Februar 2026

HDE Konsumbarometer vorsichtig optimistisch

Die deutsche Wirtschaftslage zeigt sich Anfang 2026 vorsichtig optimistisch.(Quelle: Pixabay; Andreas Lischka)
Die deutsche Wirtschaftslage zeigt sich Anfang 2026 vorsichtig optimistisch.
06.02.2026

Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland präsentiert sich Anfang 2026 vorsichtig optimistisch, zugleich aber fragil. Dies gab der Handelsverband Deutschland (HDE) in seinem aktuellen Konsumbarometer bekannt. Nach zwei Jahren mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) war im Jahr 2025 wieder ein – wenn auch äußerst schwaches – gesamtwirtschaftliches Wachstum von 0,2 Prozent zu verzeichnen. Das Statistische Bundesamt meldete am 15. Januar im Rahmen einer Schnellschätzung diesen Zuwachs, der am 30. Januar bestätigt wurde. „Das Wachstum ist vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen“, sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, bei der Pressekonferenz. Während die Exporte erneut nachgaben, belastet durch höhere US-Zölle, Euro-Aufwertung und stärkere Konkurrenz aus China, bei anhaltender Investitionsschwäche.

Im vierten Quartal 2025 wuchs das BIP um 0,3 Prozent und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen der von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg befragten Ökonomen um 0,1 Prozentpunkte, so der HDE-Bericht. Parallel dazu meldete das Statistische Bundesamt im November einen deutlichen Anstieg des Auftragseingangs im verarbeitenden Gewerbe um 5,6 Prozent zum Vormonat, getragen insbesondere von Inlandsbestellungen und Großaufträgen. Die Produktion im produzierenden Gewerbe legte um 0,8 Prozent zu, während die Exporte im November um 2,5 Prozent sanken. Die Bundesregierung und der BDI haben ihre Konjunkturprognose für 2026 auf ein Prozent Wachstum reduziert; davon entfallen laut BDI 0,7 Prozentpunkte auf erhöhte Staatsausgaben für Infrastruktur und Verteidigung und 0,3 Prozentpunkte auf Kalendereffekte, da viele Feiertage auf das Wochenende fallen.

Deutsche Wirtschaft ohne Schwung 

Das Stimmungsbild in der Wirtschaft ist heterogen: Die Konjunkturerwartungen des ZEW stiegen im Januar kräftig, während der ifo Geschäftsklimaindex bei 87,6 Punkten stagnierte. „Die deutsche Wirtschaft startet ohne Schwung ins neue Jahr,“ kommentierte dies Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts. Am Arbeitsmarkt zeigte sich der jahreszeitlich übliche Anstieg der Arbeitslosenzahl, zugleich aber der höchste Januarwert seit 2014; das IAB-Arbeitsmarktbarometer signalisiert Stabilisierung ohne klaren Aufschwung, das ifo Beschäftigungsbarometer zeigt einen sich verlangsamenden, aber nicht gestoppten Stellenabbau. Ein Risiko bleibt das Insolvenzgeschehen mit deutlich steigenden Regelinsolvenzen, heißt es.

Verbraucherstimmung steigt

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Konsumseite an Bedeutung. Das HDE-Konsumbarometer ist als Index konstruiert (Basis Januar 2017 = 100) und bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten, sondern die Verbraucherstimmung für die nächsten drei Monate ab. Anfang Februar 2026 erreicht es 96,68 Punkte, eine Zunahme um 1,14 Punkte zum Vormonat und 1,37 Punkte zum Vorjahresmonat. Die Verbraucherstimmung ist damit so gut wie zuletzt im Sommer des vergangenen Jahres, trotz eines äußerst turbulenten geopolitischen Umfelds, ausgelöst durch den US-Präsidenten.

Bei der geplanten Konsumaktivität sind im Februar laut Barometer gegenüber dem Vormonat keine besonderen Veränderungen zu beobachten. Die Anschaffungsneigung steigt nur leicht auf 85,65 Punkte, im Jahresvergleich aber deutlich; die Zurückhaltung nimmt also im Jahresvergleich sichtbar ab. Die Sparneigung liegt nahezu auf Vormonatsniveau, sodass die Sparaktivität in den kommenden Wochen nicht reduziert wird – das Umfeld erlaubt es aus Verbrauchersicht noch nicht, bei der Stärkung des Finanzpolsters nachzulassen, wie die Umfrage zeigte. Die Konjunkturerwartungen der Haushalte verbessern sich deutlich auf 83,78 Punkte, die Einkommenserwartungen auf 99,38 Punkte. Die Inflationsrate lag im Januar bei 2,1 Prozent; konstruktionsbedingt signalisiert der Preiserwartungsindex, dass die Befragten mit abnehmenden Preissteigerungsraten rechnen, während sie beim Zinsniveau eher steigende Zinsen erwarten.

Verhaltene Hoffnung

Dem Fazit des HDE zufolge hellt sich die Verbraucherstimmung im Februar weiter auf, der positive Trend hält an. Die Konsumenten haben weiterhin die Hoffnung, dass in diesem Jahr das gesamtwirtschaftliche Wachstum zurückkehrt. Eine spürbare Erholung des privaten Konsums wird aber erst dann einsetzen, wenn die Verbraucher an einen anhaltend positiven konjunkturellen Trend glauben, heißt es. Dies sei eine zentrale Voraussetzung für stärkeres Wachstum, von dem auch Konsumbranchen profitieren können.

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