Tierschutzbund will Heimtierhaltung deutlich einschränken

06.10.2011
Der Deutsche Tierschutzbund (DTB) hat ein neues Tierschutzgesetz gefordert, das unter anderem die Haltung von Fischen und Reptilien verbieten soll. ZZF und BNA kritisieren diese Forderungen als unverhältnismäßig

Der Deutsche Tierschutzbund (DTB) hat ein neues Tierschutzgesetz gefordert, das unter anderem in der Heimtierhaltung „konkrete Regelungen zur Zucht, Haltung und Ausbildung sowie Kennzeichnung“ fordert. Darüber hinaus fordert der Verein in seinem Gesetzesvorschlag ein generelles Verbot der Haltung von Exoten wie zum Beispiel Reptilien, Vögeln und Fischen.Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) reagiert auf den Vorstoß des DTB mit Kritik: „Wir setzen uns ebenso für einen verantwortungsvollen Umgang mit Heimtieren ein“, erklärt ZZF-Präsident Norbert Holthenrich. Das geforderte Verbot von Zierfischen, Reptilien und Vögeln, werde jedoch den millionenfach geglückten Mensch-Tier-Beziehungen nicht gerecht. „Im Kern zielt der DTB mit seiner Forderung auf ein Verbot von fast allen Heimtieren ab“, so Holthenrich, da zu den Exoten auch Meerschweinchen und Katzen zählten. Ein Verbot der Heimtierhaltung würde schlichtweg großen gesellschaftlichen Schaden anrichten, betont der ZZF-Präsident.Kritik am DTB kommt auch vom Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz (BNA). Er kritisiert vor allem die Pauschalisierung ganzer Tierklassen durch den DTB. Viele Reptilen-, Vogel- und Fischarten stellten deutlich geringere Ansprüche an Haltung und Pflege als Hunde oder Katzen. Die Forderungen des DTB nach konkreten Regelungen unter anderem zur Zucht und Haltung von Heimtieren würden laut BNA zudem die Bemühungen der Verbände ad absurdum führen: „Es mangelt nicht an gesetzlichen Vorgaben, sondern eher am Vollzug“.
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