Für den Handel relevant

Neue Leitlinie zur Demenz beim Hund

Zeigen alte Hunde Verhaltensauffälligkeiten, kann eine Demenz die Ursache sein.(Quelle: iStock/miwa_in_oz)
Zeigen alte Hunde Verhaltensauffälligkeiten, kann eine Demenz die Ursache sein.
29.07.2026

Die kognitive Dysfunktion des Hundes – umgangssprachlich Demenz – rückt mit der steigenden Lebenserwartung von Heimtieren stärker in den Fokus und für den Fachhandel gibt es mit Senior-Diäten und Ergänzungsfuttermitteln Berührungspunkte. Nach aktuellen Studien ist etwa jeder dritte Hund im Alter von zwölf Jahren betroffen, mit 15 Jahren rund jeder zweite. Darauf weist der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) anlässlich einer neuen Leitlinie hin, die Tierärzten und Haltern erstmals eine standardisierte Grundlage für Erkennung und Begleitung der Erkrankung liefert.

Das sind die Guidelines der Canine Cognitive Dysfunction Syndrome Working Group, erschienen im Journal of the American Veterinary Medical Association (Javma), Bd. 264, Heft 4 (2026). Federführend ist Natasha Olby von der NC State University College of Veterinary Medicine, beteiligt waren zwölf Experten aus Neurologie, Verhaltensmedizin und Altersforschung aus den USA, Großbritannien, Kanada, Deutschland und Ungarn.

Kern der Empfehlungen ist eine systematische Beurteilung typischer Verhaltensänderungen und die Einteilung in drei Schweregrade. Als Leitsymptome gelten Desorientierung, verändertes Sozialverhalten, gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus, nachlassende Stubenreinheit, veränderte Aktivität und zunehmende Ängstlichkeit. Solche Auffälligkeiten würden häufig als normale Alterserscheinung abgetan, so der BfT – tatsächlich handele es sich um eine fortschreitende Veränderung des Gehirns, vergleichbar mit der Alzheimer-Erkrankung beim Menschen.

Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Ursachen: Nachlassendes Seh- oder Hörvermögen, Zahnprobleme, Schmerzen etwa durch Arthrose sowie weitere neurologische oder internistische Erkrankungen können ähnliche Symptome auslösen und auch parallel vorliegen. Je nach Fall kommen bildgebende Verfahren wie MRT oder eine Liquoranalyse zum Ausschluss anderer Ursachen infrage.

Heilbar ist die Erkrankung nicht. Frühe Diagnose und angepasstes Management können den Verlauf jedoch positiv beeinflussen. Neben medikamentösen Ansätzen nennt der BfT ausdrücklich Ernährung und Supplemente – Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren, mittelkettige Fettsäuren sowie Präparate zur Stressreduktion – ebenso wie kognitive Beschäftigung, feste Routinen und eine stabile, stressarme Umgebung.

Relevanz für den Handel

Für Fachhandel und Industrie beschreibt die Leitlinie ein Segment mit wachsender Zielgruppe: Senior-Diäten und Ergänzungsfuttermittel mit Antioxidantien, Omega-3- und MCT-Fettsäuren, Beruhigungspräparate, Beschäftigungs- und Denkspielzeug sowie Orientierungs- und Sicherheitshilfen für den Wohnraum. Da die Erstwahrnehmung der Symptome fast immer beim Halter liegt, kommt der Beratung im Laden eine Schlüsselrolle zu – verbunden mit dem klaren Hinweis, Verhaltensänderungen tierärztlich abklären zu lassen, statt sie mit Nahrungsergänzung zu überdecken.

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