Naturbelassene Snacks

Stiftung Warentest zu 20 Kauartikeln

04.02.2026

Erneut kommen Produkte der Heimtierbranche bei der Stiftung Warentest nicht gut weg. „Kauen ist für Hunde ein natürliches Bedürfnis – doch naturbelassene Snacks können zur Gefahr werden“, warnt die Stiftung Warentest, nachdem sie 20 getrocknete Kauartikel untersucht hat: „Viele Produkte sind zu kalorienreich, einige enthielten Salmonellen oder ranziges Fett“, heißt es in der Pressemitteilung zum Heft 02/2026. Nur eine Produktgruppe ist demnach grundsätzlich für alle Hunde geeignet.

Zu den beliebten naturbelassenen Snacks – getrockneten Innereien oder Körperteilen von Schlachtvieh und Wild – meint Dennis Stieler von der Stiftung Warentest: „Nur die Hühnerherzen sind grundsätzlich für alle Hunde geeignet.“ Alle anderen Snacks seien für kleine Hunde zu groß und zu kalorienreich.

Im Test wurden je vier Produkte von fünf verschiedenen Sorten naturbelassener Hundesnacks geprüft: Hühnerherzen, Kaninchenohren, Rinderpansen, Rinderkopfhaut und Schweineohren, insgesamt 20 Produkte, die zwischen knapp 80 Cent und 16 Euro je 100 Gramm kosten.

Besonders problematisch sei, dass die Stiftung Warentest in vier Produkten Salmonellen nachgewiesen habe. Aufgrund der Laborbefunde habe ein Anbieter die betroffene Charge seiner Rinderkopfhaut-Snacks zurückgerufen.

Ein weiteres Problem sei der hohe Kaloriengehalt, heißt es weiter. Ein Stück Rinderkopfhaut oder ein Schweineohr könne mehr als ein Drittel des Tagesbedarfs eines 15 Kilo schweren Hundes liefern. Bei knapp der Hälfte der getesteten Produkte fehle der Hinweis, dass das Hauptfutter entsprechend reduziert werden sollte.

Außerdem bemängelte die Stiftung, dass einige Produkte deutlich bis kräftig ranzig rochen – das Labor habe „fortgeschrittenen Fettverderb“ bestätigt. In zwei Produkten fanden die Tester zudem erhöhte Gehalte an Chrom (III). Möglicherweise stamme es aus einer Verunreinigung, etwa durch Verarbeitung in Geräten, in denen auch Leder gegerbt werde.

Ein Vorteil der naturbelassenen gegenüber hochverarbeiteten Snacks sei, dass die Tiere mit dem Fressen meist länger beschäftigt seien. „Selbst große Hunde kauen an einem Kaninchenohr mehrere Minuten lang – das entspricht dem natürlichen Kaubedürfnis und reduziert Stress.“

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