pet plus

„Einen Preiskampf will niemand“

Die Sorge um einen nachhaltigen Preisverfall bei Premium-Tiernahrung geht um bei Industrie und Fachhandel. Führende Fachhandelsketten warnen davor, auf die seit Oktober laufende Dauerpreisoffensive von Fressnapf mit eigenen Preisreduzierungen zu reagieren.
pet immer dabei – Lesen Sie, wo, wann und wie Sie wollen.
  • Print-Ausgabe direkt per Post
  • Ausgaben auch als E-Magazin
  • Immer verfügbar – auf PC und Mobil
  • Online-Archiv seit 1996
Abonnement Print & Online
Angebot zum Kennenlernen
Direkt weiterlesen
„Jetzt hat also auch die Heimtierbranche die Wirklichkeit erreicht“, kommentiert ein langjähriger Vertriebsmanager aus dem Lebensmittelhandel. So wie sich Hersteller von namhaften Kaffee-, Sekt- oder Pizza-Premium-Marken schon seit Jahren wegen ständig neuer Preissenkungsaktionen ihrer Handelspartner die Haare raufen, könnten künftig auch die Anbieter von Premium-Tiernahrungsmarken Betroffene eines einschneidenden Preiskampfes werden. Stehen sich im Lebensmittelhandel die Discounter Aldi und Lidl sowie Penny und Netto gegenüber, laufen in der Heimtierbranche die Fronten mittlerweile vor allem zwischen dem stationären Handel und dem Online-Handel. „Preisverfall schadet“ Deshalb zeigt das Führungspersonal der meisten Zoofachhandelsketten ein gewisses Verständnis für die Dauerniedrigpreisoffensive, die Fressnapf im Oktober bei ausgewählten Premium-Artikeln gestartet hat. Was nicht heißt, dass die Aktion auch gutgeheißen wird. „Ein Preisverfall bei Premium-Produkten schadet dem stationären Zoofachhandel“, ist im persönlichen Gespräch mit Geschäftsführern und Systemleitern der führenden Fachhandelsketten immer wieder zu hören. Ziemlich einmütig wird darauf verwiesen, dass der stationäre Zoofachhandel die Gewinnspannen bei Premium-Tiernahrung benötigt, um auf der Fläche Qualität und Service bieten zu können. Aus diesem Grund haben sich bisher die meisten Gruppen mit einschneidenden Gegenmaßnahmen auf die Fressnapf-Offensive zurückgehalten. Nur an einzelnen Standorten, so hat eine pet-Umfrage ergeben, sind Fachmarktbetreiber auf einige der Fressnapf-Dauerniedrigpreise eingegangen und haben ihrerseits die Preise gesenkt. Eine Unterbietung der Fressnapf-Preise komme allerdings im eigenen Interesse nicht in Frage, lautet der allgemeine Tenor. Denn: „Einen Preiskampf will niemand“. Trotzdem beobachten die meisten Fachhandelsgruppen derzeit sehr genau die Preisentwicklung bei Premium-Tiernahrung. Preissenkungen zu einem späteren Zeitpunkt werden nicht ausgeschlossen. Blockade des Schweigens Reden die meisten Fachhandelsgruppen relativ offen über das Thema, herrscht bei weiten Teilen der Industrie – zumal bei den Herstellern von Produkten, die Fressnapf jetzt dauerhaft im Preis gesenkt hat – eine Art Blockade des Schweigens. Manche, die sich doch zu einem Kommentar durchringen, verweisen auf das Kartellamt, das den Spielraum von Herstellern, Einfluss auf die Preisgestaltung zu nehmen, auf null reduziere. Andere zucken mit den Schultern und entgegnen kritischen Fragen…
Zur Startseite
Mehr zum Thema
Lesen Sie auch