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Käfer – das große Krabbeln

Käfer sind zweifellos eine der erfolgreichsten Tierarten, die je auf der Erde gelebt hat und deren Lebensweise und Lebens­prinzipien sich über Jahrmillionen bewährt haben. Über ihre Rolle als Heimtiere berichtet Tierarzt Dr. Rolf Spangenberg.
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Kleines Gehirn, angemessen gepanzert, nicht sonderlich wählerisch bei der Nahrung, Fluchtmöglichkeit über die Erde oder in der Luft und reichlich Nachkommen. Käfer sind wirklich einzigartige und erstaunliche Tiere, die sich in der Natur in Millionen von Jahren durchgesetzt haben. Doch auch als Heimtiere haben sich Käfer bewährt und ihnen steht bestimmt noch eine glänzende Karriere bevor. Wer hat nicht als Kind schon einmal Maikäfer im Schuhkarton gehalten? Schön mit Luftlöchern und frischen Blättern als Nahrung. Das war aber nur ein kurzes Vergnügen. Da ist man heutzutage anspruchsvoller und der Zoofachhandel kann den Käferfreunden ein breites Angebot an attraktiven Tieren, Terrarien und zweckmäßiger Nahrung anbieten. Davon sollten Sie Gebrauch machen, auch wenn zunächst die Skepsis überwiegen mag. Wer sollte denn Käfer halten wollen, was könnte das kosten, wie bindet man die Kunden an sein Geschäft? Das sind berechtigte Fragen. Die Käfer samt Terrarium sind im finanziellen Niedrigsegment angesiedelt. Rosenkäfer kann sich beispielsweise jeder leisten, auch deren Heim für die wohnliche Umgebung. Die Pflege ist unkompliziert, menschliche Wärme kann man zwar auf Käfer projizieren, doch sind sie nicht darauf angewiesen. Die Ernährung stellt kein Problem dar. Sie können leckere Käferspeisen anbieten, die meisten Arten fressen dazu Brombeerblätter, die auch im Winter draußen zu ernten sind. Nur wenige Käfer benötigen Spezialnahrung. Käfer sind nicht giftig und man unterstellt ihnen keine auf den Menschen übertragbaren Krankheiten. Wer sind die Kunden? Als Kunden kommen zwei Personenkreise infrage. Einmal – und das sei ganz nachdrücklich gesagt – Kinder. Genauer, Kinder in dem Alter zwischen Holzspielzeug und Smartphone. Einerseits kommen sie nicht in die Versuchung, wie bei anderen Heimtieren, Käfer auf den Arm zu nehmen und herumzuschleppen. Zudem sind Insekten leicht zu pflegen und die notwendige Überwachung durch die Eltern stellt diese nicht vor sonderliche Probleme. Dann ist die im Allgemeinen relativ kurze Lebenserwartung der Käfer von einigen Monaten gerade kindgerecht. Und noch ein fast makabrer Gesichtspunkt: Wenn Käfer gestorben sind, müssen sie nicht begraben werden. Sie trocknen ein und können liebevoll auf Pappe aufgeklebt an der Wand weiter bewundert werden. Der zweite Kundenkreis könnte aus ernsthaft an dem faszinierenden Fortpflanzungs­verhalten der Käfer Interessierten bestehen. Ohne große Mühe kann man die Zucht betreiben. Man muss nur Geduld…
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