Der Stammsitz der Vafo-Gruppe.
Der Stammsitz der Vafo-Gruppe.

Vafo

State of the art

Innovative Tiernahrungsprodukte unter dem Aspekt der ­Nachhaltigkeit stehen bei Vafo im Fokus. Die firmeneigenen Produktionsbetriebe spiegeln den selbst gesteckten Grundsatz in vollem Umfang wider.

Am westlichen Stadtrand von Prag, in Chráštany, befindet sich der Stammsitz der Vafo-Gruppe. Das 1994 gegründete Familienunternehmen feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag und hat insbesondere in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Expansion realisiert, die innerhalb der Heimtierbranche kaum etwas Vergleichbares findet. Über 800 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern sind in der Vafo-Gruppe beschäftigt. Über 200.000 t Heimtiernahrung werden jährlich produziert und erwirtschaften einen Umsatz von über 450 Mio. Euro.

„Brit“, „Carnilove“, „Hau-Hau Champion“ und „Pooch & Mutt“ sind die bekanntesten Marken unter dem Dach der Vafo-Gruppe, neben „Christopherus“, „Planet Pet Society“, Sam’s Field“, „Canvit“, „Profine“, „Prima Dog“ und „Prima Cat“. Sie machen 75 Prozent des Warenumschlags aus, während die übrigen 25 Prozent durch Private-Label-Produkte internationaler Kunden hinzukommen. Hunde- und Katzennahrung stehen dabei im Mittelpunkt. Das Sortiment umfasst außerdem Nahrungszusätze sowie ein vergleichsweise kleines Angebot an Nagerfutter. Letzteres wird in Velky Ratmírov hergestellt, rund 150 km vom Firmensitz in Chráštany entfernt.

Alle angebotenen Produkte kommen aus eigenen Betrieben, darauf sind die Tschechen ganz besonders stolz. Acht Produktionsstätten für Trocken- und Nassfutter, Snacks und Kauartikel sowie Nahrungsergänzungsmittel befinden sich in sieben europäischen Ländern. Mit den Übernahmen von Pooch & Mutt in England (2023), Carry Pet Food in Polen (2020), sowie Allco in Deutschland (2018) hat Vafo sich jeweils kompetente Firmen ins Boot geholt. Zusätzlich gehören die Tochterunternehmen Prima Pet Premium in Finnland, Vafo Sverige und Lupus Foder in Schweden sowie Pandivere in Estland zur Gruppe.

Mit Blick auf das Familienunternehmen Allco unter der Leitung von Jörg Lefers stellt Vafo-CEO Jakub Majer treffend fest: „Du bist keine europäische Firma, wenn Du nicht in Deutschland am Markt bist.“

Die ständig aktuellsten Produktkonzepte werden im Showroom am Stammsitz präsentiert.
Die ständig aktuellsten Produktkonzepte werden im Showroom am Stammsitz präsentiert. (Quelle: Fotos: Vafo Praha)

Moderne Herstellung

Auf die eigenen und jeweils neu gebauten Produktionsstätten, fünf in Tschechien und eine in Finnland, ist man seitens Vafo besonders stolz. Zwei weitere in Estland (gefriergetrocknete Snacks) und Polen (Kauartikel) wurden als bestehende Einheiten übernommen, aber auf die firmen­eigenen Belange umgerüstet. Allen neu gebauten Fabriken gemein ist die Wahl des Standorts. Hier hat man seitens Vafo Wert daraufgelegt, möglichst kurze Wege bei der Rohstoffbeschaffung zu realisieren – ein zentraler Punkt der firmeneigenen Nachhaltigkeitspolitik.

