Anderthalb Jahre hat der Prozess gedauert, Ende Juli stand das Ergebnis fest: Die Central Garden & Pet Company erwirbt eine Mehrheitsbeteiligung an der Trixie Heimtierbedarf GmbH & Co. KG. Für Burkhard Friedrichsen, CSO des Tarper Anbieters von Heimtierzubehör und -snacks, ist damit der Wunschkandidat gefunden. „Der absolute Lieblingskandidat ist es geworden“, sagt er. „Gerade auch für mich, was Vertrieb und Marketing angeht, natürlich der Idealpartner, um zukünftig noch mehr Gas zu geben.“
Das 1974 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 600 Mitarbeitende, beliefert mehr als 30.000 Fachhändler weltweit und führt über 6.000 Produkte für Hunde, Katzen, Vögel, Reptilien und Kleintiere. Rund 90 Prozent des Umsatzes werden mit eigenen Marken erzielt, jährlich kommen etwa 500 Neuheiten hinzu. Central Garden & Pet kam im Geschäftsjahr 2025 auf einen Nettoumsatz von 3,1 Mrd. US-Dollar und beschäftigt über 6.000 Mitarbeitende, überwiegend in Nordamerika.
Der Zusammenschluss mit Central ist ein bedeutender Meilenstein in der 50-jährigen Geschichte von Trixie“, sagte Bonnik Hansen, Gründer von Trixie, in der Pressemitteilung. „Bei der Suche nach einem Partner war es uns wichtig, ein Unternehmen zu finden, das unsere Werte, unsere Unternehmenskultur und unser langfristiges Denken teilt.“ Er habe schließlich keine Nachfolger und reine Finanzinvestoren waren ihm nicht lieb. „Was uns besonders überzeugt hat, sind die Menschen, die dieses Unternehmen über 50 Jahre aufgebaut haben“, lobte Niko Lahanas, Chief Executive Officer von Central Garden & Pet. Für die 80 Prozent Anteile zahlen die Amerikaner nach Medienberichten rund 400 Millionen Euro an Hansens gemeinnützige Stiftung.
Dass Gründer Hansen seine Anteile verkaufen wollte, hatte Trixie früh kommuniziert – intern wie gegenüber der Kundschaft. „Wir sind sehr offen und transparent in unserer Kommunikation“, erklärt Friedrichsen. Der lange Prozess habe natürlich Ungewissheit erzeugt, entsprechend groß die Erleichterung. Zwei Mitarbeiterversammlungen an aufeinanderfolgenden Tagen sollten sicherstellen, dass wirklich alle der rund 600 Beschäftigten erreicht werden.
Central war dabei vor Ort: CEO Niko Lahanas spricht Deutsch, eine vor 20 Jahren ausgewanderte deutsche Kollegin, dort Head of Investor Relations, ergänzte die Perspektive. Friedrichsen berichtet von „ausnahmslos positivem Feedback“. Zugesagt wurden Standortsicherheit und der Verzicht auf Kürzungen. Auch die Trixie-Besonderheit einer Mitarbeiterbeteiligung über eine eigene Gesellschaft wird fortgeführt.
Beschäftigte können sich darüber am Unternehmen beteiligen und erhalten eine Rendite; Central habe zugesagt, dieses Konstrukt weiterzuführen. „Da war jeder froh, Gewissheit zu haben“, sagt Friedrichsen. „Es ändert sich nichts, es bleibt alles so, wie es ist. Aber wir haben einen starken Partner im Rücken, um nach vorne zu wachsen, sowohl organisch als auch anorganisch – gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten.“
Die Geschäftsführung bleibt mit Dirk Jessen, Burkhard Friedrichsen und Danny Bollerey unverändert; Jessen und Volker Haak bleiben Minderheitsgesellschafter. Haak begleitet das Unternehmen zudem als Consultant.

Der Markt nivelliert sich
Die Umsatzrückgänge der vergangenen Jahre relativiert Friedrichsen mit Blick auf die Ausgangslage: In den Corona-Jahren war Trixie um 50 Prozent gewachsen – das Niveau liegt aber weiterhin über dem vor der Pandemie. „Der Markt gleicht sich jetzt ein bisschen aus“, sagt er. Der Trend gehe zur Katze und zum kleineren Hund – beide verbrauchen weniger Zubehör. In den Corona-Jahren habe die Branche stark vom Ersthund profitiert, mit Erst- und Zweitausstattung. „Das ist heute nicht mehr so.“
Zugleich verschiebt sich die Nachfrage: Größere Anschaffungen wie Hundebetten und Kratzbäume werden aufgeschoben. Stärkster Artikel im Sortiment ist ausgerechnet eine selbstreinigende Katzentoilette, trotz hohen Preises. „Da sehe ich auch eher die Zukunft: alles, was Problemlösungen und Gesundheitsthemen anbetrifft.“
Schwerer täten sich dagegen jene Kategorien, die das Zuhause verschönern – eine Entwicklung, die sich ebenso in Möbelhäusern und Baumärkten zeige. „Das ist bei uns eher Jammern auf hohem Niveau“, so Friedrichsen.

