Fressnapf-Gründer im großen Interview

Torsten Toeller: Börsengang oder Rückkauf wären Optionen

Torsten Toeller auf der International Pet Conference in Brüssel.(Quelle: Dähne Verlag, Götz)
Torsten Toeller auf der International Pet Conference in Brüssel.
26.08.2026

Fressnapf-Gründer und Mehrheitsgesellschafter Torsten Toeller hat sich im Handelsblatt erstmals zu möglichen Exit-Szenarien für den Finanzinvestor Cinven geäußert. Private Equity sei „immer nur ein Partner auf Zeit“, der spätere Ausstieg müsse von Beginn an mitgedacht werden. Für diesen Fall nennt Toeller mehrere Optionen, darunter einen Börsengang; auch ein Rückkauf des Anteils durch ihn selbst sei möglich. Beim Einstieg habe er kein Geld entnommen. Eine Aufstockung der 15-prozentigen Beteiligung schließt er aus. „Wenn Cinven die Mehrheit hätte, wäre es mir vermutlich schwerer gefallen“, gab Toeller in dem Interview zu.

Erkennbar ist eine Rückbesinnung auf das Kerngeschäft: Ein Ökosystem rund ums Tier sei nur dann eine gute Strategie, wenn der Verkauf von Tiernahrung und Zubehör über alle Kanäle effizient laufe. Ein eigener GPS-Tracker für Hunde etwa wurde eingestellt. In der Zentrale fielen nach Toellers Angaben 200 bis 250 von insgesamt über 20.000 Stellen in 15 Ländern weg – Grund sei der Wechsel zu einer dezentralen Struktur, nicht Kostensenkung, so Toeller zwei Jahre nach dem Cinven-Einstieg. Es seien allerdings auch Mitarbeiter gegangen, mit denen er viele Jahre gearbeitet habe: „Persönlich bedauere ich das“, sagte er dem Handelsblatt. Aber Internationalisierung und das Heben von Fressnapf auf die nächste Stufe hätten das erfordert.

Im September eröffnet die Gruppe in Frankreich ihren 3.000. Markt, Ziel sind mehr als 150 neue Läden pro Jahr, in Deutschland rund 20. Potenzial sieht Toeller in Frankreich, Italien und Polen, wo die Marktanteile bei zehn bis 15 Prozent lägen, sowie im neuen Urban-Store-Format, um neue Kundengruppen zu erschließen.

Bei der italienischen Tochter Arcaplanet werden nach seinen Angaben im Interview etwas über 50 Prozent der Online-Bestellungen im Laden abgeholt oder aus dem Laden geliefert; die rund 1.000 deutschen Märkte versteht er als ebenso viele potenzielle Logistikpunkte. Den Rollenwechsel zum Board-Mitglied bereut er nicht: „Ich würde es wieder machen.“

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