Plagiat
Bei diesem Plagiat müssten den Kunden anhand des stark gesenkten Preises schon die Alarmglocken läuten.
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Schutz vor Plagiaten

In Zeiten des Lockdowns funktioniert der Onlinehandel so gut wie nie zuvor. Doch wie können dort Marken und Waren geschützt werden? Nicole Jasmin Hofmann, CEO bei Sentryc, weiß die Antwort.
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Je mehr Vertrieb online stattfindet, umso mehr Artikel mit kompletten Detailangaben finden Plagiatoren. Produktpiraten erkannten schon vor Jahren den Nutzen des anonymen Onlineverkaufs und bauten ihn zu ihrem präferierten Vertriebskanal aus. Corona wirkte zuletzt wie ein Brandbeschleuniger: Millionen von Menschen kauften Produkte digital ein, die sie sonst online nicht einmal suchten. Lieferengpässe der Originalprodukte sorgten obendrein für kaum erfüllbare Nachfrage.Ein Paradies für Plagiatoren. Dabei können sich besonders jetzt viele kleine und mittelständische Firmen keinen weiteren Umsatzeinbruch leisten. Doch wie schützen Hersteller ihre Produkte, während sie in ein neues Terrain vorstoßen?

Marke an der kurzen Leine

Das Wichtigste zuerst: Eine Marke kann nicht rechtlich geschützt werden, wenn sie nicht entsprechend angemeldet ist. Ohne einen legalen Rechtshintergrund stehen sowohl Juristen als auch exekutive Schutzanbieter vor dem Nichts. Dies gilt auch im Ausland. Dementsprechend sollten sich Unternehmer bewusst sein, wo sie ihre Waren anbieten - und wo nicht. Sind Produkte und Marke nur im DACH-Raum angemeldet, kann der wahre Inhaber in keiner Weise gegen Fälscher vorgehen, die ihre Plagiate im Ausland vertreiben. Und ist die Fälschung erst einmal auf dem Markt, wartet viel Arbeit auf Markenrechtsanwalt und Legal-Teams, wie Abmahnungen, einstweilige Verfügungen und das Strafrecht. Parallel zum recht­lichen Schutz empfehlen sich nicht-juristische Lösungsansätze, die Kunden für das Thema Fakes sensibilisieren.

Markenschutz schützt auch das Tier

Doch die meisten Firmen, besonders in Deutschland, ignorieren das immer größer werdende Problem der Trittbrettfahrer. Als würde kategorisches Nichtbeachten ihre schwindenden Gewinne und ihr verschlechtertes Image wettmachen. Viele Marktteilnehmer wissen nicht einmal, dass sie auch zu den Betroffenen zählen. Tatsache ist: 71 Prozent aller deutschen Unternehmen sind von Produkt- und Markenpiraterie betroffen. Dazu zählen auch Anbieter von Heimtierprodukten.
Ein gutes Beispiel ist Julius-K9. "Erfolgreiche Produkte wie das Hundegeschirr 'IDC Powerharness' geraten immer wieder ins Visier von dreisten Fälschern", weiß Christine Lacroix von der Aktion Plagiarius. Der Verein engagiert sich seit 1977 gegen dreiste Fälschungen. Tragekomfort, Langlebigkeit und Sichtbarkeit lassen aufgrund minder­wertiger Materialien und Verarbeitung sehr zu wünschen übrig - und die Reflektoren sind reine Attrappen. Das verdiente im vergangenen…
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