Rund 30 Prozent des Umsatzes entfallen inzwischen auf Snacks – ein Anteil, der eher steigt, weil Verbraucher:innen bei kleinen Ausgaben für ihr Familienmitglied weniger zurückhaltend sind. „So eine Mischung von 30 zu 70 Prozent, die ist schon echt gut. Das kann auch mal 35 zu 65 Prozent werden.“ Der Fokus bleibe aber auf Zubehör. „Snacks sind toll, weil es Verbrauchsartikel sind, weil sie nachgekauft werden“, sagt er. „Aber mehr Spaß macht natürlich jedes Zubehörteil, das ist ganz klar.“
Bei den losen Snacks war Trixie Vorreiter: Die Snackbar, deren Konzept sich an einem Edeka-Gemüseaufbau orientierte, wurde inzwischen über 9.000-mal ausgeliefert – ein Format, das es so im US-Markt nicht gibt.
Central ist in den USA stärker im Massenmarkt und online positioniert, Trixie dagegen seit Jahrzehnten im Fachhandel verankert. An dieser Ausrichtung werde auch nicht gerüttelt, sichert Friedrichsen zu. „Unser Distributionsansatz, der Partner für den Fachhandel zu sein, bleibt“, betont er. Die gemeinsame Aufgabe sieht er darin, die Fläche für den Endverbraucher attraktiv zu halten, „damit er nicht in die Drogerie und den Supermarkt abwandert“. Central habe viel Geld für ein gut laufendes, gesundes Unternehmen bezahlt und kenne den europäischen Markt wenig – „insofern gibt es gar keine Ambition, irgendetwas ändern zu wollen“.

Kaytee und Nylabone
Für den Handel dürfte vor allem das Portfolio interessant werden: Central führt rund 60 Marken. Als mögliche Kandidaten für Europa nennt Friedrichsen die Nagermarke Kaytee sowie Nylabone, das über einen Großhändler bereits in Großbritannien vertreten ist. Ebenso denkbar seien einzelne Artikel, die künftig unter der Marke Trixie laufen: „Es muss nicht unbedingt eine neue Marke sein.“
Erwartet wird zudem ein schnellerer Innovationstransfer aus den USA, wo Neuheiten meist früher auf dem Markt sind. Konkret werden dürfte das ab 2027 – zwischen Signing und Closing, geplant für Anfang 2027, sind die Möglichkeiten ohnehin begrenzt.
„In der Zeit passiert eh noch gar nichts, da dürfen wir auch nicht viel machen, bis dann alle zugestimmt haben“, sagt Friedrichsen. Analysiert werde aber bereits: „Wir gucken uns genau diese beiden Produktportfolios an und schauen, wo gibt es die Überschneidung.“
Funktionale Snacks bringt Trixie bereits in diesem Herbst, allerdings unabhängig von Central. Als gemeinsame Innovationsfelder gelten Gesundheit und Tracking Tracking – Themen, für die die selbstreinigende Katzentoilette mit integrierter Waage bereits eine Vorlage liefert. Sie erfasst unter anderem das Gewicht der Katze sowie Häufigkeit und Menge des Urinabsatzes. Die Frage sei dabei stets, „wofür man sich in ein zu technisches Detail verliebt, was dann auch zu nischig ist“.
Offen bleibt, wie sich die Zollpolitik auf den Warenaustausch auswirkt. Rund 80 Prozent seiner Ware bezieht Trixie aus Asien, Central produziert dagegen vieles selbst in den USA. Wie sich Central-Artikel künftig nach Europa importieren lassen, ist schwer kalkulierbar. Geübt ist man in Tarp allerdings: Über die US-Tochter habe man in den vergangenen Jahren gelernt, „sehr flexibel zu reagieren“, von China über Taiwan und Thailand bis Georgien.
Central Garden & Pet Company ist ein vor über 45 Jahren gegründetes, führendes Konsumgüterunternehmen in den Bereichen Heimtierbedarf und Garten. Mit einem Nettoumsatz von 3,1 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2025 verfügt Centr<l über starke Fertigungs- und Logistikkapazitäten, unterstützt von einer leidenschaftlichen, unternehmerisch geprägten Wachstumskultur, die Nachhaltigkeit einschließt. Central hat seinen Hauptsitz in Walnut Creek, Kalifornien, und beschäftigt über 6.000 Mitarbeiter, hauptsächlich in Nordamerika.
Oliver Mengedoht
Das ist die Langfassung des Beitrags aus der Printausgabe pet 9/2026.











