Die deutsche Botanikerin Christel Kasselmann ist am 21. August verstorben. Das hat der Aquarienfreunde Berlin-Tegel 1912 mit Bedauern bekanntgegeben. Ihre Erkenntnisse flossen in Form von Vorträgen, Büchern und mehreren hundert Artikeln in das heutige Allgemeinwissen unter Aquarianern ein. Auch der Dähne Verlag hatte eines ihrer Bücher veröffentlicht und eines vertrieben.
Aquaristik und Botanik verlieren damit eine Expertin, die es wie keine andere verstand, ihr Wissen zu teilen und für Pflanzen zu begeistern. Denn sie beschäftigte sich nicht nur aquaristisch mit Wasserpflanzen, sondern beschrieb auch wissenschaftlich neue Arten und widmete sich bereits in der Jugend der Erforschung von Habitaten sowie der Ökologie von Wasser- und Sumpfpflanzen.
Kasselmann engagierte sich in der Aquaristik zudem auf vielen Ebenen: Als Bezirksvorsitzende im VDA, als Redakteurin der Aqua Planta, als Leiterin des Arbeitskreises Wasserpflanzen und als unermüdliche Autorin sowie Referentin auf Veranstaltungen im In- und Ausland. Sie erstellte über Monate Pflanzenaquarien für die „Grüne Woche“ in Berlin, oder die „Vivarium“ in Rosmalen (Holland).
Mit dem Buch „Aquarium Plants“ veröffentlichte sie 2020 die englische Übersetzung ihres im Jahr zuvor erschienenen Werks „Aquarienpflanzen“, das international schnell zu dem Nachschlagewerk schlechthin wurde und über 750 Wasser- sowie Sumpfpflanzen behandelt. Durch die Vermarktung über die eigene Homepage kam sie zunehmend auch mit den sozialen Medien in Kontakt und nutzte sie mit der Unterstützung ihrer Tochter umgehend, um auch dort über Pflanzen und ihre Kultur aufzuklären. Wenn sie sich die Vermehrung einer Art in den Kopf gesetzt hatte, dann ließ sie nichts unversucht, bis sie erfolgreich unzählige selbst gezogene Pflanzen und das notwendige Wissen für eine vielversprechende Pflege an andere Aquarianer weitergeben konnte.














