Bei Hitze problematischer

BfT macht auf Qualzuchten aufmerksam

Niedliches Aussehen bedingt mitunter verengte Atemwege.(Quelle: iStock/trumzz)
Niedliches Aussehen bedingt mitunter verengte Atemwege.
29.06.2026

Mit seiner Kampagne „Qualzucht verhindern" hat der ZZF – Zentralverband der Heimtierbranche das Thema in der Heimtierbranche prominent platziert. Angesichts der heißen Tage, die das Problem verschärfen, bezieht auch der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) noch einmal klar Position und appelliert an Halter:innen wie Handel, dem anhaltenden Trend zu Extremzuchten nicht weiter Vorschub zu leisten.

Runder Kopf, kurze Nase, große Augen: Das Kindchenschema wirkt – und genau das ist Teil des Problems. Der BfT weist darauf hin, dass viele optisch beliebte Rassen Qualzuchten sind, deren Leid und Folgeerkrankungen häufig bewusst oder unbewusst in Kauf genommen werden. Wie verfestigt die Nachfrage ist, zeigt eine vom Verband zitierte Studie: 93 Prozent der Besitzer:innen einer kurznasigen Rasse würden sich denselben Hund erneut anschaffen – trotz dauerhafter gesundheitlicher Einschränkungen.

Unter Qualzucht versteht man die gezielte Verstärkung erblicher Merkmale, obwohl sie zentrale Körperfunktionen wie Atmung, Bewegung oder Sinneswahrnehmung beeinträchtigen. Klassisches Beispiel ist die Kurzköpfigkeit (Brachyzephalie) bei Mops, Französischer Bulldogge, Shih Tzu oder Pekinese: Der verkürzte Gesichtsschädel verengt die oberen Atemwege, hinzu kommen Augen- und Zahnerkrankungen sowie eine gestörte Thermoregulation. Die Bandbreite reicht jedoch weiter – vom disproportionierten Körperbau bei Dackel und Basset Hound über die Hautfalten des Shar-Pei bis zu speziellen Färbungen wie dem Merle-Gen, die bis zu Taubheit, Blindheit oder Hautkrebs führen können. Betroffen sind nicht nur Hunde und Katzen, sondern etwa auch Kaninchen, Nacktmeerschweinchen sowie Tauben und Zierhühner.

Rechtlich bildet § 11b des Tierschutzgesetzes die Grundlage, das die Zucht untersagt, wenn die Nachkommen voraussichtlich unter Schmerzen, Leiden oder Schäden leiden. Der BfT konstatiert allerdings – wie der ZZF –, dass die Vorgaben nur unzureichend umgesetzt werden. Sein Fazit richtet sich auch an den Fachhandel als Beratungsinstanz: Verantwortungsvolle Halter sollten vom Kauf solcher Tiere Abstand nehmen und sich vorab gründlich informieren, da jeder Kauf die weitere Zucht fördert.

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