Deutschlandchef Norbert Marschallinger berichtet von der Entwicklung des Konzepts.
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Interview

„Schneller und agiler”

Norbert Marschallinger, Managing Director Germany, und ­Adriano Iemma, Sales Director Germany, über Sortiments­zuschnitt, Rentabilität und die nächsten Standorte.
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Warum sind die Urban Stores zuerst in Dänemark, Frankreich und Polen gestartet und nicht im Heimatmarkt?

Norbert Marschallinger: Wir haben in den vergangenen Jahren sehr viel aus deutscher Brille heraus internationalisiert. Ich glaube, dass so kleinere Ländereinheiten und Organisationen schneller und agiler sein können als in einem großen Land. Auch der erste XXL-Markt im neuen Format ist seinerzeit mit Klagenfurt in Österreich in einem kleineren Land eröffnet worden.

Es macht Sinn, solche Dinge in einer kleineren Einheit auszuprobieren und dann aus den anderen Ländern zu lernen, statt immer die Vorreiterrolle zu haben. Wir hatten in Deutschland zuletzt auch andere Prioritäten.

Was hat in Kopenhagen, Paris, Lyon und Warschau nicht funktioniert?

Marschallinger: Das größte Learning war, dass sich die Sortimente je nach Lage unterscheiden müssen. Ein City-Standort ist nicht immer gleich – mal ist es ein Studentenviertel, mal eine ganz andere Klientel. Die Idee war zunächst, in jedem Urban Store dasselbe Sortiment abzubilden, beispielsweise mit der Annahme: kleiner Hund in der Stadt. Beim dritten dänischen Standort war die Population aber deutlich anders, dort konnte niemand etwas mit Chihuahua-Geschirren anfangen. One size fits all funktioniert nicht, das war eins unserer größten Learnings.

Wer entscheidet, was vor Ort ins Regal kommt?

Marschallinger: Man schaut sich Umkreis und Bevölkerung an und spricht mit den Mitarbeitenden und Gebietsleitern vor Ort. Die Kunst ist, sich nicht zu versteifen, dass das jetzt das Sortiment für die nächsten zwei oder drei Jahre ist. Wenn wir sehen, dass ein Segment stärker nachgefragt wird, braucht es Systemelastizität, damit die Mitarbeitenden flexibel reagieren können.

Innenstadtlagen sind teuer. Rechnet sich ein Markt dieser Größe über den Umsatz oder geht es auch um Sichtbarkeit?

Marschallinger: Ich bin Kaufmann und mache Dinge, die erfolgreich werden sollen. Die Miete pro Quadratmeter ist höher, in Summe liegt sie aber nicht über der eines 600-Quadratmeter-Marktes, eher gleichauf. Wir gehen von einer guten Rentabilität aus – auch wegen des etwas premiumlastigeren Sortiments.

Ist das Konzept franchise­fähig?

Marschallinger: Die ersten Märkte betreiben wir selbst, weil wir die Fehler selber machen wollen und nicht den Franchisepartnern aufbürden. Fehler werden passieren – wer keine macht, war nicht ambitioniert und mutig genug. Grundsätzlich ist das Konzept aber partnertauglich wie XXL oder Klassik.

Adriano Iemma: Und wir nehmen…

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