungssicherheit in Europa zu stärken, indem wir einen neuen, skalierbaren Weg zur Gewinnung von Proteinen schaffen, der unabhängig von Jahreszeiten und Klimaschwankungen ist. Leuna bietet uns die industrielle Basis und das regionale Ökosystem, um dies umzusetzen.“

MicroHarvest entschied sich nach Prüfung von rund 40 potenziellen Standorten in ganz Europa für Leuna. Der Standort bietet laut Pressemitteilung eine gute regionale Rohstoffnähe, eine hochwertige industrielle Infrastruktur und Versorgungsleistungen im Industriepark Leuna sowie einen gut etablierten Industriecluster mit einem wachsenden Biotechnologie-Ökosystem. Das Projekt soll auch die zukunftsorientierte Transformation der Industrieregion Leuna unterstützen und neben der etablierten Industrie biotechnologiegestützte, ressourceneffiziente Produktionswege fördern.
„Unser Ziel war es, einen Standort zu finden, an dem wir uns auf unser Kerngeschäft, die Biotechnologie, konzentrieren können, anstatt die industriellen Grundlagen von Grund auf neu aufzubauen“, erklärte Jonathan Roberz, Mitbegründer und COO von MicroHarvest. „Leuna stach dabei deutlich hervor. Die Qualität der Infrastruktur, die Versorgungsunternehmen und das umliegende Netzwerk der Agrarverarbeitung schaffen die Voraussetzungen für eine schnelle Umsetzung – genau das, was man braucht, wenn man ein fermentationsbasiertes Produktionssystem skaliert.“
In Leuna plant MicroHarvest, Nebenprodukte aus der Agrar- und Lebensmittelindustrie als Rohstoffe zu verwenden, vor allem Melasse. Das Unternehmen sicherte sich die regionale Verfügbarkeit, um eine kurze, lokale Lieferkette zu unterstützen und die Versorgungssicherheit unter unsicheren geopolitischen Bedingungen zu stärken.
MicroHarvest wird mit dem Industriepark Leuna als Betreiber des Industrieparks und Versorger sowie mit regionalen Akteuren der Agrarverarbeitung als Rohstofflieferanten zusammenarbeiten. Es wird erwartet, dass das Projekt auch von lokalen und bundesstaatlichen öffentlichen Akteuren durch Genehmigungsverfahren und Investitionsanreize unterstützt wird.
MicroHarvest benötigt eine starke Nachfragesicherheit für seine geplante Kapazität und führt derzeit aktive Gespräche mit einer Mischung aus multinationalen Kunden und mittelständischen White-Label-Herstellern. Die angestrebte Jahreskapazität von 15 Kilotonnen entspricht der Nachfrage, die das Unternehmen bereits sieht und auf die es hinarbeitet.
Die Standortentscheidung baut auf den jüngsten kommerziellen Fortschritten von MicroHarvest auf, darunter Produkteinführungen mit Partnern wie Vegdog und The Pack.