So zum Beispiel in Číčenice in Südböhmen, auf halbem Weg zwischen Prag und dem österreichischen Linz. Das Werk wurde 2020 eröffnet. Hier produzieren 90 Mitarbeiter in drei Schichten Trockenfutter mit bis zu 70 Prozent Frischfleisch­anteil. Das Fleisch, wie auch alle anderen landwirtschaftlichen Zutaten, kommt von regionalen Lieferanten. Es wird frisch in tiefgefrorenen Blöcken angeliefert, in großen Shreddern zerkleinert und unter Zugabe aller Inhaltsstoffe zu einem flüssigen Premix verarbeitet. Anschließend wird die Masse zu Trockenfutterkibbles verarbeitet. Die werden über offenen Flammen getrocknet und auf Rüttelbändern von Staub und Bruchteilen gereinigt. In ­einem Vakuum werden die ­Kibbles schließlich mit Zusätzen versehen. Das Vakuum lässt sie tief in die Kibbles eindringen. Auf mehreren Linien für drei unterschiedliche Verpackungs­größen schließlich gelangen die Produkte in ihre Verpackungen, nachdem sie von 130 auf 20 °C heruntergekühlt wurden. Die Abwärme wird zum Heizen der Büroräume genutzt.

In Číčenice in Südböhmen steht die Frischfleischverarbeitung im Mittelpunkt.
In Číčenice in Südböhmen steht die Frischfleischverarbeitung im Mittelpunkt. (Quelle: Foto: Vafo Praha)

Besonders stolz ist man hier auf die Frischfleischverarbeitung. Produziert werden auf der rund 15.000 m² großen Fläche bis zu 80.000 Tonnen pro Jahr auf zwei Produktionslinien. Ausgelegt ist die Fabrik allerdings auf bis zu 120.000 Tonnen im Jahr. Außerdem bietet die von Grund auf neu erstellte Immobilie genügend Raum für eine dritte Produktionslinie, wie Verkaufsleiter Alexandr Čerepkin versichert. Im Laufe des Jahres wird dieser Standort mit Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Auch die anderen sollen dann folgen, um so der Nachhaltigkeit Genüge zu tun. Die Trockenfutterreste aus der Produktion werden dann zum größten Teil in der regionalen Landwirtschaft als Nutztierfutter verwendet.

Ein paar Kilometer nordöstlich befindet sich in Chotoviny das Nassfutterwerk, eröffnet 2018. Hier stehen 2.000 Tonnen monatliche Produktionskapazität in Form von 400-g-Dosen und 85-g-Pouches im Mittelpunkt. Auch hier wird tiefgefrorene Blockware verarbeitet. So werden zum Teil mehrere Fleischsorten vermischt, mit Zusätzen ergänzt und in einem letzten Schritt mit der Flüssigkeit versehen. Nach dem Abfüllen in Dosen und Pouches geht es bei drei Bar Druck und 130 °C in den Autoklaven. Auf drei Linien werden dann Dosen und Pouches verpackt. Selbst die Blechdosen stammen von tschechischen Lieferanten, während die Pouches vor allem von einem italienischen Zulieferer kommen, versichert CEO ­Jakub Majer. Er berichtet außerdem, dass alle Produkte für 14 Tage in eine Quarantäne kommen, während Muster davon in einem Warmschrank auf ihre Haltbarkeit getestet werden. Hinzu kommen mikrobiologische Analysen des staatlichen Veterinärlabors.

Im Nassfutterwerk in Chotoviny werden Dosen und Pouches im ­Autoklaven haltbar gemacht.
Im Nassfutterwerk in Chotoviny werden Dosen und Pouches im ­Autoklaven haltbar gemacht. (Quelle: Foto: Vafo Praha)

