EHI-Studie

Händler erzielen trotz Kostendrucks ein hochwertiges Ladenbild

Böden, Regale und Co. sorgen für ein hochwertiges Ladenbild.(Quelle: Hunter)
Böden, Regale und Co. sorgen für ein hochwertiges Ladenbild.
27.02.2026

Trotz eines unverändert hohen Kostendrucks und der sehr fragilen Wirtschaftslage investiert der Handel weiter in seine Läden. Dies geht aus einer Studie des EHI Retail Institute hervor, die auf 49 Interviews mit den Verantwortlichen für Ladenplanung und Einrichtung im Einzelhandel aller Branchen basiert.   

Bei den Befragten steht Bestandsoptimierung vor Neueröffnung. Neue Läden entstehen vor allem bei preisorientierten Nonfood-Filialisten und Drogerie- und Lebensmittelmärkten, oft jedoch als Relocation, sodass es kaum mehr eine nennenswerte Netto-Expansion gibt.

Die Gesamtinvestitionen des Einzelhandels in Deutschland für den Neu-, Aus- und Umbau seiner Geschäfte belaufen sich 2025 auf 7,02 Mrd. Euro – im Vergleich zur Studie 2023 entspricht dies einem Rückgang um 2,1 Mrd. Euro oder 23 Prozent.

Schneller Kostenanstieg

Der Lebensmittelhandel investierte der Umfrage zufolge 2025 für einen neuen Markt bis 2.500 m2 Verkaufsfläche (VKF) 961 Euro pro Quadratmeter VKF – eine Steigerung von 13 Prozent im Vergleich zu 2022. Für größere Märkte ab 2.500 m2 VKF belaufen sich die Ausgaben auf 711 Euro/m2 VKF, was einem Anstieg von 5 Prozent innerhalb von drei Jahren entspricht.

Investitionsschwerpunkt im Lebensmittelhandel bleibt die Kältetechnik, getrieben durch mehr Verbrauchsträger und die forcierte Umrüstung auf energieeffiziente Kälteanlagen als Folge einer nochmaligen Verschärfung der F-Gas-Verordnung. Damit bleibt bei vielen Food-Unternehmen weniger Geld für das Store Design übrig.

Einsparung bei Material und Qualität

„Da ein hochwertiges Ladenbild aber weiter das Ziel ist, plant man jetzt mehr mit preisgünstigeren Materialien, geänderten Qualitäten und der Weiterverwendung von Ladeneinrichtungen, um darüber Einsparungen bei der Einrichtung zu erzielen – ein Vorgehen, das die Investitionsplanungen im Textilhandel schon lange prägt“, erklärt Claudia Horbert vom EHI, Expertin für Store Design und Autorin der Studie.

Fragestellungen der Nachhaltigkeit ‒ darunter eine längere Haltbarkeit von Ladeneinrichtungen, Materialänderungen und -einsparungen und die Weiterverwendung von Ladeneinrichtungen ‒ haben inzwischen Eingang in die Materialauswahl und Planungskultur des Handels gefunden. Die befragten Händler nutzen nach Umbauten und konzeptionellen Weiterentwicklungen im Schnitt 50 Prozent ihrer Einrichtungen weiter, 42 Prozent von ihnen haben bereits eigene zirkulare Systeme aufgesetzt oder kooperieren mit jenen Lieferanten, die dies für ihre Produkte anbieten.

Regale und Fußbodenbelag werden am häufigsten wiederverwendet.
Regale und Fußbodenbelag werden am häufigsten wiederverwendet. (Quelle: EHI)

Neben wachsenden Anforderungen an ein Upcycling des Ladenbaubestands sind laut EHI die Erwartungen des Handels an die Innovationsfähigkeit und technische Kompetenz seiner Partner gestiegen. Der Handel interessiert sich für neue und nachhaltige Materialien und Produktinnovationen und zeigt sich offen für eine engere gemeinschaftliche Entwicklung und Überarbeitung von Möbeltypen unter der Maßgabe von Cost Value und Nachhaltigkeit. Dies hat nochmals Wechsel und Ergänzungen des Lieferantenpools bei Einrichtung und Beleuchtung angetrieben, wie die EHI-Studie ergab. Ausschreibungen sind aus Sicht des Handels hier ein wichtiger Treiber für Veränderungen. 

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