Österreich verpflichtet Hundehalter:innen ab dem 1. Juli zum Nachweis ihrer Sachkunde. Der Deutsche Tierschutzbund nimmt das zum Anlass, eine vergleichbare Regelung auch hierzulande zu fordern – allerdings tierartenübergreifend und vor der Anschaffung.
Fehler in der Heimtierhaltung, Überforderung und die spätere Abgabe ins Tierheim resultierten häufig aus mangelndem Wissen, argumentiert der Verband. In Österreich müssen Hundehalter:innen ab dem 1. Juli ihre Sachkunde nachweisen; für Reptilien, Amphibien und bestimmte Papageienvögel gilt das dort bereits länger. Eine bundeseinheitliche Vorgabe in Deutschland gibt es nicht. Der Tierschutzbund fordert deshalb einen verpflichtenden, theoretischen Sachkundenachweis vor Kauf oder Adoption – unabhängig von der Tierart.
„Tierhalter sollten sich bereits vor der Anschaffung mit den Bedürfnissen und dem Verhalten eines Tieres sowie den anfallenden Kosten auseinandersetzen", erklärt Lisa Hoth-Zimak, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Grundkenntnisse zu Haltung, Ernährung, Verhalten und Kommunikation der jeweiligen Tierart sollten aus Verbandssicht Voraussetzung sein und ließen sich im Rahmen eines solchen Nachweises vermitteln und überprüfen.
In Deutschland bestehen bislang nur vereinzelte Regelungen auf Landesebene: etwa für „Gefahrtiere" wie Giftschlangen oder für Hunde, die aufgrund ihrer Rasse als potenziell gefährlich gelten. Letztere Vorverurteilung kritisiert der Verband, da Gefährlichkeit nicht von der Rasse abhänge. Nur in Niedersachsen und künftig in Bremen müssen alle Ersthundehalter:innen einen Hundeführerschein mit theoretischem und praktischem Teil absolvieren. Die praktische Prüfung hält der Tierschutzbund wegen des hohen Verwaltungsaufwands für wenig sinnvoll und plädiert dafür, sie gezielt nur bei auffällig gewordenen Hund-Halter-Gespannen einzusetzen.
Sachkunde sei jedoch keine reine Hundefrage, betont Hoth-Zimak: Jede:r zehnte Katzenhalter:in lasse das Tier nicht kastrieren, obwohl unkastrierte Freigängerkatzen zum Leid der Straßenkatzen beitragen; Kaninchen, Meerschweinchen oder Wellensittiche litten häufig in zu kleinen Käfigen oder in Einzelhaltung. „Die Sachkundepflicht würde Leid verhindern und die Tierheime entlasten, weil weniger Tiere ausgesetzt oder abgegeben werden", so die Fachreferentin.













