Foto: Pixabay/JACLOU-DL
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Dr. Rolf Spangenberg

Krallenpflege bei Heimtieren

Säugetiere, Vögel und Reptilien sind mit vielfältig geformten Horngebilden am Ende ihrer Gliedmaßen ausgestattet. Dr. Rolf Spangenberg informiert, bei welchen Tieren eine Krallen­pflege betrieben werden sollte.
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Für Tiere gilt: In Freiheit lebend, in einem artgemäßen Biotop, benötigen sie keinerlei zusätzliche Pflegemaßnahmen für ihre Klauen, Hufe oder Krallen. Die nutzen sich beim bestimmungsgemäßen Gebrauch entsprechend ab. Gleiches gilt auch für Tiere in menschlicher Obhut, sofern sie ordnungsgemäß (!) untergebracht sind. Da kommt der Zoofachhandel ins Spiel. Der Kunde ist darauf hinzuweisen, wie er die bei Ihnen erworbenen Tiere halten soll, damit sie sich wohlfühlen und auch ihre Horngebilde sich so abnutzen, dass sie nicht zu lang werden. 
Zu lange Krallen sind bei Ziervögeln aller Arten häufig. Die Vorbeuge besteht darin, ihnen passende Sitzstangen zu geben. Sie wissen ja, einheitlich dicke aus Hartholz oder Kunststoff sind ungeeignet. Sie passen selten zu den Füßen der betreffenden Vögel. Mit Sandpapier überzogene sollen die Krallen abraspeln, schaden aber meistens den Ballen. Sinnvoll sind unregelmäßig dicke aus Ton. Gern haben die Vögel frische Naturholzzweige, die man in metallene Zwingen an der Käfigwand einspannen und immer wieder auswechseln kann. Zu lang gewachsene Krallen müssen gekürzt werden. Damit sind die Halter meist überfordert, allein schon mit dem Fangen und Festhalten des Tieres. Sie werden es deshalb als Service anbieten und auch entsprechende Zangen vorrätig halten.
Hunde sollen sich die Krallen ablaufen. Wenn sie zu wenig Bewegung haben, stoßen die zu langen Krallen klackernd auf harten Boden. Kann man das Kürzen den Besitzern zumuten? Wichtig sind die richtigen Zangen. Die Form ist fast egal, nur scharf müssen sie sein! Sonst wird die harte Kralle beim Kürzen gequetscht und das ist schmerzhaft. Wie lang? Mit der längsten Kralle anfangen und vorsichtig kürzen, bis der Hund Schmerzreaktionen zeigt. Bei hellen Krallen kann man auch das "Leben" (= Nerven und Blutgefäße) sehen. Manche Hundehalter sind sehr dankbar, wenn Sie das Kürzen als Service anbieten.
Bei Hauskatzen kann man die Krallenspitzen ohne weiteres etwas einkürzen, wenn sich die Mieze öfter in Kissen verhakt. Das operative Entfernen der ganzen Kralle (= declawing) ist in Deutschland verboten. Man sieht es noch gelegentlich bei Tieren, die aus den USA eingeführt wurden. Kratzbäume und Kratzmatten haben Sie doch sicherlich vorrätig?
Bei Kaninchen, die nicht kratzen und buddeln können, wachsen die Krallen häufig…
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