„Wir wollen nicht mit dem Pfund Butter und dem Nutella auf dem Bon stehen“, sagte mir Dirk Leesmann von Finnern im Spaß, als wir über Shop-in-Shop-Konzepte im Lebensmitteleinzelhandel sprachen. Ein schöner Satz zur Treue zum Fachhandel – und ein Bekenntnis, das man sich in Zeiten wie diesen erst einmal leisten können muss. Denn zwei Drittel der Heimtier-Fertignahrung wandern längst genau dort über die Kasse, im LEH neben Butter und Nutella.
Der Blick auf die Zahlen von IVH und ZZF fällt für den Hund entsprechend nüchtern aus: Rund 1,8 Milliarden Euro setzte der stationäre Handel 2025 mit Hundefutter um, ein Minus von 0,3 Prozent. Feuchtfutter (-1,9 Prozent) und Trockenfutter (-2,7 Prozent) gaben nach, das Zubehör verlor mit 6,5 Prozent noch deutlicher. Einzig die Snacks legten zu: 768 Millionen Euro, plus 2,1 Prozent. Und aus dem Fachhandel kommen für 2026 sogar wieder freundlichere Töne – bei Landfuxx wuchs das Nassfutter zuletzt um 7, die Snacks um knapp 10 Prozent.
Ausgerechnet die Snacks also. Ausgerechnet jene Warengruppe, die vom Impuls lebt und die man eben auch schnell beim Wocheneinkauf mitnimmt. Das ist die unbequeme Nachricht in einer eigentlich guten: Wo gewachsen wird, wird auch am härtesten gerungen.
Die gute Nachricht steht daneben – und sie steht im Beratungsraum. „Etwa 30 Prozent der Kunden sprechen das Thema Allergien, Unverträglichkeiten oder Verdauungsprobleme an“, berichtet Jessica Apel von Landfuxx Brenzel; 15 bis 20 Minuten dauert dort eine ordentliche Futterberatung. Solche Gespräche führt kein Regal und kein Algorithmus.
Das passt exakt zu dem, was sich im Napf gerade tut: individuelle Fütterung statt Einheitsportion, Regionales statt Exotik, dazu funktionelle Zusätze – und vor allem Transparenz. Was die Hersteller in dieser Beilage zeigen, folgt genau dieser Linie, vom 2-in-1-Snack mit Gelenkformel über Vitalpilze und Grünlippmuschel bis zur gebackenen Hauptmahlzeit aus 130 Jahren Manufaktur.
Für den Fachhandel heißt das: Der Hundemarkt wächst nicht mehr von allein, aber er wird anspruchsvoller. Und Anspruch war noch nie die Disziplin des Discounters. Wer beraten kann, verkauft am Ende mehr als ein Leckerli.











