Barron Benno ter Höfte
Barron Benno ter Höfte, Leiter der Biologischen Qualitätssicherung bei Tetra
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Tiergesundheit - Barron Benno ter Höfte (Tetra)

Tipps zur richtigen Wasserpflege

Bei der Wasserpflege sollte ein besonderes Augenmerk auf der biologischen Filterung liegen, empfiehlt der Zierfischexperte Barron Benno ter Höfte (Tetra). In seinem folgenden Bericht erklärt er die dafür verantwortlichen mikrobiologischen Prozesse.
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Wasser ist das Lebenselement der Fische. Nur wenn die Wasserwerte und das gesamte Aquarium im richtigen biologischen Gleichgewicht sind, können Fische, Pflanzen und Mikroorganismen gesund bleiben und sich wohlfühlen. Nur dann haben Aquarienbesitzer Freude an ihrem Hobby und genießen ihre faszinierenden Unterwasserwelten (vgl. Checkliste Gesundes Aquarienwasser auf der gegenüberliegenden Seite). 

Stickstoffkreislauf

Besonderes Augenmerk sollte bei der Wasserpflege auf der biologischen Filterung liegen. Die dafür verantwortlichen mikrobiologischen Prozesse sind insbesondere die Nitrifikation und eine durch nützliche Mikroorganismen gezielt unterstützte Denitrifikation. Sie schaffen einen optimalen Lebensraum für Fische und Pflanzen. Dieser so genannte Stickstoffkreislauf ist im Schaubild unten dargestellt. 
Aus dem Eiweiß-Stoffwechsel der Fische und anderer Abbauprozesse gelangt ständig Ammonium bzw. Ammoniak ins Aquariumwasser. Die insbesondere im Aquariumfilter lebenden nitrifizierenden Bakterien bauen schnellgiftiges Ammoniak und Ammonium über die Zwischenstufe des ebenfalls giftigen Nitrits zum zunächst unbedenklichen Nitrat ab. Diese Nitrifikation stellt die erste Stufe des Stickstoffkreislaufes dar und schafft gesunde Wasserverhältnisse sowie einen biologisch aktiven Lebensraum. Das so entstandene Nitrat ist zwar für Fische in aquarientypischen Konzentrationen ungiftig und ein wichtiger Pflanzennährstoff, dient aber leider auch den Algen als Nahrung. In der Regel steigt der Nitratanteil im Aquariumwasser mit der Zeit an, wenn nicht entsprechende Pflegemaßnahmen wie z.B. regelmäßige Teil-Wasserwechsel durchgeführt werden. Bei zu hoher Nitratkonzentration steigt die Gefahr von Algenproblemen.
Als zweite Stufe des Stickstoffkreislaufes sorgt die Denitrifikation für die Nitratreduzierung. So genannte Denitrifikanten bauen das Nitrat zu molekularem Stickstoff ab. Damit steht es im Aquarium nicht mehr als (Algen-)Nährstoff zur Verfügung. Die bisherige Annahme für diesen schon lange bekannten Prozess: Die Denitrifikation findet nur in sauerstofffreiem bzw. -armem Aquarienwasser statt. Diese Voraussetzung für einen nennenswerten Nitratabbau kann in einem Aquarienaußenfilter nur durch eine extrem verlangsamte Durchströmung des Wassers erzielt werden. Dies würde aber den parallel ablaufenden Nitrifikationsprozess zerstören, da die nitrifizierenden Filterbakterien viel Sauerstoff und somit einen schnelleren Wasserdurchfluss benötigen. 
Die Tetra-Forschungs- und…
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