Schweizer Heimtiermarkt, Qualipet in Bern
Das breite und differenzierte Sortiment ist eine der Hauptstärken im Fachhandel, im Bild: Qualipet in Bern.
pet plus

Analyse Heimtiermarkt Schweiz

Schwierige Zeiten

Die Marktbedingungen sind für die Schweizer Heimtierbranche nicht einfach. Hoffnungsvoll stimmt allerdings die Einschätzung einiger Brancheninsider, dass der Fachhandel dem Lebensmittelhandel zunehmend Marktanteile abjagt.
pet immer dabei – Lesen Sie, wo, wann und wie Sie wollen.
  • Print-Ausgabe direkt per Post
  • Ausgaben auch als E-Magazin
  • Immer verfügbar – auf PC und Mobil
  • Online-Archiv seit 1996
Test-Abo Print & Online
Einführungsangebot
Direkt weiterlesen
Die Tierpopulationszahlen gehen seit Jahren zurück, das Segment Ziervogel ist völlig eingebrochen, der Nagerbereich verläuft eher rückläufig, und die Aquaristik stagniert: positiv ist das nicht, wie führende Branchen­vertreter die derzeitige Entwicklung der Heimtierbranche beurteilen. Auch die Marktdaten geben zu Optimismus wenig Anlass. Das internationale Marktforschungsinstitut Euromonitor International beziffert den Gesamtumsatz der Heimtierbranche in 2014 auf 651,7 Mio. €. Das sind ca. 30 Mio. € als noch vor vier Jahren. 
Hoffnungsvoll stimmt einzig und allein die Einschätzung des Segments Katze. Noch nimmt die Zahl der Stubentiger in der Schweiz zu. Dass sich immer mehr Tierhalter eine Katze zulegen, hängt möglicherweise auch mit der Ausbildungspflicht für künftige Hundehalter zusammen. Diese wirkte auf viele Schweizer abschreckend und sei für die Entwicklung der Tiergruppe nicht förderlich, kritisieren Branchenvertreter. Die Folge: Die Zahl der Hunde im Land stagniert oder geht zurück.
Im Unterschied zum Nachbarland Deutschland scheint auch die Terraristik in der Schweiz noch ein leichtes Wachstum zu verbuchen.  

Weniger Fachgeschäfte

Rückläufig ist nach Einschätzung von Werner Schmid, Geschäftsführer des führenden Schweizer Großhandelsunternehmens Delphin Amazonia, die Zahl der Zoofachgeschäfte. Auf ca. 300 bewege sich die Zahl derzeit. Die Tendenz sei eher fallend. Zu beobachten sei, dass Geschäftsinhaber, die in den verdienten Ruhestand gehen, keinen Nachfolger für ihr Zoofachgeschäft finden und es deshalb schließen müssen. Leichtes Wachstum bei der Anzahl der Standorte verbuchen lediglich Marktführer Qualipet und sein Dauerrivale Fressnapf. 
Sowieso werden die fetten Umsatzsteigerungen, nicht aber zwangsläufig die Gewinne, nach Einschätzung vieler Branchenkenner derzeit im Online-Handel erwirtschaftet. So sind immer mehr Zoofachhändler auf diesen Trend eingegangen und betreiben neben ihrem stationären Geschäft einen eigenen Online-Shop. Vor allem Qualipet, Fressnapf, Zooplus.ch und Amazon geben in diesem Vertriebskanal den Ton an. Zahlen über den dort erwirtschafteten Gesamtumsatz? Fehlanzeige!

Einkaufstourismus

Ein tiefgreifendes Problem stellt für die Schweizer Heimtierbranche - wie überhaupt für die gesamte Schweizer Wirtschaft  - die im Januar beschlossene…
Zur Startseite
Mehr zum Thema
Lesen Sie auch