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1998, Nr. 5, S. 56
REPORT
Umstrittene Katzenstreu-Untersuchung
Bar jeder Wirklichkeit?
Der Unmut über die Katzenstreu-Untersuchung der Stiftung Warentest
ist in der Branche groß (vgl. pet 4/98). Sogar juristische Schritte
gegen das Prüfungsergebnis werden nicht ausgeschlossen
Die Liste der Ungereimtheiten ist lang: Identische Produkte, die unter
verschiedenen Markennamen auf dem Markt sind, erhielten unterschiedliche
Beurteilungen, das Sepiolith Jonas Katzenstreu wurde zu den klumpenden Katzenstreus
gezählt, und auch die festgesetzten 1-l-Preise stießen bei einigen
Firmen auf energischen Widerspruch. "Das Ergebnis ist bar jeglicher
Wirklichkeit und trägt nur zur Verunsicherung der Endverbraucher bei",
schimpft der Vertriebsleiter eines renommierten Katzenstreuanbieters. Und
ein Kollege von ihm pflichtet bei: "Über die Fehler lacht sich
die ganze Branche kaputt." Unnötig und schon fast polemisch wird
in der Branche zudem der Hinweis der Berliner Tester empfunden, daß
Katzen in vielen Fällen Salmonellenträger seien. Was bitteschön,
fragen sich da einige Firmen zurecht, hat diese Feststellung mit dem Katzenstreu-Test
zu tun? Schließlich wird bei der Untersuchung eines bestimmten Kraftfahrzeugs
ja auch nicht eine Statistik über die Unfälle auf deutschen Autobahnen
beigefügt!
Zum Katzenstreu-Test selbst: Nur 6 von 48 getesteten Katzenstreus erhielten
in der Untersuchung von Stiftung Warentest das Prädikat "gut".
Die meisten von ihnen mußten sich mit dem Urteil "zufriedenstellend"
begnügen, darunter auch einige namhafte Fachhandelsmarken wie "Allco
Sauberkater" und "Biokat's compact", die bei dem Test vor
fünf Jahren noch das Prädikat "gut" bekommen haben.
Die Gründe dafür liegen leider im Dunkeln. Sicher, die Bewertungskriterien
haben sich gegenüber dem vergangenen Test etwas geändert. So ist
etwa in der neuen Untersuchung das Kriterium Umweltverträglichkeit
nicht mehr separat enthalten, dafür trägt die praktische Prüfung
nun 40 Prozent (1992: 10 Prozent) zum Gesamtergebnis bei. Diese Änderungen
allein erklären allerdings noch lange nicht die deutlichen Unterschiede
zwischen den Untersuchungen von jetzt und denen von 1992.
Vor allem leuchtet es vielen Anbietern von Bentoniten nicht ein, weshalb
ihre Produkte im Vergleich zu den organischen Streus so schlecht abgeschnitten
haben. "Beim relativ hohen Preis von bis zu 2 DM pro Liter verhindern
viele Bentonite die unangenehme Schmierfilmbildung nur mangelhaft",
kritisierten die Tester aus Berlin. Nur "Catsan Ultra", "Jonas"
und "Natusan…
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