Bevh-Verbraucherbefragung

Kauflaune im Onlinehandel trotz Krisen stabil

Umfragen unter rund 40.000 Privatpersonen aus Deutschland von Bevh und Beyondata zeigen: Die Online-Geschäfte verlaufen positiv.(Quelle: Pixabay, Adrian)
Umfragen unter rund 40.000 Privatpersonen aus Deutschland von Bevh und Beyondata zeigen: Die Online-Geschäfte verlaufen positiv.
20.04.2026

Die Zukunftssorgen der Deutschen und aktuelle globale Krisen haben sich vorerst nicht wesentlich auf den Onlinehandel mit Waren ausgewirkt, berichtet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland. Umsatzdaten der Bevh-Verbraucherbefragung für das erste Quartal zeigen ein insgesamt stabiles Ausgabenwachstum von 3,6 Prozent auf rund 20,4 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der Gesamtmarkt führe damit seinen langfristigen, gedämpften Erholungstrend fort.

Der Einkauf von Waren des täglichen Bedarfs und andere unaufschiebbare Ausgaben verlagern sich strukturell weiter in den Onlinehandel: Umsätze mit Lebensmitteln (+12,3 Prozent) und Drogerieartikeln inkl. Kosmetik (+10,1 Prozent) machten im ersten Quartal einen deutlichen Sprung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Online-Apotheken konnten das kräftigste Umsatzwachstum mit Medikamenten (+9,8 Prozent) seit Einführung des E-Rezepts verbuchen. 

Ungewöhnlich früh blühe dieses Jahr das Warencluster Freizeit auf: Hobby & Freizeitartikel verzeichneten ein Umsatzwachstum von 6,2 Prozent, Baumarktartikel und Blumen von 5,0 Prozent. Für Stabilität im Onlinehandel sorgte auch der wichtige Modehandel, der bei Bekleidung um 3,6 Prozent und bei Schuhen um 3,7 Prozent zulegte.

Umsätze über Marktplätze wachsen 

Weit auseinander ging die Entwicklung der Händler: Onlineshops (Pureplayer), die im Weihnachtsgeschäft noch starke Ergebnisse lieferten, kamen zu Jahresbeginn nur auf ein Plus von 0,6 Prozent. Etwas aufholen konnten hingegen die Onlineverkäufe stationärer Händler (Multichannel), die ein Umsatzplus von 3,9 Prozent verbuchen. Am stärksten wuchsen auch in diesem Quartal die Umsätze auf Online-Marktplätzen (5,2 Prozent).

Asiatische Plattformen erhöhen Marktanteile

Die drei größten Plattformen chinesischer Herkunft kamen in den ersten drei Monaten dieses Jahres auf ein Umsatzplus von 12,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das ist zwar deutlich weniger als im Vergleichszeitraum ein Jahr zuvor (+33,9 Prozent). Aktuell wachsen Temu, Shein und AliExpress in Deutschland aber noch immer viermal so schnell wie der gesamte Onlinehandel. Mit einem Gesamtumsatz von 990 Mio. Euro im ersten Quartal konnten die Plattformen ihren gemeinsamen Marktanteil am Gesamtumsatz des Onlinehandels von 4,5 Prozent im Vorjahr auf aktuell 4,9 Prozent ausbauen.

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