Catlabs, Stoffpuppen
Die Stoffpuppen mit Bio-Duftfüllung scheinen bei den Katzen gut anzukommen.
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Nachhaltigkeit - Catlabs

Mit Holly fing alles an

Katharina Bickel gab kurz vor ihrem 40. Geburtstag die Konzernkarriere auf und gründete das Katzen-Start-up Catlabs. Nun wurde ihr Katzenspielzeug für den renommierten Nachhaltigkeitspreis Design 2021 nominiert.
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Vielleicht liegt alles an Holly. So heißt die Katze, die Katharina Bickel aus dem Tierheim in Chicago adoptiert hat und nun schon zehn Jahre an ihrer Seite lebt. Die Liebe hielt auch, als die junge Frau, die fünf Jahre in den USA gearbeitet hat, wieder nach Deutschland zurückgekehrt war. Durch die intensive Beschäftigung mit Holly hat Katharina Bickel erst festgestellt, dass das im Handel angebotene Katzenzubehör überhaupt nicht ihren Vorstellungen von Ästhetik, Qualität und Nachhaltigkeit entspricht. Gestört hat die junge Frau vor allem, dass viele Zubehörprodukte aus künstlichem Material und unter schlechten Arbeitsbedingungen gefertigt werden. Kratzbäume, Katzentoiletten, -spielzeug und -betten, die wegen ihrer minderwertigen Qualität nur von kurzer Lebensdauer sind und somit einen Zyklus des ständigen Kaufens-Wegwerfens-Neukaufens fördern. Nachhaltig, so ihr Eindruck, ist das nicht.
Hinzu kam das Gefühl, während ihres bisherigen Berufslebens im Konzern nicht ihr volles Potenzial entfalten zu können. Katharina Bickel verfolgte bis dahin eine Karriere im Marketing und Vertrieb bei Scout24, Amazon und BMW. Kurz vor ihrem 40. Geburtstag kündigte sie ihren Job und machte sich selbstständig. In ihrem Start-up wollte sie künftig alles nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten.

Produktion auch in ­Corona-Zeiten

Auf der Nähmaschine ihrer Tante begann Katharina Bickel, selbst Stoffpuppen für Katzen aus natürlichen Materialien und mit Bio-Duftfüllung (Baldrianwurzel und Katzenminze) zu nähen. Über Umwege erfuhr sie von einem sozialen Projekt in Nepal, in dem fair und ethisch korrekt produziert wird. Katharina Bickel war Feuer und Flamme dafür, nahm mit dem Projekt Kontakt auf und informierte sich vor Ort. Heute werden die von ihr angebotenen "Catlabs"-Katzenspielzeuge in zwei sozialen Einrichtungen in Nepal in Handarbeit gefertigt. Die Einrichtungen beschäftigen ausschließlich Frauen, die zumeist Analphabetinnen sind und in den Manufakturen einen sicheren Arbeitsplatz mit guten Arbeitsbedingungen erhalten. Die Bezahlung, so Katharina Bickel, sei überdurchschnittlich, und die Näherinnen seien krankenversichert. Zudem finanziert das Projekt Stipendien für die Kinder der Näherinnen, um den Teufelskreis von mangelnder Bildung und Arbeitslosigkeit zu durchbrechen. Auch während der Corona-Krise, die das bitterarme Land Nepal mit bisher zwei Lockdowns schwer getroffen hat, konnte die Produktion in Heimarbeit oder mit strengen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen…
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