Große Freude über den Nachhaltigkeitspreis: (von links) Fabian König (Head of Innovation Consulting), Benjamin Arnold (Geschäftsführer Foodforplanet) und Yvonne Weiß (Brand Marketing Managerin), Rafael Rybandt (Brandlead).
Große Freude über den Nachhaltigkeitspreis: (von links) Fabian König (Head of Innovation Consulting), Benjamin Arnold (Geschäftsführer Foodforplanet) und Yvonne Weiß (Brand Marketing Managerin), Rafael Rybandt (Brandlead).

Green Petfood

„Gute Wachstumschancen“

Green Petfood wurde kürzlich mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet (vgl. pet 12/2023). Ein pet-Gespräch mit Rafael Rybandt über die Nachhaltigkeitsstrategie der Firma, über alternative Proteinquellen und ihre Akzeptanz bei den Verbrauchern.

Seit Juni 2022 ist Rybandt als Brandlead bei Green Petfood für die Entwicklung und Realisierung der Nachhaltigkeitsstrategie im Unternehmen, die Markenpositionierung und die Umsetzung von Werbemaßnahmen verantwortlich. Zuvor sammelte er bei verschiedenen Unternehmen Erfahrungen im Marketing und in der Öffentlichkeitsarbeit, was für seine neue Tätigkeit ideale Voraussetzungen darstellten.

Bereits vor zehn Jahren, im Jahr 2013, wurde die Marke „Green Petfood“ ins Leben gerufen. In einer Zeit, als der Hund noch als reiner Fleischfresser angesehen wurde, beschäftigte sich das Unternehmen bereits mit dem Thema Nachhaltigkeit und brachte mit „VeggieDog“ ein vegetarisches Hundefutter auf den Markt, dem in den Folgejahren viele weitere innovative Produkte mit alternativen Proteinquellen folgen sollten.

„Ganzheitlicher Ansatz“

Das größte Verdienst von Green Petfood ist für Rybandt, dass der Nachhaltigkeitsansatz des Unternehmens von Anfang an ganzheitlich verfolgt wurde und den gesamten Wertschöpfungskreislauf einbezogen hat. Dieser Aspekt dürfte letztlich auch zur Auszeichnung mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis maßgeblich beigetragen haben.  

Die Aufgabe war in den Gründungsjahren alles andere als leicht, denn an Vorbildern, wie so etwas funktioniert, fehlte es innerhalb der Heimtiernahrungsbranche noch weitgehend. Welche Proteinquellen stellen sinnvolle Alternativen zum Fleisch dar? Woher werden diese Proteinquellen bezogen? Wie können die Lieferwege vom Vorlieferanten zum Produzenten und von dort zum Handel bzw. zu den Verbrauchern umweltfreundlicher gestaltet werden? Wie lassen sich die bei der Produktion und beim Transport anfallenden CO2-Emissionen reduzieren bzw. kompensieren? Fragen über Fragen ließen die Anfänge zu einer Art Mission Impossible werden. Doch es kam anders: Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, und während der zehnjährigen Firmengeschichte konnte Green Petfood jeweils dreimal den Green Brand Award und den Preis für das pet Produkt des Jahres gewinnen.  

Auch dem Teamlead des Unternehmens ist allerdings bewusst, dass es auf dem Weg zu einer massentauglichen Marke noch ein weiter Weg ist. Green Petfood will deshalb künftig seine digitale Präsenz noch weiter ausbauen, in sozialen Netzwerken aktiver werden und sich in Kürze erstmals auch in digitalen Werbeforen von digitalen TV-Sendern präsentieren. Auch eine Radiokampagne im Jubiläumsjahr diente dem Zweck, den Bekanntheitsgrad der Marke bei Heimtierhaltern weiter zu steigern.

Green Petfood
Seit Juni 2022 ist  Rafael Rybandt als Brandlead  bei Green Petfood tätig. (Quelle: Foto: Green Petfood)

„Hohe Preissensibilität“

Rybandt ist natürlich nicht verborgen geblieben, dass die hohen Inflationsraten der letzten Monate und die damit verbundene Kaufzurückhaltung das Wachstum nachhaltiger Produkte, auch für Heimtiere, nicht gerade gefördert haben: „Die Preissensibilität hat zugenommen.“ Hinzu kommt, dass viele Heimtierbesitzer nach wie vor gegenüber Futter aus alternativen Proteinquellen skeptisch eingestellt sind. Rybandt verweist aber auf die weiterhin zunehmende Zahl von Allergien bei Hunden, weswegen er damit rechnet, dass die Nachfrage nach vegetarischer und insektenbasierter Tiernahrung in Zukunft weiterwachsen wird. Zumal die positiven Auswirkungen von alternativer Heimtiernahrung auf das Fell und die Vitalität der Tiere deutlich sichtbar seien. Dies verbreite sich unter Heimtierhaltern sehr schnell.

Die Preissensibilität hat zugenommen.
Rafael Rybandt, Brandlead Green Petfood

Einen weiteren Treiber sieht er in der weiterhin zunehmenden Humanisierung von Heimtieren, die unter anderem dazu führe, dass Menschen, die sich selbst vegetarisch oder vegan ernähren, auch ihre Tiere entsprechend füttern wollen. Zwei Zielgruppen erkennt Rybandt in Deutschland, die besonders affin für nachhaltige Tiernahrungsprodukte seien: einmal die Generation zwischen 18 und 40 Jahren, dann aber auch überdurchschnittlich gebildete Menschen über 50 Jahre, die auf Gesundheit und Nachhaltigkeit besonderen Wert legen.

Großes Potenzial in Asien

Gute Wachstumschancen sieht Green Petfood auch im Ausland. Schon jetzt sind die Firmenprodukte weltweit in 33 Ländern erhältlich. Vor allem in Asien, wo vegetarische und insektenbasierte Nahrung auch im Humanbereich große Bedeutung hat, sieht Rybandt einen wichtigen Zukunftsmarkt, den sein Unternehmen in den kommenden Jahren verstärkt bearbeiten will.

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