Nicht minder modern sind die drei Logistiklager, die von Vafo in Tschechien betrieben werden. Das jüngste und größte davon in Rudná u Prahy, nur wenige Kilometer vom Headquarter entfernt, umfasst 24.000 m². Es wurde 2018 gebaut und von Vafo angemietet. Hier werden die firmeneigenen Marken auf 50.000 Palettenplätzen gelagert und umgeschlagen. Milan Borže trägt hier die Verantwortung. In drei Schichten verlassen bis zu 10.000 Paletten pro Woche die 29 Tore der Halle – 24 Stunden, sieben Tage. Trotz der Größe können regionale Händler hier selbst kleine Bestellungen persönlich abholen. „1.500 verschiedene Produkte sind permanent lieferbar“, betont man seitens Vafo. Das zweite Logistiklager befindet sich in Přehýšov, westlich von Pilzen und nahe der deutschen Grenze, direkt an der vielbefahrenen Autobahn zwischen Nürnberg und Prag. Es umfasst 21.000 m² und hat, neben den eigenen Marken, auch die Private-Label-Produkte unter seinem Dach. Das kleinste der drei Lager hat 900 m² Fläche und befindet sich in Prag. Hier kaufen insbesondere Onlinehändler ein. Dropshipping wird seitens Vafo nicht angeboten.

Das jüngste und größte Logistikzentrum befindet sich in Rudná u Prahy, nur wenige Kilometer vom Headquarter entfernt.
Das jüngste und größte Logistikzentrum befindet sich in Rudná u Prahy, nur wenige Kilometer vom Headquarter entfernt. (Quelle: Foto: Vafo Praha)

Verpflichtung zur Nachhaltigkeit

Mit einer selbst gesetzten Nachhaltigkeitsverpflichtung will Vafo eine Vorreiterrolle in der Branche einnehmen. „Dazu gehört die konsequente Verringerung des ökologischen Fußabdrucks“, betont Marketingmanagerin Tereza Alvarez Sone, für die das Thema Nachhaltigkeit auch persönlich eine Herzensangelegenheit ist. Der Plan bis 2025 sieht vor, dass 95 Prozent der benutzten Verpackungen recyclebar sein müssen, der Einsatz von nachhaltigen Rohstoffen vorangetrieben wird und mindestens 25 Prozent der verwendeten Energie aus nachhaltigen Quellen kommen. Außerdem gilt Vafo als europäischer Marktführer bei der Verwendung alternativer Proteine aus Insekten und Pflanzen.

Erst im vergangenen Oktober vorgestellt hat das Unternehmen die Marke „Planet Pet Society“. Für die Produkte werden ungenutzte Rohstoffe aus der Lebensmittelindustrie verwendet. Zudem geht ein Teil des Umsatzes aus dem Verkauf des neuen Futters an ein Projekt zur Wiederherstellung von Seegras­wiesen in der Ostsee. Zutaten sind nährstoffreiche und hochwertige Lebensmittel, die bei der Verarbeitung von Fleisch, Obst und Gemüse anfallen. Dazu zählen Fleischabfälle aus der Primärproduktion, wie Organe (Leber, Niere, Luftröhre), Knorpel und Fischhaut. Aber auch dehydrierte Apfelschalen aus örtlichen Mostereien und Gemüsebrei sind ideale Rohzutaten mit vielen Vitaminen und Mineralien. „Upcycling ist eine neue Sichtweise bei der Auswahl hochwertiger, nährstoffreicher Zutaten mit geringeren Auswirkungen auf den Planeten. Sie sind ideal, um den natürlichen Nährstoffbedarf von Hunden und Katzen mit einem Hauptbestandteil aus tierischem Eiweiß zu ­decken und gleichzeitig die Umwelt zu entlasten“, so Karolína Čápová, Head of Product. 

Vafo setzt den Weg zu einem rundum nachhaltigen Unternehmen fort.
Karolína Čápová, Head of Product Vafo

Sie ­unterstreicht: „Vafo setzt den Weg zu einem rundum nachhaltigen Unternehmen fort und produziert Tiernahrung mit größtmöglichem Respekt für Natur und Ökologie.“ Dazu zählen insbesondere auch die hauseigene Topmarke „Brit Care“ mit einer neuen Rezeptur mit Insektenproteinen ­sowie das ebenfalls neue „Christopherus Vegetarian“.

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