Humantrends erreichen den Hund. Dabei wird der Hund aber nicht zum „Menschen mit Fell“, sondern stärker als eigenständiges Familienmitglied mit Charakter, Vorlieben und tierischen Bedürfnissen wahrgenommen. Individualisierte Ernährung, Supplements, Gesundheits-Apps, Wearables oder Longevity-Konzepte sind mittlerweile nicht mehr nur Themen für Menschen.
Auch rund um den Hund wächst das Angebot an Produkten und Services, die auf Lebensphase, Aktivität oder persönliche Besonderheiten zugeschnitten sind. Besonders die Generation Z nutzt häufiger neuartige Ergänzungen und setzt beim Füttern stärker auf Vielfalt, selbst gekochte Komponenten oder Lebensmittel vom eigenen Tisch.
Wer den eigenen Hund als individuelles Gegenüber wahrnimmt, fragt nicht nur, welches Produkt geeignet ist. Wichtiger wird, was zu genau diesem Tier passt. Vorlieben, Verträglichkeiten oder Temperament fließen stärker in Entscheidungen ein. Und das ist etwas Anderes als „Vermenschlichung“ eines Haustiers.
Nähe ohne Menschwerdung
Die emotionale Nähe zum Hund ist groß. 80 Prozent nehmen ihn mit in den Urlaub, in allen Altersgruppen wird er am häufigsten als Familienmitglied beschrieben. Bei der Generation Z verschiebt sich die Perspektive stärker in Richtung menschlicher Beziehungsrollen: 17 Prozent der 18 bis 29-Jährigen bezeichnen ihren Hund als „wie ein Kind“, 15 Prozent als Begleiter. Beide Werte liegen höher als in den älteren Gruppen.
Trotzdem sprechen die Ergebnisse nicht für eine generelle Vermenschlichung. 93 Prozent finden wichtig, dass ihr Hund „Hund sein darf“. Beziehung, Gesundheit, Erziehung, Bewegung und Regeln stehen ebenfalls weit oben. Der Hund wird nicht seiner tierischen Bedürfnisse enthoben, sondern differenzierter gesehen, mit eigenem Temperament, Vorlieben und individuellem Verhaltensprofil.
Persönlichkeit wird zum Marktprinzip
Für die Heimtierbranche entsteht daraus ein relevanter Perspektivwechsel. Personalisierte Ernährung, funktionale Ergänzungen, Gesundheitsangebote, Training, Grooming oder Reisen lassen sich stärker auf unterschiedliche Hundetypen zuschneiden. Noch ist die Nutzung vieler Trendprodukte niedrig, bei jüngeren Zielgruppen zeigt sich jedoch Potenzial.
Die Chance liegt nicht darin, Produkte menschlicher zu inszenieren. Interessanter ist es, den Hund als eigenständige Persönlichkeit ernst zu nehmen. Angebote mit nachvollziehbarem Bezug zu Charakter, Bedürfnissen und Lebenssituation treffen diesen Wandel. Der Markt bewegt sich vom standardisierten Versorgen hin…












