Dogtisch Academy

So viel mehr als nur satt

In den Näpfen der Hunde verändert sich aktuell viel. Doch welche Trends füllen ihn im Sinne des Tieres? Das Dozentinnenteam der Dogtisch Academy erklärt in einem Gastbetrag, welche Futtertrends gekommen sind, um zu bleiben.
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Wer vor zehn Jahren gefragt hätte, ob Hundefutter irgendwann mal ein Gesprächsthema auf Familienfeiern wird, hätte wahrscheinlich müde gelächelt. Heute wird beim Kaffee mit Bekannten ganz selbstverständlich über Insektenprotein oder die Frage diskutiert, ob Getreide im Napf nun Fluch oder Segen ist. Hundeernährungsberater:innen erleben diesen Wandel jeden Tag hautnah.

Der Hund wird zum Individuum

Der wohl größte Wandel der letzten Jahre betrifft nicht eine einzelne Zutat, sondern eine ganze Denkweise: weg vom Einheitsnapf, hin zur individuellen Fütterung. Immer mehr Hundehalter wollen nicht mehr einfach irgendein Futter aus dem Regal nehmen, sondern verstehen, was ihr Hund als Individuum tatsächlich braucht. Rasse, Alter, Aktivitätslevel und auch die kulinarischen Vorlieben spielen dabei eine Rolle. Ein Border Collie auf dem Agility-Platz hat andere Bedürfnisse als ein gemütlicher Mops auf dem Sofa. Genau das wird endlich auch so gelebt.

Für Ernährungsberater:innen ist das eine wunderbare Entwicklung. Es bedeutet mehr Kundschaft, mehr Beratungsgespräche und mehr durchdachte und berechnete Futterpläne.

Regionalität statt Exotik

Vor einigen Jahren war alles spannend, was aus möglichst weiter Ferne kam. Chiasamen aus Südamerika, exotische Beeren, Superfood-Pulver mit klangvollen Namen. Der Trend dreht sich gerade spürbar um. Immer mehr Hundehalter fragen in Beratungen: „Was gibt es denn hier bei uns, das genauso gut ist?“ Und tatsächlich: Heimische Wiesen und Gärten haben einiges zu bieten. Brennnessel, Löwenzahn, Hagebutte oder heimische Beeren stehen den exotischen Alternativen in nichts nach – und sie sind saisonal verfügbar, meist günstiger und deutlich nachhaltiger.

Diese Rückbesinnung aufs Regionale passt auch zum generellen Nachhaltigkeitsgedanken, der längst nicht mehr nur beim menschlichen Essen Halt macht. Wer selbst auf Regionalität und kurze Transportwege achtet, möchte das zunehmend auch für den eigenen Hund.

Insektenprotein als ernsthafte Alternative

Ein Trend, der noch vor wenigen Jahren eher belächelt wurde, hat sich mittlerweile fest etabliert: Protein aus Insekten. Was zunächst ungewöhnlich klang, überzeugt inzwischen durch handfeste Argumente. Die Herstellung benötigt deutlich weniger Ressourcen als klassische Fleischproduktion. Gerade für Vierbeiner mit Allergien oder Unverträglichkeiten kann das eine interessante Option sein. Immer mehr Futterhersteller bieten entsprechende Produkte an und die Nachfrage steigt spürbar.

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