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Heimtiere sind kein Spiel­zeug

Früher wurden sie in Kinderzimmern misshandelt. Dabei sind Landschildkröten anspruchsvolle, aber äußerst dankbare Heimtiere, die bei entsprechender Pflege durchaus 50 Jahre alt werden können, unterstreicht Tierarzt Dr. Rolf Spangenberg
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Früher wurden griechische Landschildkröten kistenweise nach Deutschland importiert. Für ein paar Mark verkaufte man sie als Spielzeug, die Kinder konnten sie durch Parcours in der Wohnung laufen lassen, sie umherschleppen und natürlich fielen sie auch mal auf den Boden. Es waren ja offenbar träge und gefühllose Lebewesen – nicht zu vergleichen mit dem süßen Teddy. Die Ernährung basierte auf Salat- und Kohlblättern, und zur Belohnung gab es Kirschen und Erdbeeren. Ein Terrarium benötigte man nicht, sie liefen frei in der Wohnung herum. Und im Garten konnte man sie an eine Schnur binden, die durch ein Bohrloch im Panzer gezogen wurde. Im Winter waren sie etwas träge und fraßen kaum noch. Auf diese Weise lebten sie etwa zwei Jahre. Genauer: ihr Sterben dauerte so lange! Bessere Zeiten Heute stellt sich das anders dar, dafür ist wohl in erster Linie der inzwischen relativ hohe Preis verantwortlich. Das Fachwissen steuern Zoofachhändler bei. Man hat erkannt, dass es sich bei Schildkröten um sensible, empfindliche, doch auch äußerst dankbare Pfleglinge handelt. Im Zoo Landau in der Pfalz wurde ein Gehege eröffnet, das sich den kleineren Arten widmet. Gut gestaltete Merktafeln informieren die Besucher darüber, welche Ansprüche die Panzerträger haben. Wie auch die Zoofachhändler, die den Tierfreund auch mit entsprechendem Zubehör versorgen. Dabei muss Grundwissen vermittelt werden. Eine nicht immer leichte Aufgabe, wenn die (älteren) Kunden noch die alten Vorstellungen haben. Voraussetzungen Schildkröten sind sensibel, körperlich, doch auch seelisch empfindlich. Sie erkennen ihre Pfleger und lassen sich sogar ansatzweise dressieren. Die zunächst noch kleinen Krötchen benötigen ein entsprechend dimensioniertes Terrarium. Es sollte nicht zu klein sein, wenn später die Haltung in der Wohnung beabsichtigt ist. Doch besser ist natürlich ein Freilandterrarium, aber keine grüne Oase. Im natürlichen Habitat leben Schildkröten auf trockenem, sandigem Untergrund mit zahlreichen Steinen oder Büschen, um sich verstecken zu können. Auch untereinander gehen sie sich meist aus dem Weg. Vor allem die Weibchen müssen sich vor den temperamentvollen Männchen schützen können. Über das Futter, das ballaststoffreich sein muss, werden Sie den Halter aufklären. Ebenso über die verschiedenen Möglichkeiten, den Schildkröten den Winterschlaf zu ermöglichen. Download: Heimtiere sind kein Spiel­zeug (PDF-Datei)
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